Drohnen-Gesetze in Europa

In diesem Artikel stelle ich dir die aktuellen Regeln für Drohnen-Piloten in Europa vor. 

Für eine bessere Übersicht haben wir die Bestimmungen anschaulich in zwei Europakarten zusammengefasst: Die erste Karte ist für die private Verwendung von Drohnen und die zweite Karte stellt die Bestimmungen für kommerzielle Drohnen dar.

Legende

  • Grün bedeutet, dass der Einsatz jeweils ohne vorherige Genehmigung im Rahmen der gültigen Bestimmungen erfolgen kann. Wenn du dich außerhalb der Vorschriften bewegen möchtest, kannst du i. d. R. eine Sondergenehmigung beantragen. In einigen Ländern darfst du zwar ohne Genehmigung fliegen, allerdings nur ohne eine montierte Kamera. Diese Länder sind nicht grün – sondern gelb – markiert; da die meisten Piloten sicherlich Film- und Fotoaufnahmen erstellen wollen.
  • Gelb bedeutet, dass du dich bzw. deine Drohne vor dem Fliegen registrieren, eine Genehmigung beantragen oder sogar eine Prüfung bestehen musst. Die Details erfährst du weiter unten.
  • Rot bedeutet, dass das Inbetriebnehmen von Multicoptern generell verboten ist. In diesen Ländern solltest du besonders vorsichtig sein, denn schon am Flughafen kann deine Drohne teilweise nach den Gesetzen beschlagnahmt oder du kannst nur wegen dem Besitz der Drohne verhaftet werden.
  • Grau bedeutet, dass ich keine zuverlässigen Informationen gefunden bzw. ich die Drohnen-Gesetze nicht ausreichend verstanden habe. Falls du hier weiterhelfen kannst, würde ich mich riesig über einen Kommentar freuen!

Bevor du hier startest, solltest du dir auch meinen Artikel zu den internationalen Drohnen-Gesetzen ansehen. Dort liste ich allgemeine Sicherheitsvorkehrungen auf, die du immer beachten solltest, und nenne Tipps zum Umgang mit No-Fly-Areas. In unserem Blog kannst du außerdem unsere Erfahrungen nachlesen, wie wir mit einer Drohne um die Welt reisen. Falls du noch auf der Such nach einem Drohnen-Rucksack bist, helfen wir dir mit unserem Vergleich gern weiter.

Inhaltsverzeichnis:

Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, FinnlandFrankreich, GriechenlandGroßbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein,  Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, ÖsterreichPolen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern

Belgien

Leider ist es für Privatpersonen nur auf privaten Grundstücken (mit Genehmigung des Grundstücksbesitzers) legal sein, eine Drohne zur Freizeitbeschäftigung zu nutzen.

Kommerzielle Anwender müssen einen medizinischen Test durchlaufe, eine theoretische Prüfung bestehen und ihre Drohnen registrieren. Eine Lizenz wird für zwei Jahre erteilt. Ob eine Lizenzierung von Ausländern möglich ist, konnte ich bisher nicht klären.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: unbekannt
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Registrierung und Lizenzierung
Maximale Flughöhe: 30 Meter (privat) / 90 Meter (gewerblich)
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: Lexology, Flandern Info

Dänemark

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 7 kg
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: keine Unterscheidung zw. privater und geschäftlicher Nutzung
Maximale Flughöhe: 100 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: UAS Test Center

Deutschland

Aufgrund der sehr umfassenden Bestimmungen in der Bundesrepublik habe ich einen eigenen Artikel zu den Vorschriften für Drohnen-Anwender in Deutschland verfasst.

Estland

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: unbekannt
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: unbekannt
Maximale Flughöhe: 152 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: 2,4 GHz und 5,8 GHz
Hilfreiche Links: ECAA

Finnland

Derzeit gibt es noch keine offiziellen Gesetze zum Gebrauch von Drohnen. Vorübergehend nennt die Finnish Transport Safety Agency Trafi die folgenden Bestimmungen auf Anfrage.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 20 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: unbekannt
Maximale Flughöhe: 150 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV:
Hilfreiche Links: Trafi Homepage

Frankreich

Klasse Motiv - aber nicht für Drohnen

Klasse Motiv – aber nicht für Drohnen

Die Gesetze für Drohnen in Frankreich sind relativ kompliziert und unfreundlich für uns Anwender. 2016 wurden die Gesetze in Frankreich etwas vereinfacht. Soweit ich die Neuerungen verstehe, darfst du für private Zwecke unbürokratisch fliegen, solang die Entfernung zwischen dir und deiner Drohne nicht mehr als 200 Meter beträgt. Sobald dein Copter eine vorher einprogrammierte Strecke im Autopilot abfliegt, darf das Abfluggewicht maximal 1 Kilogramm betragen und die Flugdauer darf acht Minuten nicht übersteigen. Unabhängig vom Zweck des Fluges werden Manöver in vier Szenarien unterschieden:

  • S1: Maximale Distanz von 200 Metern in unbesiedeltem Gebiet
  • S2: Distanz bis zu einem Kilometer und damit teilweise ohne Sichtkontakt in unbesiedeltem Gebiet
  • S3: Maximale Distanz von 100 Metern in besiedeltem Gebiet
  • S4: Flüge in unbesiedeltem Gebiet, die die Beschränkungen von S1 und S2 übersteigen

Welche genauen Auswirkungen diese Klassifikation hat, kann ich dir dir leider nicht sagen. Falls du mehr weißt, lass es uns doch in den Kommentaren wissen.

In Paris sind Drohnen nicht erwünscht.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 2 Kilogramm / 1 Kilogramm bei GPS-gesteuertem Autopilot
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Pilotentest muss in französischer Sprache absolviert werden
Maximale Flughöhe: 150 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: France.fr NPR: Drohnen über ParisNeuregelung 2016

Griechenland

In Griechenland gibt es aktuell keine Gesetze, die sich speziell auf Kamera-Drohnen beziehen. Ab Januar 2017 soll ein neues Gesetz in Kraft treten. Bis dahin gelten die Vorschriften für den Modellflug und dort wird in zwei Kategorien unterteilt. Für die meisten Copter-Piloten wird Kategorie A zutreffen, die Modellflugzeuge mit einem Gesamtabflugmasse von bis zu 7 kg umfasst. Für die Modelle der Kategorie A muss keine besondere Genehmigung von der CAA eingeholt werden.

Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 7 und weniger als 25 Kilogramm muss eine Erlaubnis bei der CAA beantragt werden.

Flugmodelle dürfen nicht mit Metall-Propellern ausgestattet sein. Wie in Deutschland brauchst du eine Drohnen-Versicherung für Personen- und Sachschäden. Zu unbeteiligten Personen, Tieren und Fahrzeugen ist ein Abstand von 50 Metern einzuhalten.

Das Fliegen eines Copters über archäologischen Stätten ist nur mit einer Sondergenehmigung erlaubt.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 7 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Keine Angaben gefunden
Maximale Flughöhe: 120 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: Gültiger Gesetzestext (Griechisch), Mitteilung der CAA

Großbritannien

In Großbritannien darfst du deine Drohne aufsteigen lassen. Die maximale erlaubte horizontale Entfernung beträgt 500 Meter.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: ab 7 Kilogramm gelten bestimmte Bedingungen
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Erlaubnis von der CAA muss beantragt werden.
Maximale Flughöhe: 120 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: 2.4 GHz ohne Leistungsbeschränkung mit digitalem Funk; 5.8 GHz im Bereich von 5.725 bis 5.875 MHz
Hilfreiche Links:  Civil Aviation Authority

Irland

In Irland ist das Fliegen von Multicoptern für private Zwecke erlaubt. Ab einem Abfluggewicht von 1 Kilogramm ist jedoch eine vorherige Registrierung notwendig. Eine Besonderheit in Irland ist, dass sich deine Drohne maximal 500 Meter von dir wegbewegen darf. Die IAA hat auf ihrer Website sehr transparent die Regularien inklusive aller Prozesse dokumentiert.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 7 Kilogramm; ab 1 Kilogramm Registrierung notwendig
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: kommerzielle Drohnenpiloten müssen eine aerial works permission sowie ein permission to operate an RPAS in Irish airspace Zertifikat einholen
Maximale Flughöhe: 120 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: IAA: Regeln und Formulare

Island

Auch in Island sind neue Drohnengesetze in Arbeit. Bis zum Inkrafttreten der neuen Regeln hat die ISAVIA ein Dokument zusammengestellt mit den aktuell geltenden Bestimmungen (siehe Link).

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 5 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: unbekannt
Maximale Flughöhe: unbekannt
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: ISAVIA

Italien

Ähnlich wie in Irland gibt es auch in Italien eine Beschränkung, wie weit sich eine Drohne vom Piloten entfernen darf. Dieses Limit liegt bei 500 Metern. Für Italien ist zudem eine Drohnen-Haftpflichtversicherung notwendig.

Achtung in Rom: In der italienischen Hauptstadt gilt das gesamte Jahr 2016 ein Flugverbot. Ein Leser unseres Blogs wusste davon nichts und wurde unter Terror-Verdacht festgenommen, weil er in Rom mit seinem Copter geflogen ist. Auch Zeitungen berichten immer wieder von Festnahmen an großen Sehenswürdigkeiten wie z.B. am Kolloseum oder im Vatikan.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 25 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Schulungsnachweis, Zertifizierung und Gesundheitszeugnis
Maximale Flughöhe: 150 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: auf 2,4 GHz und 5,8 GHz mit maximal 100mW
Hilfreiche Links: Aviation and Space Journal, Englische Übersetzung der italienischen Bestimmungen

Kroatien

Multicopter dürfen in Kroatien offensichtlich nur mit einer offiziellen Lizenz geflogen werden. Die Drohne darf dann nur in unbewohntem Gebiet starten, muss zu jeder Zeit 150 Meter Abstand zu Personengruppen halten und darf sich nicht mehr als 500 Meter vom Piloten entfernen.

Maximale Flughöhe: 300 Meter
Hilfreiche Links:
 Croatia Control, Total Croatia News

Lettland

In Lettland müssen Drohnenpiloten mindestens 18 Jahre alt sein. Dein Copter muss in Lettland über eine Failsafe-Funktion verfügen und du darfst keine Metall-Propeller verwenden.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 29 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: unbekannt
Maximale Flughöhe: 120 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: LIKUMI

Liechtenstein

Der Umgang mit Coptern ist in Liechtenstein sehr liberal. Flüge sind grundsätzlich erlaubt und bedürfen nur der Genehmigung, wenn eine der folgenden Bedingungen zutrifft:

  • Drohne schwerer als 30 Kilogramm
  • FPV-Flüge ohne einen Spotter, der direkten Sichtkontakt hat
  • Drohnen-Einsätze im Umkreis von 100 Metern rund um Menschenansammlungen (als Menschenansammlung zählen Gruppen mit mehr als 24 Personen auf engem Raum)
  • Flugmanöver, die innerhalb von 5 Kilometern rund um einen Flugplatz stattfinden sollen
  • Flüge im öffentlich zugänglichen Raum, die nicht ausschließlich für private Zwecke durchgeführt werden

Bei einem Abfluggewicht von mehr als 500 Gramm musst du eine Drohnen-Versicherung abschließen.

In Einzelfällen benötigst du eine Erlaubnis zur Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen, falls Personen identifizierbar aufgenommen werden. Schau dir dazu bitte auch den Link zu den Datenschutzbestimmungen an.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 30 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Bewilligung einholen
Maximale Flughöhe: unbekannt
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: Landespolizei, Datenschutzbestimmungen in Liechtenstein

Litauen

In Litauen darf sich die Drohne maximal 1.000 Meter von dir entfernen.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 25 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: unbekannt
Maximale Flughöhe: 120 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: CAA

Hier machen wir unsere Phantom 2 Drohne von DJI gerade startklar

Hier machen wir unsere Phantom 2 Drohne von DJI gerade startklar

Luxemburg

Auch Luxemburg befindet sich gerade im Gesetzgebungsverfahren. Die vorübergehend geltenden Bestimmungen wurden von der Direction de L’Aviation Civile (DAC) online zusammengefasst. Darunter fällt die Vorschrift, dass Drohnen über eine integrierte Landing-Funktion besitzen müssen, falls es zu einem technischen Defekt kommt.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 2 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: unbekannt
Maximale Flughöhe: 50 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: DAC

Niederlande

Private Drohnen-Flüge sind in den Niederlanden erlaubt. Sehr kompliziert wird es hingegen, wenn du gewerblich Fliegen möchtest. Dafür benötigst du einen „RPAS-Pilotenschein“  und dein Multicopter muss zertifiziert werden. Für gewerbliche Copter-Piloten gibt es zwei Zertifikate:

  • RPAS Operator Certificate: Initiale Kosten liegen bei etwa 10.000 Euro (ohne Drohne). Maximale erlaubte Flughöhe von 120 Metern und eine maximale horizontale Entfernung von 500 Metern ist gestattet. Drohnen können bis zu einem Gewicht von 150 Kilogramm geflogen werden.
  • RPAS Operator Certificate Light: Initiale Kosten liegen bei etwa 600 – 1.500 Euro (ohne Drohne). Maximale erlaubte Flughöhe von 50 Metern und eine maximale horizontale Entfernung von 100 Metern ist gestattet. Drohnen können bis zu einem Gewicht von 4 Kilogramm geflogen werden.

Phantom-Modelle werden nicht zugelassen, da alle Systeme redundant sein müssen. Jeder einzelne Flug muss dann noch bei mehreren Behörden gemeldet werden.

Egal in welche Kategorie deine Flugoperation fallen, es muss immer ein Abstand von 50 Metern zu Straßen und anderen Objekten eingehalten werden.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 25 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: nur mit Genehmigung
Maximale Flughöhe: 120 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: ILENT, Rijksoverheid: Privater Gebrauch, Rijksoverheid: Kommerzieller Gebrauch, Karte mit Flugverbotszonen

Norwegen

Seit 2016 gelten neue Regeln in Norwegen. Soweit ich das Gesetz verstehe, brauchen private Piloten keine spezielle Erlaubnis einholen. Sie werden als Modellflieger klassifiziert. Bei kommerziellen Absichten werden die Flugmanöver in drei Kategorien eingeteilt:

  • RO 1: Fluggewicht unter 2,5 Kilogramm und maximale Geschwindigkeit von 60 Knoten. Vor jedem Start muss der Flug gemeldet werden, Der Name des Piloten muss mit Telefonnummer am Copter befestigt werden und du musst ein Log-Buch führen.
  • RO 2: Fluggewicht bis 25 Kilogramm und maximale Geschwindigkeit von 80 Knoten. Erfordert spezielle Lizenzierung des Piloten.
  • RO 3: Alle Manöver, die die bisherigen Spezifikationen übersteigen

Die vollständigen Bedingungen für die einzelnen Kategorien kannst du unter dem unten angegebenen Link nachlesen. Unabhängig davon, ob du privat oder geschäftlich fliegst, muss dein Multicopter über eine Fail-Safe-Funktion verfügen. FPV-Flüge sind nur mit einem Spotter erlaubt.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: unbekannt
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Erfordert vorherige Anmeldung oder entsprechende Lizenz; siehe oben
Maximale Flughöhe: 120 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: 2, GHz und 5,8 GHz
Hilfreiche Links: Luftfartstilsynet: Regulations concerning aircraft without a pilot on board

Österreich

Seit 2014 gelten in Österreich sehr strenge Regeln zum Betrieb von unbemannten Flugsystemen. Potentielle Drehorte werden in vier verschiedene Kategorien aufgeteilt:

  1. Unbebautes Gebiet
  2. Unbesiedeltes Gebiet
  3. Besiedeltes Gebiet
  4. Dichtbesiedeltes Gebiet

Für jede der Kategorien gibt es spezielle Bedingungen und Genehmigungen. Quadrocopter werden nur für die ersten beiden Kategorien zugelassen. Für besiedeltes/dichtbesiedeltes Gebiet sind Hexa- bzw. Octocopter mit entsprechenden Redundanzen erforderlich.

Unbemannte Flugsysteme werden in diverse Kategorien eingeteilt. Soweit ich die Regeln verstehe, musst du keine Genehmigung beantragen, wenn du folgende Bedingungen erfüllst:

  • Unentgeltlicher, nicht gewerblicher Flug zur Freizeitbeschäftigung ohne das Speichern von Kamera-Aufnahmen
  • Maximales Gewicht des Multicopters von 25 Kilogramm
  • Flug außerhalb von Sicherheitszonen
  • Maximaler Flugradius von 500 Metern

Das reine Streamen bzw. FPV-Flüge sind nicht erlaubnispflichtig, solange die Aufnahmen nicht gespeichert werden.

„Mini-Drohnen“ bis zu einem Gewicht von etwa 250 Gramm und einer maximalen Flughöhe von 30 Metern dürfen ohne Genehmigung fliegen, auch wenn sie mit einer Kamera ausgestattet sind. Das tatsächlich erlaubte Gewicht bestimmt sich nach der Bewegungsenergie, die 79 Joule nicht übersteigen darf.

Das Bewilligungsverfahren erscheint mir sehr kompliziert. Zuständig für die Anträge ist die Austro Control, die laut eigenen Angaben derzeit zwei Monate für einen Antrag benötigt. Von mehreren Antragstellern habe ich aber bereits gehört, dass die Genehmigung innerhalb weniger Werktage ausgestellt wurde.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 25 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Je nach beabsichtigten Flugmanövern und Ausrüstung ist eine Betriebserlaubnis bei der Austro Control zu beantragen
Maximale Flughöhe: 150 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: 2,5 GHz mit max. 10 mW; 5,8 GHz mit max. 25 mW
Hilfreiche Links: Austrian Aviation, HDRR.at, Austro Control, BMVIT

Polen

In Polen ist der Betrieb von Drohnen für private Zwecke erlaubt. Für geschäftliche Absichten ist ein aufwändiger Zertifizierungsprozess notwendig. Hast du jedoch bereits eine Aufstiegsgenehmigung in einem EU-Mitgliedsstaat erhalten, wird diese nach einem kurzen Mail-Wechsel unkompliziert anerkannt.

Für Flüge in der Hauptstadt Warschau ist eine zusätzliche Genehmigung vom Government Protection Bureau (BOR) erforderlich.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 25 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: unbekannt
Maximale Flughöhe: unbekannt
Frequenzbestimmungen für FPV:
 unbekannt
Hilfreiche Links:
 Polnische LuftaufsichtsbehördeVolle Drohnung: Kontaktdaten für die Anerkennung von Aufstiegsgenehmigungen, BOR Homepage

Portugal

Bis zum 23. Mai 2016 wird über einen Gesetzesentwurf beraten, der die folgenden Auflagen vorsieht:

Flüge in Portugal sind grundsätzlich erlaubt, jedoch benötigst du eine Genehmigung, falls du deine Drohne zum Filmen bzw. Fotografieren verwenden möchtest (Kontakt unter der Mailadresse [email protected]). Zudem benötigst du eine spezielle Genehmigung, wenn du in geschützten Gebieten (z.B. Nationalparks) fliegen möchtest. 

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 25 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: keine besonderen Einschränkungen gefunden
Maximale Flughöhe: 120 Meter (Drohnen unter 1kg nur 30 Meter)
Frequenzbestimmungen für FPV:
 unbekannt
Hilfreiche Links:
 Gesetzesentwurf (in Portugiesisch)

Rumänien

Drohnen in Rumänien dürfen nicht mit einem FPV-Sender ausgestattet werden.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 1 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: unbekannt
Maximale Flughöhe: unbekannt
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt

Unsere DJI Phantom 2 im Einsatz

Unsere DJI Phantom 2 im Einsatz mit einem Zenmuse H3-3D und der GoPro Hero 4 Black Edition

Russland

In Russland müssen Drohnen registriert werden (www.favt.ru), die mehr als 250 Gramm wiegen. Vor einem Copter-Flug muss ein Flugplan eingereicht werden. Während der Drohnen-Manöver muss noch eine zweite Person neben dem Piloten die Drohne beobachten (Observer). 

Hilfreiche Links: Popular Science

Schweden

Seit dem 21.10.2016 ist der Betrieb von Drohnen mit Kameras in Gebieten verboten, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Ein Gericht hat entschieden, dass für solche Vorhaben eine Genehmigung notwendig ist, die jedoch nur in seltenen Ausnahmefällen ausgestellt wird. Foto- und Video-Flüge sind damit nur auf abgesperrten Privatgelände möglich. Laut diesem Video gilt das Verbot nur für Schweden. Andere EU_Sttatsbürger wären von dem Vrebot nicht betroffen und dürften weiterhin mit Drohnen fliegen. Leider kann ich nicht bestätigen, dass das stimmt.

Weiterhin erlaubt sind Flüge mit einem Copter, an dem keine Kamera montiert ist. In diesem Fall darf sich deine Drohne maximal 500 Meter von dir entfernen. Darüber liegt die maximale Flughöhe bei 120 Metern und du musst ein Flug-Logbuch führen.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: unbekannt
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Genehmigung erforderlich
Maximale Flughöhe: 120 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: Transport Styrelsen, Svergie Radio, YouTube: Why Sweden banned all camera drones

Schweiz

Die Schweiz regelt den Umgang mit Drohnen recht einfach. Bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm dürfen Drohnen ohne vorherige Genehmigung starten. Ab einem Drohnen-Gewicht von 500 Gramm wird eine Haftpflichtversicherung für den Copter im Umfang von mindestens einer Million Franken verlangt. Kantone und Gemeinden sind darüber hinaus berechtigt, weitere Regulierungen vorzunehmen. Zürich hat bereits besondere Bestimmungen erlassen.

Zu Flughäfen musst du in der Schweiz einen Abstand von 5 Kilometern halten. Zu Menschenansammlungen von mehr als 24 Personen ist eine Distanz von wenigstens 100 Metern einzuhalten

Deinen Multicopter solltest du auch in einsamen Gebieten nur in Sichtweite betreiben. Falls du FPV-Flüge mit Monitor oder Videobrille durchführst, muss ein Spotter die Drohne für dich im Auge behalten und direkt mit dir in Kontakt stehen. Diese Punkte sollten überall auf der Welt für dich selbstverständlich sein! Mittlerweile haben mich jedoch mehrere Leser darauf aufmerksam gemacht, dass diese Regeln vielen Zivilisten in der Schweiz bekannt sind und häufig kontrolliert werden. Deswegen erwähne ich diese Auflagen hier erneut. Dass ich die Regeln zur Sichtweite bei anderen Ländern nicht explizit nenne, bedeutet nicht, dass diese Regeln dort nicht gelten.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 30 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: In der Schweiz wird nicht nach privaten und gewerblichen Gebrauch unterschieden
Maximale Flughöhe: unbekannt
Frequenzbestimmungen für FPV: 2,4 GHz mit maximal 10 mW; 5,8 GHz mit maximal 25 mW
Hilfreiche Links: Bundesamt für Zivilluftfahrt, Datenschutz & Drohnen

Slowakei

In der Slowakei musst du dich vor einem Flug registrieren und Tests ablegen.

Hilfreiche Links: Linus Tech Tips

Slowenien

Slowenien hat sich im Mai 2016 für einen sehr restriktiven Umgang mit Multicoptern entschieden. Flüge sind nur noch zur Freizeitgestaltung in unbewohnten Gebiet gestattet. Die maximale horizontale Entfernung darf 500 Meter nicht überschreiten.

FPV-Flüge sind erlaubt, wenn eine zweite Person den Copter im Auge behält und sich in unmittelbarer Entfernung zum Piloten befindet.

Ausdrücklich verboten sind folgende Aktivitäten: Luftaufnahmen, Flugmanöver zur Feuerbekämpfung, wissenschaftlich motivierte Copter-Einsätze, Wettkämpfe oder journalistische Operationen.

Leider sind die aktuellen Vorgaben sehr rückständig. Die Vorgaben wurden allerdings nur vorübergehend von der nationalen Luftaufsichtsbehörde erlassen, bis die Gesetzgeber sich auf neue Regulierungen einigen. In Zukunft kann sich die Lage also wieder deutlich entspannen.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: unbekannt
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: nicht gestattet
Maximale Flughöhe: 150 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: 2.4 GHz und 5.8 GHz bis 100 mW Sendeleistung
Hilfreiche Links: Englische Übersetzung der neuen Vorgaben 05/16

Spanien

In Spanien ist die Gesetzeslage sehr verwirrend, weil sich die Regulierungen häufig geändert haben. Aktuell scheint es für Privatpersonen möglich zu sein, mit einer Drohne zu fliegen. Nicht erlaubt ist das Fliegen in Städten.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 2 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Pilotenschein der AESA notwendig sowie Registrierung von Drohne und Pilot
Maximale Flughöhe: 120 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV:
Hilfreiche Links: Deutsche Zusammenfassung für Hobby-Piloten, Deutsche Zusammenfassung für kommerzielle Flüge

Tschechische Republik

Bei unseren tschechischen Nachbarn sind Flüge zu privaten Zwecken ohne Genehmigung erlaubt. 

Gewerbliche Piloten müssen eine Genehmigung zum Flugbetrieb, eine Genehmigung zur Ausführung von Arbeiten durch Drohnen sowie ggf. eine Genehmigung zum Flugbetrieb für den eigenen Bedarf beantragen. Die Gesamtkosten für die Genehmigung belaufen sich auf etwa 960 €. Zuständig ist das Amt für Zivilluftfahrt. Nach Erfahrungen von tschechischen Piloten dauert das gesamte Verfahren etwa drei Monate.

Aufstiegsgenehmigungen aus Deutschland können ggf. akzeptiert werden, wobei Sonderauflagen erteilt werden können. Drohnenflüge in Städten sind generell verboten. Flugverbotszonen können über die MAIA geprüft werden. 

Zudem ist das Überfliegen von Straßen grundsätzlich nicht gestattet. 

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 20 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Lizenz von der Civil Aviation Authority (UCL) notwendig
Maximale Flughöhe: 100 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: Czech Tourism, Flugverbotszonen

Ungarn

Die ungarische Regierung arbeitet laut eigenen Angaben gerade an neuen Gesetzen. Aktuell benötigst du für private Flüge keine weitere Genehmigung. Kommerzielle Piloten müssen hingegen eine Tätigkeitsgenehmigung und eine Erlaubnis für die einmalige und/oder beschränkte Nutzung des Luftraums einholen. Die folgenden Informationen stammen von der ungarischen Botschaft in Berlin:

„Spezielle Rechtsvorschriften sind auf diesem Gebiet noch in Planung, bis dahin werden Genehmigungen zur Nutzung von Drohnen auf Antrag im Wege der Einzelbeurteilung erlassen.
Für die berufsbedingte Benutzung von unbemannten Luftfahrzeugen muss ein Antrag auf – in Abhängigkeit von dem Arbeitsgebiet einzelne oder allgemeine beschränkte – Luftraumnutzungsgenehmigung bei der Nationalen Luftverkehr Behörde gestellt werden. Die Höchstdauer des Genehmigungsverfahrens beträgt 21 Tage. Abhängig von der Art des beantragten Luftraumes kann auch die Stellungnahme von Fachbehörden erforderlich werden.
Für die Nutzung von unbemannten Luftfahrzeugen rein privat und als Hobby, sind in der Regel keine Genehmigungen erforderlich. Gleichzeitig ist unter Beachtung der Voraussetzungen für genehmigungspflichtige Tätigkeiten ausdrücklich zu vermeiden, unbemannte Luftfahrzeuge auf/über privatem Gelände im Eigentum von anderen natürlichen oder juristischen Personen, sowie auf/über öffentlichem Gelände zu nutzen. Von Nachtflügen und Flügen über Menschen ist dringend Abstand zu nehmen.
Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass der Eigentümer des Luftfahrzeuges für alle sich während des Fluges ereignenden Unfälle, den verursachten Sachschaden, sowie für die Verletzung der Vorschriften des Luftverkehrs haftbar gemacht werden kann.“

Bei der Ausreise aus Ungarn mit dem Flugzeug gibt es eine Besonderheit zu beachten: In Ungarn darfst du deinen Copter nicht mit ins Handgepäck nehmen. Bei der Ausreise aus Ungarn musst du deinen Copter mit dem aufgegebenen Gepäck transportieren.

Zypern

In Zypern darfst du nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen stehen, wenn du eine Drohne steuerst. Zudem ist eine vorherige Registrierung beim Civil Aviation Department notwendig. Falls du Bilder aus der Luft machen möchtest, musst du eine weitere Genehmigung beantragen.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 2 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Keine besonderen Bestimmungen
Maximale Flughöhe: 30 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: Guidance on the operation of drones, Application for aerial photo

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119 Kommentare

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Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern, dass man nie beginnen wird, zu leben.

Marc Aurel