Drohnen-Gesetze in Südamerika

Die Drohnen-Gesetze in Südamerika sind ziemlich schwer in Erfahrung zu bringen. Dieser Artikel ist ein Anlaufpunkt, um alle Informationen zu sammeln.

Für eine bessere Übersicht haben wir die Bestimmungen anschaulich in zwei Südamerika-Karten zusammengefasst: Die erste Karte ist für die private Verwendung von Drohnen und die zweite Karte stellt die Bestimmungen für kommerzielle Drohnen dar.

Legende

  • Grün bedeutet, dass der Einsatz jeweils ohne vorherige Genehmigung im Rahmen der gültigen Bestimmungen erfolgen kann. Wenn du dich außerhalb der Vorschriften bewegen möchtest, kannst du i. d. R. eine Sondergenehmigung beantragen. In einigen Ländern darfst du zwar ohne Genehmigung fliegen, allerdings nur ohne eine montierte Kamera. Diese Länder sind nicht grün – sondern gelb – markiert; da die meisten Piloten sicherlich Film- und Fotoaufnahmen erstellen wollen.
  • Gelb bedeutet, dass du dich bzw. deine Drohne vor dem Fliegen registrieren, eine Genehmigung beantragen oder sogar eine Prüfung bestehen musst. Die Details erfährst du weiter unten.
  • Rot bedeutet, dass das Inbetriebnehmen von Multicoptern generell verboten ist. In diesen Ländern solltest du besonders vorsichtig sein, denn schon am Flughafen kann deine Drohne teilweise nach den Gesetzen beschlagnahmt oder du kannst nur wegen dem Besitz der Drohne verhaftet werden.
  • Grau bedeutet, dass ich keine zuverlässigen Informationen gefunden bzw. ich die Drohnen-Gesetze nicht ausreichend verstanden habe. Falls du hier weiterhelfen kannst, würde ich mich riesig über einen Kommentar freuen!

Bevor du dich mit den Vorschriften in den einzelnen Ländern beschäftigst, solltest du dir auch meinen Artikel zu den internationalen Drohnen-Gesetzen ansehen. Dort liste ich allgemeine Sicherheitsvorkehrungen auf, die du immer beachten solltest, und nenne Tipps zum Umgang mit No-Fly-Areas. Außerdem teile ich hier im Blog auch meine allgemeinen Erfahrungen zum Reisen mit einer Drohne und zeige dir, wie du den perfekten Drohnen-Rucksack findest.

Inhaltsverzeichnis:

Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, EcuadorKolumbien, Panama, ParaguayPeru, Trinidad und TobagoUruguay

Argentinien

In Argentinien ist das Fliegen einer Drohne nur für Privatpersonen erlaubt. Die kommerzielle Nutzung von unbemannten Flugsystemen ist untersagt.

Zu Flughäfen musst du einen Abstand von 5 Kilometern einhalten. Dein Copter darf sich maximal 30 Meter horizontal und 10 Meter vertikal an eine unbeteiligte Person annähern. Flüge über besiedeltem Gebiet oder Menschenansammlungen sind generell verboten. Du musst während des Fluges mindestens 1 Kilometer Abstand zu Siedlungen einhalten. 

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: unbekannt
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: 
Maximale Flughöhe:
122 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV:
unbekannt
Hilfreiche Links:
ANAC

Bolivien

In Bolivien ist das Fliegen einer Drohne offensichtlich erlaubt. Genauere Regulierungen konnte ich jedoch bis jetzt nicht finden.

Hilfreiche Links: Travelhackers

Brasilien

Zuverlässige Angaben konnte ich für Brasilien leider nicht finden. Allerdings wird laut diesem Forumseintrag deine Drohne bei der Einreise nach Brasilien beschlagnahmt.

Chile

In Chile darfst du einen Multicopter nur dann ohne eine Registrierung betreiben, wenn du ausschließlich in unbewohnten Gebieten fliegst. Sonst musst du deine Drohne registrieren lassen.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: unbekannt
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Keine Unterscheidung zwischen privaten und gewerblichen Operationen
Maximale Flughöhe: 122 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: Zusammenfassung für Chile (mit Ansprechpartnern), Reglas del Aire (relevant ist Artikel 91.102), Operaciones de RPAS

Ecuador

In Ecuador ist das Fliegen von Drohnen gestattet. Allerdings müssen bei der Einreise erhebliche Import-Steuern gezahlt werden. Der Kauf eines Copters in Ecuador scheint da günstiger zu sein.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: unbekannt
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: nicht bekannt
Maximale Flughöhe: 122 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV:
Hilfreiche Links: Regularien für Ecuador, Import-Erfahrungen mit Ecuador

Kolumbien

In Kolumbien ist es sehr schwer einen Copter aufsteigen zu lassen. Piloten müssen sich an einer Schule, die bei der Luftaufsicht registriert ist, fortbilden und 40 Stunden Flugpraxis sammeln. Inhalt der Schulungen sind Themen wie Meteorologie, Aerodynamik und Kommunikation im Luftraum. Die Schulungen kosten je nach Schule zwischen 400 und 900 Euro.

Neben der Schulung brauchst du eine Luftfahrt-Haftpflichtversicherung, die eine Schadenssumme von mindestens 1,2 Millionen Euro abdeckt. Während der Drohnenflüge musst du einen Funkempfänger bei dir tragen, um die Luftfahrt-Kommunikation mithören zu können. 5 Kilometer rund um Flughäfen gilt eine Sperrzone, für die jedoch Sondergenehmigungen ausgestellt werden können.

15 Tage vor dem Flug musst du dein Flugmanöver bei der Aerocivil und eine Einzelaufstiegsgenehmigung beantragen. Da die Behörde jedoch aus Personalmangel die Anfragen nicht bearbeiten kann, gilt deine Anfrage als bestätigt, wenn du keine Rückmeldung erhältst. Öffentliche Dienste, Medien und Universitäten können zudem eine dauerhafte Erlaubnis (ähnlich der Allgemeinen Aufstiegsgenehmigung in Deutschland) beantragen.

Hilfreiche Links: Peta Pixel Info Defensa

Panama

In Panama muss jeder Drohnen-Steuerer ein Certificate of Operation beantragen. Wie es scheint, werden Genehmigungen von anderen Staaten anerkannt. Wer eine Genehmigung hat, muss mit seiner Drohne 8 Kilometer Abstand zu Flughäfen einhalten.

Unbemannte Flugsysteme werden in Panama in vier Kategorien eingeteilt: RPA Micro (bis 250g), RPA Pequeña (250g – 25 kg), RPA Liviana (25 – 150 kg) und RPA Pesada (ab 150 kg). Welche Folgen die Einteilung hat, erschließt sich mir bisher nicht.

Hilfreiche Links: AAC: Link zu Vorschriften und Registrierungsformular

Paraguay

Laut einer knappen Antwort der Botschaft von Paraguay in Berlin darf man seinen Multicopter im Land benutzen, jedoch müsse man die Drohne bei der Einreise beim Zoll deklarieren. 

Peru

Der Import einer Drohne ist in Peru nur mit einer Genehmigung vom Ministerio de Transporte y Comunicaciones möglich. Der Antrag muss persönlich vor Ort gestellt werden und wird innerhalb von 5-7 Werktagen bearbeitet.

Bei der Einreise musst du deine Drohne auf dem Zoll-Formular angeben, sonst drohen 250 US$ Strafe. Beim Zoll musst du etwa 18% des Kaufwertes als Kaution hinterlegen, die du bei deiner Ausreise zurück bekommst (als Mehrwertsteuer, falls die Drohne im Land bleibt). Die Rückerstattung am Flughafen dauert 1-2 Stunden. Also bei der Abreise genug Zeit einplanen!

An religiösen Plätzen und auf dem Machu Picchu ist das Fliegen einer Drohne verboten. Hast du es geschafft, die Drohne zu importieren, warten weitere Schwierigkeiten auf dich. Laut Erfahrungen von Fabian (siehe Kommentare) machen viele Polizisten Probleme, sobald du mit deinem Multicopter fliegst. Jedoch haben wir mittlerweile auch von mehreren Personen gehört, dass es keine Schwierigkeiten gibt. Wenn du also einen Tag für Behördengänge in Lima einplanen kannst, dann sollte es möglich sein mit deiner Drohne in Peru zu fliegen.

Hilfreiche Links: Peruvian Times

Trinidad und Tobago

In Trinidad und Tobago werden die Gesetze für den Umgang mit unbemannten Luftfahrzeugen eben erst erarbeitet. Vorübergehend fordert die Luftaufsicht, dass alle Drohnen mit einem Gewicht über 750 Gramm registriert werden müssen. Darüber hinaus gibt es definierte No-Fly-Zones, in denen nicht mit einer Drohne geflogen werden darf.

Hilfreiche Links: CAA zu UAVs

Uruguay

In Uruguay werden Drohnen in drei unterschiedliche Kategorien eingeteilt: Menores (Kleine, bis 25 kg Gesamtgewicht), Medianos (Mittlere, 25 kg – 260 kg), Mayores (Große, über 260 kg). Für uns Copter-Piloten gilt demzufolge die Menores-Einteilung.

Private Dronen-Steuerer müssen sich in dieser Gewichtsklasse nicht registrieren, dürfen maximal 120 Meter über Grund fliegen und müssen Blickkontakt zum Fluggerät haben. Drohnen-Flüge im kontrollierten Luftraum und in der Nähe von Flughäfen sind nur nach Freigabe der Luftaufsicht möglich. 

Generell nicht erlaubt ist die Beförderung von Personen, internationaler Flugverkehr (also Grenzüberschreitungen), Flüge über besiedeltem Gebiet und Menschenansammlungen. 

Wer zu gewerblichen Zwecken in Uruguay mit einem Multicopter aufsteigen möchte, muss sich bei der CAA um eine Genehmigung („Permiso de
Operador de Dispositivo Aéreo Operado a Distancia“) kümmern. Antragsteller müssen eine Luftfahrt-Haftpflichtversicherung nachweisen.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 25 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Erlaubnis von der DINACIA
Maximale Flughöhe: 120 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: DINACIA

Hast du mehr Erfahrungen zum Umgang mit Drohnen in den Ländern Südamerikas? Bitte hinterlasse uns einen Kommentar!

Dir hat der Artikel gefallen? Dann teile ihn doch mit deinen Freunden!
Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on Twitter
29 Kommentare

Was denkst du? Lass es uns wissen!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich bin ein alter Mann und ich habe viel Schreckliches erlebt, doch das meiste davon ist zum Glück nie eingetreten.

Mark Twain