Auf Safari im Yala-Nationalpark

Der Yala-Nationalpark ist der beliebteste Nationalpark in Sri Lanka. Besonders bekannt ist der Park für die große Leoparden-Population. Wie wir es geschafft haben, einen Leoparden wenige Meter vor unserem Jeep zu sichten, erfährst du in diesem Artikel.

Der Startpunkt für einen Besuch im Yala-Nationalpark ist die Kleinstadt Tissamaharama etwa eine Stunde vom Park entfernt. Dort haben wir uns eine Unterkunft gesucht und einen Tour-Guide für die Safari organisiert.

Die Auswahl des richtigen Fahrers

Wenn man einen Leoparden sehen möchte, dann ist der Fahrer der Schlüssel zum Erfolg. Viele Guides haben uns angeboten, eine Runde auf der größten Straße zu drehen. Wichtiger ist es jedoch auch die kleinen Wege abzufahren, um seltene Tiere zu sichten und einzigartige Bilder zu schießen.

Viel Tour-Anbieter prahlen damit, dass sie jeden Tag einen Leoparden sichten würden. Es stellt sich dann aber die Frage, aus welcher Entfernung man das Tier sehen kann. Denn: Sobald ein Fahrer einen Leoparden sichtet, werden andere informiert und die Jeeps rasen in Kolonnen zur Fundstelle. In mehreren Reihen stapeln sich dann die Jeeps. Nur in der vordersten Reihe bekommt man dann etwas vom Tier zu sehen.

Es gibt auch Berichte, dass die Leoparden regelrecht gejagt werden, wenn sie die Flucht vor den Touristenmassen versuchen. Das sollte man natürlich unterlassen und den Fahrer in so einem Fall stoppen!

Lippenbär im Yala NationalparkWir hatten uns vorher etwas schlau gemacht und uns bewusst für Janaka als Fahrer entschieden. Janaka ist ein sehr erfahrener Tour-Guide. Unsere Safari begann 4:30 Uhr an der Unterkunft. Aufgrund der guten Beziehungen von Janaka zu den Mitarbeitern des Nationalparks und des frühen Startes unserer Safari waren wir die allerersten an diesem Tag im Yala-Nationalpark. Schon nach wenigen Minuten im Park überraschte uns ein Lippenbär, der vor uns über die Straße rannte. Lippenbären werden nur sehr selten im Yala-Park gesichtet, da es hier nur noch acht Exemplare gibt.

Janaka bog kurz danach auf eine Seitenstraße ein, um einen Leoparden zu entdecken. Auf dieser Suche begegneten wir einem wilden Elefantenbullen. Nach etwa 30 Minuten wurde schließlich ein Leopard gesichtet und Janaka wurde darüber per Telefon informiert. Bei der nächsten Gelegenheit wendeten wir und schossen durch Schlammlöcher zum Fundort, wo bereits zwei andere Jeeps den Leoparden beobachteten. Die Wildkatze stand keine zehn Meter neben uns. Es war wirklich faszinierend, die Eleganz des Tieres zu bewundern. In diesem Moment hat es sich bezahlt gemacht, auf Janaka zu setzen. Normalerweise bin ich vorsichtig mit solchen Äußerungen, aber wahrscheinlich ist er wirklich der beste Fahrer, den man für den Yala-Nationalpark finden kann.

Neben Leoparden haben wir noch viele andere Tiere entdeckt, die unsere Safari zu einem tollen Erlebnis gemacht haben.

Gesichtete Säugetiere im Yala-Nationalpark

Die meisten Touristen suchen Yala wohl wegen den großen Säugetieren auf. Diese Säuger haben wir entdeckt:

  • Leopard: insgesamt gibt es etwa 25 Leoparden im für Besucher zugänglichen Teil des Nationalparkes
  • Ein Lippenbär: weniger als 10 Lippenbären sind im Nationalpark beheimatet
  • Asiatische Elefanten
  • Wasserbüffel
  • Wildschweine
  • Hanuman-Languren
  • Axishirsche
  • Sambar (auch Pferdehirsch genannt)
  • Mungos: Auch bekannt als die Schlangentöter

Gesichtete Reptilien im Yala-Nationalpark

  • Sumpfkrokodile: Die können übrigens bis zu 40 km/h rennen
  • Bengalenwarane

Nicht entdeckt haben wir Schildkröten und Schlangen.

Gesichtete Vögel im Yala-Nationalpark

In Yala gibt es hunderte Vögel. Zum Teil waren diese so farbenfroh, dass hier erstmals mein Interesse für Vögel geweckt wurde. Gesehen haben wir unter anderem:

  • Fischreiher
  • Schlangenweihe (eine Adlerart)
  • Pfaue: Die gibt es hier in großen Mengen
  • Bienenfresser
  • Buntstorch
  • Löffler: Der Schnabel ist löffelförmig, daher der Name
  • Schlangenhalsvögel
  • Purpurreiher
  • Nachtreiher
  • Hähne: Der Hahn ist das Nationaltier Sri Lankas
  • Pelikane
  • Gelbflechten-Kiebitz

Das sind noch lange nicht alle Vögel, die wir gesehen haben. Zum Beispiel haben wir einen leuchtend gelben Vogel mit schwarzen Kopf gesehen. Leider konnte ich den Namen des Vogels aber nicht bei Google herausfinden.

Ein Besuch im Yala-Nationalpark solltest du einplanen, wenn du in Sri Lanka bist. Es ist ein einmaliges Erlebnis, der Natur so nah zu sein.

Falls du die Safari auch machen möchtest, erreichst du Janaka unter 0094 77 2972639. Wir hatten ihn am frühen Nachmittag am Tag vor der Safari kontaktiert. Die Kosten für eine Halbtagessafari lagen pro Person bei 5.000 Rupien inklusive Abholung an der Unterkunft, Eintrittspreis in den Park, Trinkwasser und etwas Obst als Snack. Der Preis ist etwas höher, wenn man nicht in einer Gruppe bucht. Im Vergleich zu anderen Angeboten, die uns unterbreitet wurden, war er mit einer der günstigsten.

Übernachtungen beim Yala-Nationalpark

Weil bereits in den Kommentaren danach gefragt wurde: Wir haben im Hotel River Front übernachtet, das wir dir wirklich ans Herz legen können. Nur die Safari, die von dem Hotel vermittelt wird, können wir dir aufgrund schlechter Erfahrung anderer Reisenden nicht empfehlen.

Anreise von Ella zum Yala-Nationalpark

Bevor es zum Yala-Nationalpark geht, stoppen viele Reisende im wunderschönen Ella. In Ella kannst du einen Bus für etwa 115 Rupien nehmen. Die Busfahrt ist nicht gerade komfortabel (wir mussten stehen) und kann für schwache Mägen durch die kurvenreiche Strecke eine echte Belastungsprobe werden. Der Bus setzt dich nicht direkt in Tissamaharama ab. Die letzte Etappe musst du mit einem Tuk Tuk zurücklegen (50 Rupien). Sei darauf gefasst, dass die Fahrer dir während der Fahrt zur Unterkunft die Safari verkaufen wollen.

Falls du nicht mit dem Bus fahren möchtest, kannst du dir in Ella auch ein Taxi nehmen. An die Preise kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Fahrer warten in dem Bereich auf Kunden, wo auch die Busse abfahren (etwas südlich der großen T-Kreuzung).

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41 Kommentare

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