Wie ich es geschafft habe, 3 Ängste zu überwinden und wie auch du das schaffen kannst

Seit wir uns zu unserer Weltreise entschlossen haben, hören wir immer wieder, wie mutig wir sind. Und tatsächlich: Am Anfang standen auch Ängste im Raum, die wir überwinden mussten.

Angst ist nach wie vor ein Tabu-Thema. Den meisten fällt es schwer darüber zu sprechen oder zuzugeben, dass man Angst hat. Ich bin da keine Ausnahme. Es gab viele Momente, in denen mich Angst gelähmt hat. Dabei ist Angst auch etwas Gutes. Letztes Jahr gab es drei ganz konkrete Situationen, in denen ich mit Angst umgehen musste. In diesem Beitrag springe ich über meinen Schatten und erkläre, wie ich diese Ängste besiegt habe.

Wie aus Angst das ultimative Freiheitsgefühl entstehen kann

Angst verflogen beim Fallschirmsprung

Achtung Wortwitz: Angst verflogen beim Fallschirmsprung

Ja ich habe es getan! Während unseres Roadtrips in Neuseeland sind wir mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug gesprungen. Aber fangen wir von vorne an. Wir haben uns im Touristen-Center in Taupo die Skydive-Flyer angesehen und dann relativ schnell entschieden, dass wir den Sprung wagen wollen. Direkt nach dem Entschluss ist das Adrenalin durch meine Adern gerast, nach der Buchung war es das aber auch schon. Angst hatte ich nicht, weil mein Kopf gar nicht die Zeit dazu hatte, die möglichen Komplikationen für mich zu durchdenken.

Als wir am nächsten Tag zum Flughafen gefahren sind, waren alle anderen total aufgedreht. Auch ich war angespannt – wie elektrisiert – aber Angst wäre für den Moment der falsche Ausdruck. Es folgte die Einweisung, das Anlegen der Ausrüstung, das Boarding und schließlich der Start des Flugzeugs. Von Angst kaum eine Spur. Doch dann ging die Tür auf und die ersten sind tatsächlich aus dem Flugzeug gesprungen. Man sind die bekloppt! Da geht es echt weit nach unten! Und da war sie – die Angst!

Ehrlich gesagt bleibt einem in dieser Situation nur eins: Tief durch die Nase einatmen, ruhig durch den Mund ausatmen. Als Neulinge haben wir natürlich einen Tandemsprung gemacht und mein Tandempartner hatte die komplette Kontrolle. Ich konnte mich nur auf ihn verlassen. Sobald wir im freien Fall waren, war jede Angst verflogen und ich war von einem extremen Freiheitsgefühl durchflutet.

In diesem Fall habe ich die Angst einfach dadurch bekämpft, indem ich ihr vorher gar keinen Raum eingeräumt habe. Es gab vorher gar nicht die Möglichkeit, dass ich vor Todesangst erstarre. Mit dem Kauf der Tickets war alles eingeleitet und es gab kein Zurück mehr. Nota bene: Einfach mal machen, wenn man Bock darauf hat!

Warum ich Angst vor einem Spielplatz hatte

Es ist dreckig und es tut weh. Als ich mir die ersten Male die Videos von den gängigen Hindernisläufen angeschaut habe, wollte ich das unbedingt auch mal machen. Zack hatte ich mit Kollegen und Freunden ein Team aufgestellt und mein Ticket für den Tough Mudder 2014 am Lausitzring gekauft. Das war etwa ein halbes Jahr vor dem Event.

In den nächsten Monaten haben immer mehr Teammitglieder abgesagt. Mittlerweile war nur noch ein Freund übrig geblieben, der mitgelaufen ist. Alle anderen hatten aus irgendwelchen vorgeschobenen Gründen den Termin abgesagt. Bei den meisten hat vermutlich doch die Angst überhandgenommen.

Ich bin Kampfsportler, kein Läufer. Meine ersten Anläufe bei der Vorbereitung scheiterten schnell. Meine erste Laufrunde war nach weniger als zehn Minuten vorüber. Die nächsten Versuche waren nur geringfügig besser.

Hindernisslauf: Furchtlos und Spaß dabei

Francis beim Hindernislauf 2014: Furchtlos und Spaß dabei

Je näher der Termin rückte, desto mehr Angst habe ich bekommen. Immer wieder habe ich darüber nachgedacht, weshalb ich den Hindernislauf doch noch absagen muss. Dabei war es keine spezifische Angst. Ich wusste gar nicht so richtig, wovor ich mich fürchten sollte. So ist es mir schon mehrfach ergangen. Man hat Angst, weiß aber gar nicht richtig wovor. Das ist mir nie so deutlich geworden wie in der Zeit vor dem Tough Mudder.

Seit dieser Erkenntnis habe ich alle Ausreden hinterfragt: Welche Angst steckt dahinter? Es gab keine begründete Angst und schließlich habe ich den Hindernislauf mitgemacht. Sicherlich eine der besten Entscheidungen, denn so ein Hindernislauf macht unvorstellbar viel Spaß! Es ist einfach nur ein Spielplatz für große Jungs und Mädchen. Wenn wir von unserer Weltreise zurück kommen, werde ich die nächste Herausforderung bei KrassFit annehmen. Wer läuft mit?

Eine Frage, die meine Angst pulverisiert hat

Das letzte Beispiel für diesen Beitrag ist wohl das für mich prägendste. Ich habe meinen Job gekündigt, damit ich einmal um die Welt reisen kann. Den Gedanken trage ich schon lange mit mir herum. Aber ich habe auch sehr lange davor Angst gehabt, meinen Traum zu erfüllen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen meinen Job zu kündigen ohne eine neue Arbeitsstelle zu haben. Mein Traum bedeutete eine unsichere (berufliche) Zukunft und somit hatte ich eine existenzielle Angst. Wie habe ich es trotzdem geschafft, eine Entscheidung zu treffen, die meinen kompletten Lebensstil umkrempelt?

Francis konnte seine Ängste überwinden

Seit 2015 auf Weltreise: Die Angst ist überwunden.

Es gab mehrere Momente, die meine Entscheidung unterstützt haben. Mein tschechischer Sitznachbar auf dem Flug nach Neuseeland hat mir erzählt, dass er aller paar Jahre das Land wechselt und sich dann in einem komplett neuen Job einarbeitet. Wenn man seinen Erzählungen Glauben schenken möchte, war er unter anderem Tauchlehrer auf Hawaii, Marketing-Manager in Kalifornien und Kellner in Berlin. In Neuseeland hat uns ein Arbeiter erzählt, dass er mit jeder neuen Arbeitsstelle auch das komplette Berufsbild wechselt.

Beide Beispiele haben mir anschaulich gezeigt, dass man nicht auf das klassische Modell – wie es in Deutschland vorherrscht – gebunden sein muss. Das hat mich fasziniert. Zum anderen haben mich Reiseblogger wie Patrick Hundt davon überzeugt, dass man auch beim Reisen sinnvoll sein Geld verdienen kann.

Doch der wirklich entscheidende Moment kam beim Lesen des Buches „Die 4-Stunden-Woche“ von Timothy Ferriss. Im Buch stellt er eine einfache Frage:

„Was kann mir im schlimmsten Fall passieren, wenn ich diese eine Entscheidung treffe?“

Durch diese Frage bin ich schnell zu der Einsicht gelangt, dass ich relativ einfach wieder einen Job finden kann, wenn meine Pläne doch nicht aufgehen. Das wäre zwar schade, aber auf alle Fälle habe ich es mal probiert und meinen Traum nicht in der Schublade verwelken lassen. Mein Worst-Case-Szenario sieht also gar nicht so übel aus. Wirklich dramatische Einschnitte habe ich nicht zu erwarten und bis das Worst-Case-Szenario eintritt, habe ich meinen Traum gelebt!

Nach dieser Einsicht war die Kündigung schnell geschrieben.

Auch du kannst deine Angst überwinden

Angst ist gut; zeigt sie doch, dass man nicht komplett verblödet ist. Wahrscheinlich hätten wir ohne Angst schon viel mehr Dummheiten gemacht und es gäbe deutlich weniger Menschen auf dem Planeten. Doch wenn man seine Ziele erreichen will, dann muss man lernen die eigene Angst zu kontrollieren bzw. zu überwinden. Dazu nutze ich folgende Techniken, die du auch für dich übernehmen kannst!

  • Einfach machen: Wenn der Verstand weiß, dass andere gute Erfahrungen mit der gleichen Entscheidung gemacht haben, dann setzt es einfach in die Realität um, bevor sich Angst breit machen kann!
  • Unbestimmte Angst konkretisieren: Früher habe ich Dinge gemieden aus einer Angst, die ich selbst nicht fassen konnte. Wenn man seine Angst nicht erklären kann, dann hat sie auch keine Berechtigung.
  • Worst-Case-Szenario: Was kann mir im schlimmsten Fall nach dieser Entscheidung passieren? Wie wahrscheinlich ist es, dass der Worst-Case eintritt? Kann ich meine aktuelle Situation wieder herstellen? Besonders für einschneidende Entscheidungen geeignet.

Mit diesen drei Punkten habe ich gut gelernt, meine Angst zu zähmen. Welche Techniken wendest du noch an und welche Ängste hast du schon erfolgreich besiegt? Lass es mich bitte in den Kommentaren wissen.

Was denkst du? Lass es uns wissen!

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Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.

Konfuzius