Willkommen auf dem Dach der Welt: Ein Reise-Guide für Ladakh

Ein Kloster in Ladakh

Ein buddhistisches Kloster in Ladakh

Ganz im Norden von Indien liegt Ladakh, eine Region mit faszinierenden Landschaften und einer spannenden Kultur! Zwei Wochen hat uns diese Gegend gefesselt. Heute teilen wir mit dir die wichtigsten Reisetipps für deine Zeit auf dem Dach der Welt!

Das Zentrum Ladakhs liegt in Leh. Hierher fahren alle Jeeps und Busse und auch die Flugzeuge landen hier. Deswegen gehe ich davon aus, dass auch deine Ladakh-Reise in Leh beginnt.

Ankunft

Leh kannst du auf dem Landweg und aus der Luft heraus erreichen. Wenn du dich für den Landweg entscheidest, fährst von Manali aus nach Leh. Die Fahrt über diese Straße ist nervenaufreibend aber auch traumhaft schön. Am liebsten würde ich die Strecke mit dem Motorrad zurücklegen. Westliche Touristen wie wir greifen aber wohl eher auf ein geteiltes Taxi (zweitägige Tour) oder auf einen Minibus (eintägige Tour) zurück. Mehr Details dazu findest du in unserem Artikel über den Manali-Leh-Highway. Für die Hinfahrt empfehle ich dir die zweitägige Reise nach Ladakh mit einer Übernachtung in Jispa. Das gibt dir mehr Zeit zu Akklimatisation.

Die Alternative über den Luftweg ist sicherlich bequemer und beansprucht deutlich weniger Zeit. Die Strecke soll zu den schönsten Flügen der Welt zählen. Ein Deutscher erzählte uns, wie er mit dem Flugzeug durch die Täler unterhalb der Berggipfel geflogen ist. Klingt für mich sehr verlockend. Der Nachteil ist jedoch, dass du mit stärkeren Auswirkungen der Höhenkrankheit rechnen musst, da dein Körper weniger Zeit zur Anpassung an die Höhe hat. Mehr zur Vorbeugung der Höhenkrankheit erfährst du bei a daily travel mate.

Egal für welche Option du dich entscheidest: Wegen der trockenen Luft solltest du drei Dinge in deinem Gepäck haben: Augentropfen, Nasenspray und Lippenbalsam.

Unterkünfte

In Leh gibt es zahllose Unterkunftsmöglichkeiten. Besonders viele günstige Gästehäuser gibt es auf der Changspa-Road (Einzelzimmer ab 300 Rupien). Etwas näher am Zentrum ist die Upper Tukcha Road, wo du auch zahlreiche Zimmer in einer ruhigen Umgebung finden wirst (Doppelzimmer ab 800 Rupien; als Alleinreisender 600 Rupien). Außerdem sind die Ford Road, die Karzoo Road und die Gegend um den Main Bazaar noch gute Anlaufpunkte, um ein Zimmer zu bekommen. Diese Ecken sind allerdings recht laut.

Wenn du mit einem Jeep oder einem Minibus Leh erreichst, dann erreichst du die Stadt spät abends und du solltest deshalb möglichst früh vorab ein Zimmer buchen. Die Internetverbindung in Leh ist sehr unzuverlässig und wenn du erst wenige Tage vorher dein Zimmer buchst, dann kann es passieren, dass deine Buchung noch gar nicht in Leh angekommen ist, weil Leh mal wieder für einige Tage kein Internetzugriff hatte.

Falls du Leh mit dem Flugzeug ansteuerst, dann kommst du am Morgen an und du hast noch genug Zeit, eine Unterkunft zu finden. Eine Reservierung empfiehlt sich aber trotzdem, da du evtl. mit der Höhenkrankheit kämpfen wirst und daher ggf. keine Lust hast, die Straßen abzuklappern.

Erhole dich nach deiner Ankunft in Ladakh ruhig für ein paar Tage. Bevor du dir Gedanken über große Ausflüge machst, muss sich dein Körper erst einmal an die dünne Luft gewöhnen. Plane also keine Aktivitäten, bei denen du dich einer körperlichen Belastung aussetzt!

Sehenswürdigkeiten in Leh

In Leh gibt es eine ganze Menge Aktivitäten, mit denen du deine Ladakh-Reise versüßen kannst. Einige davon haben wir hier aufgelistet:

  • Main Bazaar: Um den Main Bazaar tummeln sich viele Souvenirverkäufer, Restaurants und Geldautomaten.
  • Jama Masjid: Die Freitagsmoschee von Leh wurde 1666-67 erbaut. Sehr viel zu sehen gibt es in der Jama Masjid von Leh allerdings nicht.
  • Altstadt von Leh: Die verwinkelte Altstadt von Leh führt dich zum Palast. Tolle Atmosphäre!
  • Der Palast-Komplex und das Tsempo-Kloster in Leh

    Der Palast und das Tsempo-Kloster von Leh

    Palast-Komplex: Der Leh-Palast ist von fast allen Ecken der Stadt zu sehen. Er wurde nach dem Vorbild des Tibetischen Potala-Palastes in Lhasa (dem früheren Sitz des Dalai Lamas) errichtet und war die Residenz der Ladhaki-Könige. Ich fand es total spannend, mich durch die vielen Räume zu bewegen und den imposanten Palast zu erkunden. Im Palast gibt es eine Ausstellung und einen Tempel. Für deinen Ausflug zum Palast solltest du unbedingt eine Taschenlampe mitbringen, da es in vielen Räumen kein Licht gibt und teilweise Löcher im Fußboden sind.

  • Tsempo-Kloster und Fort: Oberhalb des Palastes befindet sich noch ein Kloster und ein Fort. Von dort oben hast du auch einen fantastischen Ausblick auf die Region. Die vielen Gebetsfahnen werden deinen Fotos einen besonderen Charme verleihen!
  • Shanti-Stupa: Eine kleine Wanderung führt dich zu der 1991 errichteten Shanti-Stupa, die sich aufgrund der japanischen Sponsoren von den anderen Stupas in Ladakh deutlich abhebt. Die Shanti-Stupa sieht man schon von weitem und von hier oben hast du einen wundervollen Blick auf Leh.


my-road.de added 4 new photos — with Francis Markert and Sabrina Herrmann at Shanti Stupa.

Freitag, 10 Juli 2015 7:28 am

Wer bitte kann uns das erklären? Ob das ein Zeichen von #Buddha war?

Gestern sind wir auf einen Hügel geklettert und haben uns dort einen Tempel und eine Stupa angesehen. Als wir darüber nachdachten, wie der #Buddhismus unsere westliche Welt beeinflussen könnte, entdeckten wir über uns dieses Naturphänomen!

Hast du so etwas schon mal gesehen? Wie kann sowas überhaupt entstehen?

mit Sabrina Herrmann und Francis Markert

Photos from my-road.de’s post

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  • Ladakh Sneak Preview: Jeden Tag wird um 16 Uhr im Tso-Kar-Hotel ein Film über Ladakh gezeigt, für den in ganz Leh geworben wird. Allerdings ist der recht langweilig. Kannst du dir sparen!
  • Hall of Fame: Bei Tripadvisor ist diese Ausstellung zwar auf Platz 1 der Aktivitäten in Leh, allerdings liegt das wohl am absurden Nationalismus der Inder (siehe Wagah-Border). Das Museum wird von der indischen Armee betrieben und feiert die „Helden“ des Indisch-Chinesischen Grenzkrieges (1962) bzw. des Kargil-Krieges (1999). Für ausländische Touristen ist das sicherlich nicht sehr spannend.

Noch mehr zu entdecken gibt es in der Umgebung von Leh.

Ausflüge für Ladakh-Reisende

Ab Leh kannst du eine Vielzahl von Ausflügen durch Ladakh buchen. Einen Ausflug solltest du mindestens machen, um Ladakh besser kennen zu lernen. Wir haben uns für das Nubra-Valley und den Pangong-Lake entschieden.

Das Nubra-Tal

Um zum Im Nubra-Valley zu gelangen, musst du zunächst den höchsten befahrbaren Pass der Welt überqueren, den Kardungla-Pass in 5.602 Metern Höhe. Die Aussicht von hier ist der Hammer!

Khardungla-Pass-Hoechster-Pass-der-Welt-Himalaya

Im Nubra-Valley selbst gibt es mehrere Sehenswürdigkeiten:

  • Kloster in Diskit mit der 30 Meter hohen Maitreya-Buddha-Statue, die erst 2010 vom Dalai Lama eingeweiht wurde

  • Die Sanddünen von Hunder, bei denen du auf einem Kamel reiten kannst. Früher verlief hier die Seidenstraße und die Kamele sind die stillen Zeugen dieser Zeit. Außerdem kannst du dich hier im Bogenschießen probieren oder dir eine Ladakhi-Folkshow ansehen.

  • Die heißen Quellen von Panamik waren für uns sehr enttäuschend. Dem dampfenden Schwefelwasser werden heilende Kräfte zugesprochen. Wenn du dein Reuma dort aber nicht auskurieren möchtest, dann wird dich dieses Ausflugsziel enttäuschen.
  • Samstanling-Kloster-Sumur

    Buddha-Statue im Samstanling-Kloster

    Im Samstanling-Kloster in Sumur gibt es viele Tempel zu entdecken. Dazu schließt dir ein Mönch nacheinander die einzelnen Tempel auf. Uns hat der Mönch viel über die Bedeutung der einzelnen Statuen und Gemälde erklärt.

  • In Turtuk gibt es mehrere Attraktionen, die wir leider selber nicht gesehen haben. Dazu zählt die Yul-Moschee, die Tsangzer-Moschee und der Khan-Palast, in dem bis heute noch ein Khan residiert.

Welche Ziele du ansteuerst, ist abhängig von deinem Tour-Anbieter. Die Reisen ins Nubra-Valley dauern 2-3 Tage. Übernachten kannst du vor Ort in Gästehäusern oder auf Camping-Plätzen. Die Preise sind aber vergleichsweise teuer. Das liegt an der schlechten Anbindung des Tals an die Außenwelt. Wir sind die Route mit einem Taxi gefahren, dass wir uns mit drei anderen Touristen geteilt haben. Der Preis ist immer davon abhängig, wie viele Mitreisende du findest. Wir haben für zwei Tage 2.500 Rupien pro Person bezahlt.

Überbewertet: Der Pangong-See

Ein weiterer beliebter Ausflug in Ladakh ist die Fahrt zum Pangong-Lake (bzw. Pangong Tso). Der See liegt etwa fünf Autostunden von Leh entfernt direkt an der Grenze zu China (Tibet) entfernt. Von Leh aus kannst du zwischen einer Tagestour oder einer Fahrt mit Übernachtung am See wählen. Wir entschieden uns für die Tagestour zum Pangong-Lake. Insgesamt fanden wir den See relativ langweilig. Nutze die Zeit lieber für das Nubra-Valley.

Pangong-Lake-Ladakh-Himalaya

Veranstaltungen in Ladakh

Wenn du es einrichten kannst, dann solltest du eines der Kloster-Feste besuchen, bei denen Mönche in aufwändigen Gewändern und farbenfrohen Masken rituelle Tänzer vorführen. Die Termine für diese Feste richten sich nach dem tibetischen Kalender. Folgende Termine gelten für 2015 bis 2017:

  • Klosterfest-PhyangJuli: Dakthog (26.-27.)
  • Oktober: Diskit (10.-11.), Thiksey (29.-30.)
  • November: Chemre (09.-10.)

  • Klosterfest-Phyang-BuddhistenJanuar: Spituk (08.-09.)
  • Februar: Leh (07.-08.), Likir (07.-08.), Yargon (12.-13.), Stok (18.-19.)
  • März: Matho (22.-23.)
  • Mai: Temisgang (22.)
  • Juni: Hemis (14.-15.)
  • Juli: Lamayuru (01.-02.), Karsha (31.), Phyang (31.)
  • August: Karsha (01.), Phyang (01.), Korzok (05.-06.), Dakthog (12.-13.)
  • Oktober: Diskit (28.-29.)
  • November: Thiksey (17.-18.), Chemre (28.-29.)

  • Phyang-KlosterfestJanuar: Spituk (25.-26.)
  • Februar: Leh (24.-25.), Likir (24.-25.),
  • März: Stok (06.-07.), Mathno (11.-12.)
  • Juni: Lamayuru (21.-22.)
  • Juli: Hemis (03.-04.), Karsha (21.-22.), Phyang (21.-22.)
  • August: Dakthog (02.-03.)
  • Oktober: Diskit (17.-18.)
  • November: Thiksey (06.-07.)

Die größeren Festivals finden in den Gompas (=Klöster) in  Hemis, Lamayuru und Thiksey statt. Neben diesen Festen spielen noch das tibetische (09.02.2016) und das Ladakhi Neujahr (11.12.2015 und 29.12.2016) eine wichtige Rolle im Veranstaltungskalender. Leider konnten wir beides nicht miterleben.

Darüber hinaus gelten die regulären indischen Feiertage.

Weitere Aktivitäten in Ladakh

Die Natur Ladakh bietet dir viele Möglichkeiten für Wanderungen. Leider starten diese Trekking-Touren erst bei drei Tagen (tendenziell eher ab sechs Tagen) bis hin zu mehreren Wochen. Da wir nicht mehr genug Zeit in Indien hatten, haben wir selber keine Trekking-Touren gemacht. Falls du zu einem Trekking aufbrechen möchtest, beraten dich die Reisebüros vor Ort.

Die Reisebüros sind auch der ideale Ansprechpartner für dich, wenn du dich beim Rafting austoben oder du dir ein Mountainbike ausleihen möchtest.

Wir haben alle unsere Touren bei Mountain Breath (Upper Tukcha Road, Telefon: +91 729 897 5212) gebucht und haben nur gute Erfahrungen gesammelt.

Auf dem Weg zum Pangong-Lake

Auf dem Weg zum Pangong-Lake

Praktische Reisetipps für deine Zeit in Klein-Tibet

Mönch bei Beerdigungszeremonie

Mönch bei Beerdigungszeremonie

Wegen der großen kulturellen Gemeinsamkeiten zu Tibet wird Ladakh auch oft als Klein-Tibet bezeichnet. Zum Abschluss teile ich noch einige wichtige Reisetipps für diese tolle Region mit dir.

  • Mobilfunk: In Ladakh gehen die Uhren etwas anders. Das ist eigentlich klasse, allerdings bedeutet das auch, dass deine indische SIM-Karte hier nicht funktioniert. Nur Einheimische kommen in Ladakh an eine funktionierende SIM-Karte. Satellitentelefone sind in der Region verboten.
  • Internet: Leh ist miserabel an das Internet angebunden. Es gibt eine Leitung von Srinagar nach Leh. Sobald diese beschädigt wird, geht in Leh nichts mehr. Wir saßen somit eine Woche ohne Internetanbindung in Leh. Ein einziges Internetcafe (Himalaya Internet Cafe) auf dem Main Bazaar hat angeblich Internet über eine Satellitenleitung. Als wir dort waren, ging es allerdings auch nicht. Vielleicht hast du dort ggf. mehr Glück.
  • Innerline Permit: Für Ausflüge in die Grenznahen Gebiete musst du als ausländischer Tourist das Innerline Permit (Kostenpunkt: 500 Rupien) beantragen. Es wird in der Regel für maximal sieben Tage ausgestellt. Bei der Buchung deiner Touren kann der Anbieter diese Genehmigung innerhalb weniger Stunden mit einholen.
  • Sprache: Mit Englisch kannst du dich in Ladakh gut verständigen. Die Einheimischen sprechen allerdings Ladakhi, das vom Tibetischen abstammt. Die wichtigste Vokabel ist zugleich schnell gelernt. Juley bedeutet Hallo, Danke und Tschüss.
  • Erdbeben: Das Erdbeben in Nepal hat in Ladakh keine bemerkbaren Schäden angerichtet. Du kannst also ohne Sorgen hierher reisen. Leider ist die Region bisher vor allem vom Tourismus abhängig und dieses Jahr liefen die Geschäfte bisher schleppend. Also, reise zum Dach der Welt und unterstütze die Region!

Ladakh: Ein beeindruckendes Reiseziel

Buddhistische-Fahnen-Ladakh-HimalayaKlein-Tibet hat wirklich Eindruck bei uns hinterlassen! Es sind nicht nur die gewaltigen Gebirgszüge, die uns nachhaltig beeindrucken. Auch die einzigartige buddhistische Kultur mitzuerleben war für uns ein ganz besonderes Erlebnis. Ladakh war für uns eine perfekte Alternative zum vom Erdbeben zerstörten Nepal und zu Tibet. Gern kommen wir im Winter zurück nach Ladakh, um das Neujahrsfest mitzuerleben und mit etwas Glück den seltenen Schneeleoparden zu entdecken. Wir freuen uns schon jetzt darauf!

Willst du auch nach Ladakh? Welche Fragen sind noch offen geblieben? Oder warst du sogar schon dort? Welche Erfahrungen hast du gesammelt?

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Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.

Friedrich Nietzsche