Drohnen-Gesetze in Afrika

Afrika lockt mit seinen bezaubernden Landschaften immer mehr Drohnen-Piloten an. Leider hält die Gesetzgebung mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Hier versuche ich trotzdem, ein wenig Licht ins Dunkel zu bekommen und kläre über die aktuellen Drohnen-Gesetze in Afrika auf.

Für eine bessere Übersicht haben wir die Bestimmungen anschaulich in zwei Afrika-Karten zusammengefasst: Die erste Karte ist für die private Verwendung von Drohnen und die zweite Karte stellt die Bestimmungen für kommerzielle Drohnen dar.

Legende

  • Grün bedeutet, dass der Einsatz jeweils ohne vorherige Genehmigung im Rahmen der gültigen Bestimmungen erfolgen kann. Wenn du dich außerhalb der Vorschriften bewegen möchtest, kannst du i. d. R. eine Sondergenehmigung beantragen. In einigen Ländern darfst du zwar ohne Genehmigung fliegen, allerdings nur ohne eine montierte Kamera. Diese Länder sind nicht grün – sondern gelb – markiert; da die meisten Piloten sicherlich Film- und Fotoaufnahmen erstellen wollen.
  • Gelb bedeutet, dass du dich bzw. deine Drohne vor dem Fliegen registrieren, eine Genehmigung beantragen oder sogar eine Prüfung bestehen musst. Die Details erfährst du weiter unten.
  • Rot bedeutet, dass das Inbetriebnehmen von Multicoptern generell verboten ist. In diesen Ländern solltest du besonders vorsichtig sein, denn schon am Flughafen kann deine Drohne teilweise nach den Gesetzen beschlagnahmt oder du kannst nur wegen dem Besitz der Drohne verhaftet werden.
  • Grau bedeutet, dass ich keine zuverlässigen Informationen gefunden bzw. ich die Drohnen-Gesetze nicht ausreichend verstanden habe. Falls du hier weiterhelfen kannst, würde ich mich riesig über einen Kommentar freuen!

Bevor du hier startest, solltest du dir auch meinen Artikel zu den internationalen Drohnen-Gesetzen ansehen. Dort liste ich allgemeine Sicherheitsvorkehrungen auf, die du immer beachten solltest, und nenne Tipps zum Umgang mit No-Fly-Areas. Für eine bessere Reise findest du hier unsere Erfahrungen zum Reisen mit einer Drohne und einen Vergleich der besten Drohnen-Rucksäcke.

Inhaltsverzeichnis:

Ägypten, Algerien, Äthiopien, BotsuanaGhanaKenia, Madagaskar, Marokko, Namibia, Ruanda, Simbabwe, Südafrika, Tansania, Uganda

Ägypten

Gleich zu Beginn unserer Liste über die Drohnen-Gesetze habe ich schlechte Nachrichten. Das Besitzen einer Drohne in Ägypten kann schon dazu führen, dass man ins Gefängnis kommt. Das überrascht mich aber aufgrund der politischen Lage in Ägypten nicht.

Hilfreiche Links: Gov.uk, DroneJournalism

Algerien

Einem Leser unseres Blogs wurde in Algerien bei der Einreise die Drohne abgenommen. Nach Informationen der Beamten sind Drohnen in Algerien verboten. Falls du erwischt wirst, drohen sogar Haftstrafen.

Äthiopien

Vor dem Flug wird eine Genehmigung vom Kommunikationsministerium notwendig (50$ für Fotografie und 100$ für die Phantom). Zudem solltest du in Äthiopien wegen der vulkanischen Aktivitäten und den damit verbundenen Unterschieden im Magnetfeld darauf achten, vor jedem Drohnen-Flug den Kompass neu zu kalibrieren.

Maximale Flughöhe: 150 Meter

Botsuana

In Botsuana werden einige Genehmigungen benötigt, um mit einer Drohne fliegen zu können. So muss jeder Copter registriert werden und erhält daraufhin ein Zertifikat. Ausländer benötigen vor der Einreise mit einem Copter nach Botsuana eine Import-Erlaubnis. Zudem darfst du in vielen Gebieten nicht fliegen (z.B. über wilden Tieren, Tourismuseinrichtungen wie Hotels, Nationalparks), wenn du keine spezielle Erlaubnis dafür eingeholt hast.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 7 kg
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge:
unbekannt
Maximale Flughöhe: 
121 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV:
unbekannt
Hilfreiche Links:
Drohnen-Regeln in Botswana

Ghana

Ab September 2016 müssen in Ghana alle Copter-Besitzer ihr Equipment registrieren. Wer noch keine Drohne besitzt oder diese ins Land einführen will, benötigt ebenfalls die Zustimmung durch die Civil Aviation Authority. Vor deiner Reise nach Ghana solltest du dich also bei der CAA melden. Piloten ohne Registrierung können bis zu 30 Jahre ins Gefängnis wandern.

Hilfreiche Links: CAA Ghana, Entwurf neue Regularien, Quartz

Kenia

Hier findest du die aktualisierten Drohnen-Vorschriften für Kenia.

Madagaskar

Seit März 2015 musst du eine Genehmigung beantragen, wenn du eine Drohne in Madagaskar in Betrieb nehmen möchtest. Nur in geschlossenen Räumen darfst du ohne Erlaubnis fliegen.

Hilfreiche Links: ACM: Hinweis, ACM: Beschluss

Marokko

Seit März 2015 hat die Regierung den Import von Drohnen wegen Sicherheitsgründen verboten. Firmen dürfen Drohnen in Marokko nur mit einer Sondergenehmigung nutzen. Der private Gebrauch ist jedoch vollständig untersagt.

Hilfreiche Links: Morocco World News

 

Namibia

Laut einer Meldung aus dem Mai 2015 werden neue Gesetze gerade erlassen. Bis dahin gilt eine maximale Flughöhe von 150 Fuß.

In Nationalparks ist das Fliegen mit einem Copter nicht gestattet. Damit soll die Wilderei eingedämmt werden. Die Ranger verlangen Bußgelder, wenn du trotzdem mit deiner Drohne aufsteigst.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: unbekannt
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: unbekannt
Maximale Flughöhe: 45 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: allAfrica

Ruanda

Alle Drohnen müssen in Ruanda vor dem Flug registriert werden. Diese Registrierung kann aber nur von Staatsbürgern vorgenommen werden. Falls du also vorhast, in Ruanda mit deinem Copter zu fliegen, dann benötigst du einen lokalen Ansprechpartner, auf dessen Namen die Drohne registriert wird. Alle weiteren Bestimmungen sind sehr transparent auf der Website der Rwanda Civil Aviation Authority erläutert. Zu den Auflagen zählen die maximale Entfernung zwischen Piloten und Drohne von 300 Metern und die Kennzeichnungspflicht des UAV.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 25 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge:
 keine Unterscheidung zwischen privater und gewerblicher Nutzung
Maximale Flughöhe:
 unbekannt
Frequenzbestimmungen für FPV:
 unbekannt
Hilfreiche Links:
FAQ zum Betrieb von Drohnen in Ruanda

Simbabwe

Meines Wissens ist Simbabwe gerade in der Gesetzgebung. Nichtsdestotrotz wurde bisher bekannt, dass Multicopter bei den Behörden registriert werden müssen.

Hilfreiche Links: Techzim

Südafrika

In Südafrika darfst du maximal 50 Meter an Personengruppen heran fliegen. Zu Flughäfen ist ein Abstand von 10 Kilometern einzuhalten.

Maximales Gewicht der Drohne für private Flüge: 7 Kilogramm
Bedingungen für kommerzielle Drohnen-Flüge: Für kommerzielle Flüge müssen extrem viele Auflagen erfüllt werden. Schau dir am besten den unten stehenden Link an. In der rechten Seitenspalte sind viele weitere Informationen verlinkt.
Maximale Flughöhe: 45 Meter
Frequenzbestimmungen für FPV: unbekannt
Hilfreiche Links: SACAA

Tansania

Der Import von Drohnen ist in Tansania gestattet. Jedoch ist das Überfliegen von Nationalparks nicht gestattet.

Hilfreiche Links: TANAPA

So wie es aussieht, fallen die Drohnen-Gesetze in Afrika sehr konservativ aus. In vielen Ländern gibt es allerdings noch gar keine Regulierung bzw. ist die für Ausländer nicht transparent nachvollziehbar. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Vorschriften in der Zukunft lockern werden.

Uganda

In Uganda benötigt man eine Fluggenehmigung, die drei Monate vorher angemeldet werden muss. Wenn du ohne diese Genehmigung anreist, wird dir die Drohne am Flughafen abgenommen und bis zu deiner Abreise aufbewahrt.

Hast du schon Erfahrungen mit einer Drohne in Afrika gesammelt? Dann erzähle uns davon in den Kommentaren!
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