Drohnen-Gesetze in Dänemark

In diesem Artikel beleuchten wir die aktuelle Rechtslage für die Nutzung von Drohnen in Dänemark.

Dänemark ist die Gesetzgebung für Multicopter anders angegangen als die meisten anderen Länder. In Dänemark unterteilen sich die Vorschriften anhand des Einsatzgebietes in bebaute und unbebaute Gebiete.

Zu den bebauten Gebiete zählen alle Areale, die zum Wohnen, zur Freizeitgestaltung oder für gewerbliche Zwecke genutzt werden. Als Beispiele für bewohnte Gebiete nennt dänische Luftfahrtbehörde u.a. Sporthallen, Zeltplätze, Häfen und Industrieanlagen. Auch Parks, Strände und andere Flächen, die direkt mit einem bewohnten Gebiet verbunden sind, müssen zu diesem Gebiet dazu gezählt werden.

Drohnen-Flüge in bebauten Gebieten sind nur mit einer Drohnen-Lizenz für einen gewerblichen Zweck erlaubt. Damit können solche Manöver nur nach einer Schulung in Dänemark durchgeführt werden. Somit dürfen Hobby-Piloten nur in unbebauten Regionen ihre Drohne aufsteigen lassen. 

Welche Vorschriften dann beim Fliegen eines Multicopters zählen, hängt u.a. vom Gewicht des Fluggerätes ab. Aktuell wird in zwei Gewichtsklassen unterschieden:

  • Mikro-Drohne: Drohnen mit einem Gewicht bis 250 Gramm und einer maximalen Fluggeschwindigkeit von 50 km/h.
  • Kleine Drohne: Multicopter mit einem Gewicht von mehr als 250 Gramm und weniger als 25 Kilogramm

Die am weitesten verbreiteten Drohnen wie die DJI Mavic Air oder die DJI Spark fallen also in die Kategorie der Kleinen Drohnen.

Registrierung ist in Dänemark Pflicht

Mit Ausnahme der Mikro-Drohnen müssen alle Multicopter in Dänemark registriert werden (hier in englischer Sprache möglich). Die Kosten für die Registrierung betragen 20 dänische Kronen (etwa 2,60 Euro) und können mit einer Kreditkarte beglichen werden. Nach der Registrierung erhälst du eine Registrierungsnummer, die du zusammen mit deinem Namen und deiner Telefonnummer an der Drohne angebracht werden muss.

Zusätzlich zur Registrierung musst du noch einen Onlinetest (Drone Awareness Accreditation) bestehen, mit dem du deine Fähigkeiten bzw. dein Wissen über die Rechtslage nachweist. 

Vorschriften für Drohnen-Piloten in Dänemark in der Übersicht

Nachdem du dich in Dänemark als Drohnen-Pilot registriert und deine Fähigkeiten nachgewiesen hast, musst du dich an die folgenden Auflagen halten.

Maximale Flughöhe: Die maximale Flughöhe in Dänemark beträgt 100 Meter über Grund in ländlichen Regionen. In Städten gilt ein Limit von 120 Metern.

Maximale horizontale Entfernung und FPV:  Flüge sind grundsätzlich nur in Sichtweite erlaubt. 

Versicherungspflicht: Für Dänemark benötigst du eine im Land gültige Drohnen-Versicherung, die für eventuelle Schäden Dritter aufkommt. Die Police muss Schäden von mindestens 900.000 Euro abdecken. 

Maximales Abfluggewicht (MTOW): Drohnen dürfen in Dänemark bis zu einem Gewicht von 25 Kilogramm gestartet werden. Ab 7 Kilogramm Aufstiegsmasse gilt ein Mindestalter von 16 Jahren. 

Abstand zu Flughäfen: 5 Kilometer Abstand muss zu Flughäfen eingehalten werden. Zu Militärflughäfen gilt sogar ein Mindestabstand von 8 Kilometern. 

Andere Sicherheitsabstände: In Dänemark wurde eine ganze Reihe an Sicherheitsabständen definiert.

  • 50 Meter zu bemannten Schiffen, Booten und Offshore-Anlagen (gilt nicht für Mikro-Drohnen). 
  • 50 Meter zu unbeteiligten Personen (gilt nicht für Mikro-Drohnen). 
  • 100 Meter zu Gebäuden ohne Einwilligung der Verfügungsberechtigten (gilt nicht für Mikro-Drohnen).
  • 150 Meter zu Regierungsgebäuden, Botschaften, Polizeidienststellen, Gefängnissen, Bewährungshilfeeinrichtungen, Militäranlagen und ähnlichen Einrichtungen. 
  • 150 Meter zu Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften.
  • 150 Meter zu öffentlichen Hauptverkehrsstraßen und bebautem Gebiet (gilt nicht für Mikro-Drohnen).

Flugverbote: Flüge über dicht bebautem Gebieten – dazu zählen auch Campingplätze –  sind nur für gewerbliche Piloten erlaubt. Flugbeschränkungsgebiete können in dieser Karte nachgesehen werden.

Fluggenehmigungen: In allen Gewichtskategorien musst du eine Drohnen-Lizenz bei der Danish Transport and Construction Agency beantragen, wenn du in bebautem Gebiet fliegen möchtest. Für die Genehmigung musst du an einem Kurs teilnehmen, Tests bestehen und eine Praxis von 24 Flügen mit 4 Stunden Flugzeit im letzten Jahr nachweisen.

Betriebszeiten: Nachtflüge in besiedeltem Gebiet sind nur mit spezieller Erlaubnis gestattet. In der Natur sind Nachtflüge mit entsprechender Beleuchtung jedoch erlaubt.

Besonderheiten: Für Flüge in bebauten Regionen ist ein Mindestalter von 18 Jahren vorgeschrieben. Außerdem müssen solche Manöver in einem Flugbuch dokumentiert und mindestens 2 Jahre aufbewahrt werden. Drohnen-Nutzer, die jünger sind als 12 Jahre, müssen von einer älteren Person beaufsichtigt werden.

Vorschriften für gewerbliche Piloten: Gewerbliche Piloten müssen sich bei einem akkreditierten Unternehmen weiterbilden. Von diesen Schulungsunternehmen erhältst du dann eine Art Drohnen-Führerschein. Zugelassene Stellen sind hier aufgelistet.

Gut zu wissen: Auch wenn Grönland und die Faröer Inseln zu Dänemark gehören, gelten die in diesem Artikel beschriebenen Regeln noch nicht für diese Gebiete. Aktuell sind noch diese Vorschriften aus 2004 für diese Regionen rechtsverbindlich. 

Hilfreiche Links: Regeln für unbebaute Regionen

Die hier aufgelisteten Drohnen-Regeln für Dänemark haben wir nach bestem Wissen recherchiert. Die Richtigkeit der Angaben können wir leider nicht garantieren. Wenn du auf Nummer sichergehen willst, dann kontaktiere die dänische Luftfahrtbehörde. Alternativ kannst du auch bei der dänischen Botschaft in Deutschland um weitere Informationen zu den Vorschriften bitten. Hinterlasse uns bitte einen Kommentar, wenn du Neuigkeiten erfährst und/oder selber Erfahrungen mit deinem Copter in Dänemark gesammelt hast!

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