Drohnen-Gesetze in Italien

In Italien sind die Vorschriften sehr strikt. Schon private Copter-Piloten müssen eine Autorisierung bei der Luftfahrtbehörde Ente Nazionale per l’Aviazione Civile (ENAC) einholen, wenn sie auf öffentlichem Grund mit einer Kamera-Drohne fliegen wollen. Dazu heißt es in den Bestimmungen Art. 35 Abs. 7: 

„Model aircraft operating over public areas shall not have installed any device/system which enables it to be used for specialised operations.“

Als Specialised Operations sind zuvor u.a. Flüge zum Fotografieren und Filmen aufgeführt. Multicopter, die mit einer Kamera ausgestattet sind, müssen also auf jeden Fall bei der ENAC angemeldet werden. Damit ist es für Touristen beinahe unmöglich, Urlaubserinnerungen mit der Drohne einzufangen.

Maximale Flughöhe: In Italien liegt die maximale Flughöhe für private Drohnen-Operationen bei 70 Metern und für kommerzielle Copter-Flüge bei 150 Metern.

Maximale horizontale Entfernung und FPV: In Italien gibt es eine Beschränkung, wie weit sich eine Drohne vom Piloten entfernen darf. Dieses Limit liegt für privaten Piloten bei 200 Metern und für gewerbliche Piloten bei 500 Metern.

Versicherungspflicht: Für Italien ist eine Drohnen-Haftpflichtversicherung notwendig, die Schadenssummen von mindestens 750.000 Euro abdeckt.

Maximales Abfluggewicht (MTOW): 25 Kilogramm ist die Gewichtsobergrenze für private Piloten.

Abstand zu Flughäfen: Drohnen müssen mindestens 5 Kilometer Abstand zu Flughäfen einhalten.

Andere Sicherheitsabstände: Private Drohnen-Flieger dürfen nur in unbebautem Gebiet starten und müssen genügend Abstand zu Gebäuden einhalten.

Flugverbote: In der italienischen Hauptstadt galt das gesamte Jahr 2016 ein Flugverbot für Multicopter. Ein Leser unseres Blogs wusste davon nichts und wurde unter Terror-Verdacht festgenommen, weil er in Rom mit seinem Copter geflogen ist. Auch Zeitungen berichten immer wieder von Festnahmen an großen Sehenswürdigkeiten wie z.B. am Kolloseum oder im Vatikan. Ob das Verbot auch 2017 weiterbesteht, kann ich nicht sagen. Daher würde ich dir dringend empfehlen, dich vorab bei den Behörden (z.B. bei der Polizei oder dem Magistrat) zu informieren. 

In Venedig und den dazugehörigen Inseln gilt ein generelles Flugverbot. 

Betriebszeiten: Drohnen-Flüge sind generell nur bei Tageslicht erlaubt. Genehmigungen für Nachtflüge können beantragt werden.

Vorschriften für gewerbliche Piloten: In Italien ist je nach Gewichtskategorie ein Schulungsnachweis, Zertifizierung und ein Gesundheitszeugnis notwendig.

Gut zu wissen: Frequenzbestimmungen für FPV auf 2,4 GHz und 5,8 GHz mit maximal 100mW möglich.

Hilfreiche Links: Englische Übersetzung der italienischen Bestimmungen

Die hier aufgelisteten Drohnen-Regeln für Italien haben wir nach bestem Wissen recherchiert. Die Richtigkeit der Angaben können wir leider nicht garantieren. Wenn du auf Nummer sichergehen willst, dann kontaktiere die italienische Luftfahrtbehörde. Alternativ kannst du auch bei der italienischen Botschaft in Deutschland um weitere Informationen zu den Vorschriften bitten. Hinterlasse uns bitte einen Kommentar, wenn du Neuigkeiten erfährst und/oder selber Erfahrungen mit deinem Copter in Italien gesammelt hast!

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