Drohnen-Gesetze in Kroatien

Drohne fliegen in Kroatien

Die Gesetzeslage in Kroatien ist für Drohnen-Piloten ziemlich umständlich. In diesem Beitrag erklären wir dir, welche Auflagen du beachten musst.

Seit Dezember 2018 gelten neue Regeln in Kroatien. Maßgeblich für die Beurteilung eines Drohnenfluges ist nun das Gewicht des Fluggerätes, die Fluggeschwindigkeit sowie der geplante Flugort. Folgende Kategorien wurden eingeführt:

  • Kategorie A: Darunter fallen alle Drohnen mit weniger als 250 Gramm Aufstiegsgewicht und einer maximalen Geschwindigkeit von weniger 19 m/s.
  • Kategorie B1: In diese Gruppe fallen Drohnen mit einer Masse ab 250 bis einschließlich 900 Gramm und einer maximalen Geschwindigkeit mit weniger als 19 m/s. Zur Kategorie B1 zählen u.a. die DJI Spark und die DJI Mavic Pro.
  • Kategorie B2: In diese Kategorie fallen unbemannte Fluggeräte mit einer Masse von weniger als fünf Kilogramm. Die Fluggeschwindigkeit spielt ab Kategorie B2 keine Rolle mehr. Vertreter der Kategorie B2 sind die DJI Mavic Air, die DJI Mavic 2 Pro/Zoom und die DJI Phantom 4.
  • Kategorie C1 und C2: In diese Kategorien fallen Drohnen mit einer Startmasse ab fünf Kilogramm. Da diese kaum verbreitet sind, gehe ich hier nicht weiter auf diese Kategorien ein.

Gut zu wissen: Bei der Beurteilung der Geschwindigkeit ist nicht die tatsächlich geflogene Geschwindigkeit relevant, sondern die laut Herstellerangaben maximal mögliche Geschwindigkeit.

Brauche ich eine Flug-Erlaubnis für meine Drohne in Kroatien?

Im unkontrollierten Luftraum benötigst du innerhalb der Kategorien A und B1 keine Einzelerlaubnis für dein Flugmanöver. Nichtsdestotrotz benötigst du immer eine Erlaubnis, wenn du Videos oder Fotos mit deiner Drohne aufnehmen möchtest. Mehr zur kroatischen Foto-Erlaubnis findest du am Ende des Artikels.

Je nach Kategorie sind die verschiedene Manöver erlaubt, wie du der nachstehenden Tabelle entnehmen kannst. Bei abweichenden Flugmanövern benötigst du die Erlaubnis der kroatischen Luftfahrtbehörde (CCAA).

Kategorie Zeit Mindestalter Fluggebiete
A Tag und Nacht Besiedeltes und unbesiedeltes Gebiete
B1 Nur bei Tageslicht 14 Jahre Nur unbesiedeltes Gebiet
B2 Tag und Nacht 16 Jahre Besiedeltes und unbesiedeltes Gebiete
C1 Nur bei Tageslicht 18 Jahre Nur unbesiedeltes Gebiet
C2 Tag und Nacht 18 Jahre Besiedeltes und unbesiedeltes Gebiete

In Kategorie B1 können auch jüngere Menschen die Drohne steuern, solang sie von einer volljährigen Aufsichtsperson überwacht werden.

Für die Kategorien B2 und C1 muss eine Registrierung deiner Drohne erfolgen. Dazu füllst du das Formular FOD-FRM-005 aus und schickst es im Original an folgende Adresse:

Hrvatska agencija za civilno zrakoplovstvo, Odjel letačkih operacija
Ulica grada Vukovara 284
10000 Zagreb
Hrvatska

Pro Registrierung fällt eine kleine Bearbeitungsgebühr von 20 Kroatischen Kuna an (knapp 3 Euro).

Für Flugvorhaben in den Kategorien B2, C1 und C2 ist immer eine Verkehrsfreigabe von der Flugsicherung Croatia Control erforderlich.

Unabhängig von der Kategorie sind Drohnenflüge immer nur innerhalb der Sichtweite erlaubt. Bei Drohnen-Aktivitäten zu Zwecken der Freizeitbeschäftigung dürfen FPV-Flüge durchgeführt werden.

Flughöhen und Mindestabstände in Kroatien

Im unkontrollierten Luftraum dürfen Drohnen bis zu 120 Meter über Grund fliegen. Im kontrollierten Luftraum (i.d.R. rund um Flughäfen) darf deine Drohne bis zu 50 Meter aufsteigen, solang du einen Mindestabstand von fünf Kilometern zum Flughafen berücksichtigst. Die in der Vergangenheit angewandte 79-Joule-Regel spielt keine Rolle mehr.

Neben der maximalen Flughöhe sind auch Mindestabstände zu unbeteiligten Personen definiert.

Zu Menschenansammlungen gilt es, einen Abstand von 50 Metern zu wahren. Eine Gruppe wird als Menschenansammlung eingestuft, wenn Personen auf einem engen Raum befinden und einer nähernden Drohne nicht ausweichen können. Im Rechtstext sind u.a. Konzerte und Demonstrationen als Beispiele genannt.

Neben den Menschenansammlungen gelten auch für Einzelpersonen spezielle Mindestabstände. Grundlegend gilt die 1:1-Regel. Das bedeutet, dass deine aktuelle Flughöhe dem einzuhaltenden Mindestabstand entspricht. Sollte deine Drohne also in 60 Metern Höhe schweben, musst du auch eine horizontale Distanz von 60 Metern zu Passanten berücksichtigen. Bei einer Fluggeschwindigkeit bis 3 m/s darf dieser Sicherheitsabstand niemals weniger als 5 Meter betragen (bei höheren Geschwindigkeiten 30 Meter).

Sonstige Auflagen für Drohnen-Piloten in Kroatien

Neben den bereits erläuterten Regeln gibt es noch weitere Vorschriften, die du als Multicopter-Pilot einhalten musst.

In aller erster Linie zählt dazu, dass du eine in Kroatien gültige Drohnen-Versicherung abschließen musst, die für eventuell auftretende Schäden Dritter aufkommt. Einen Nachweis dieser Versicherung solltest du (möglichst in englischer Sprache) immer bei dir führen.

Außerdem erfordert das kroatische Recht, dass du deine Drohne mit einer Plakette versiehst, auf der Name, Adresse und Kontaktmöglichkeiten (Telefon, Mail-Adresse) zu finden sind. Diese Informationen können in den meisten Fällen mit einem Aufkleber angebracht werden. Eine feuerfeste Kennzeichnung ist erst ab einer Startmasse von 5 Kilogramm (Kategorien C1 und C2) vorgeschrieben.

Sind Luftaufnahmen in Kroatien erlaubt?

Die bisher beschriebenen Regeln beziehen sich allein auf das Fliegen einer Drohne in Kroatien. Willst du jedoch Luftaufnahmen mit deiner Drohne erstellen, dann benötigst du zusätzlich eine Genehmigung von der State Geodetic Administration (SGA, Kontakt über [email protected]). Die Anträge wurden in der Vergangenheit sehr unterschiedlich behandelt und es war bisher nicht ersichtlich, nach welchen Kriterien die Zustimmung der Behörde erfolgte. Im März 2019 wurde dann ein Erlass beschlossen, der das Anfertigen von Luftaufnahmen nur in einem sehr begrenzten Rahmen zulässt. Nur wenn Drohnen-Aufnahmen auf dem eigenen Grundstück zur privaten Verwendung angefertigt werden, kann dafür eine Erlaubnis erteilt werden.

Damit ist es Urlaubern in Kroatien verboten, Aufnahmen mit einer Kamera-Drohne zu erstellen.Mehrere Leser unseres Blogs haben in den Kommentaren bereits über entsprechende Antworten der SGA berichtet.

Berechtigte Anträge zu gewerblichen Zwecken bei der SGA werden z.T. mit dem Verteidigungsministerium und der Flugsicherung abgesprochen. Die Bearbeitungszeit kann daher bei deutlich mehr als vier Wochen liegen. Ich empfehle dir also, die gesamten Genehmigungen bereits ein viertel Jahr im Voraus einzuholen. Für den Antrag bei der SGA musst du nachweisen, dass du in deinem Heimatland bereits als Fotograf tätig bist.

Überblick: Drohnen-Gesetze in Kroatien

Drohnen zum Freizeitgebrauch erlaubt? Ja, nach Registrierung oder Genehmigung
Gewerbliche Nutzung von Drohnen erlaubt? Ja, nach Registrierung oder Genehmigung
Maximale Flughöhe:120 Meter (393,7 Fuß) im unkontrollierten Luftraum.
Ist eine Drohnen-Versicherung erforderlich? Ja, für private und gewerbliche Drohnen-Flüge. Wir empfehlen diese Drohnen-Versicherungen.
Benötigen Drohnen eine Kennzeichnung?Ja. Du musst an deinem Copter eine Plakette mit Name, Adresse und Kontaktmöglichkeit anbringen.
Drohnen-Plaketten können hier bestellt werden
Müssen Drohnen registriert werden? Ja.

In den Kategorien ab B2 benötigst du eine Fluggenehmigung. Wenn du Luftaufnahmen anfertigen möchtest, brauchst du zudem eine Foto-Erlaubnis (egal in welche Kategorie deine Drohne fällt).

Halte Abstand zu Flughäfen
Respektiere die Privatsphäre anderer Personen
Kontakte

State Geodetic Administration: [email protected]

Hilfreiche Links:CCAA
Luftraum-Karte

Die hier aufgelisteten Drohnen-Regeln für Kroatien haben wir nach bestem Wissen recherchiert. Die Richtigkeit der Angaben können wir leider nicht garantieren. Wenn du auf Nummer sichergehen willst, dann kontaktiere die kroatische Luftfahrtagentur. Alternativ kannst du auch bei der kroatischen Botschaft in Deutschland um weitere Informationen zu den Vorschriften bitten. Hinterlasse uns bitte einen Kommentar, wenn du Neuigkeiten erfährst und/oder selber Erfahrungen mit deinem Copter in Kroatien gesammelt hast!

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Über den Autor

Hey, ich bin Francis – Weltenbummler, Blogger und Drohnenpilot. Seit Januar 2015 reise ich mit Bina um die Welt. Immer im Gepäck ist eine Kamera-Drohne, mit der wir die schönsten Plätze aus der Luft festhalten. Auf unserem Blog teilen wir mit dir die besten Tipps für deine nächste Reise. Hast du noch Fragen zu diesem Artikel? Dann schreibe uns doch in den Kommentaren!

Diskussionen zum Thema

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  • Andreas | 13.05.2019

    Hallo,

    Möchte genau wissen, ob in Kroatien die Drohne erlaubt?

    ja, nach Registrierung oder Genehmigung.

    Oder

    steht aber auch:

    „Damit ist es Urlaubern in Kroatien verboten, Aufnahmen mit einer Kamera-Drohne zu erstellen.“

    Ist wirklich verboten?

    Vielen Dank für die Bemühungen!

    Vg Andi

    • Claus | 13.05.2019

      Die Antwort hast du doch schon selbst geschrieben:

      Drohnen selbst (und das Fliegen der Drohne) sind je nach Registrierung erlaubt.
      Foto- und Videoaufnahmen per Drohne sind für Urlauber verboten.

      Man bemerke die feinsinnige Differenzierung zwischen „Fliegen“ und „Filmen“

      Grüße
      Claus

      • Claus | 13.05.2019

        Sorry, kleine Korrektur – habe eine noch feinsinnigere Differenzierung vergessen ;-)

        Foto- und Videoaufnahmen per Drohne sind für westeuropäische Urlauber verboten.

        Sorry der musste sein, war gerade wieder unten und immer noch das selbe Bild: überwiegend gesetzestreue Westeuropäer (wenn nicht wissend, dann zumindest immer einsichtig) und die lieben Osteuropäer die sich einfach einen Dreck um die Gesetzeslage scheren ….

  • Timo | 15.05.2019

    Hab mir die satzung mal durchgelesen. würde gerne mal wissen wo ihr den abschnitt gefunden habt wo steht das man als urlauber keine aufnahmen machen darf. Die neuste Satzung beinhaltet einen Paragraphen indem steht :
    „Diese Verordnung gilt nicht für Aufnahman aus der Luft, die von unbemannten Luftfahrzeugen ausschließlich zum Zweck der persönlichen Bedürfnisse des Eigentümers oder Benutzers des Grundstückes und / oder des Gebäudes und werden nicht zum Zweck der Aufzeichnung gemäß Artikel 4 Absatz 2 dieser Verordnung durchgeführt.“
    Im Artikel 4 geht es um Industrie Gebäude ect. die ich im Urlaub ja nicht Filmen will.
    Dementsprechend könnte man z.B. einen Campingplatz Betreiber um Erlaubnis bitten.
    Wenn man sich auf seinem Boot selber filmt und keine Veröffentlichung plant sollte es keine Probleme geben. Da hat keiner was dagegen. Wichtig sind die Menschen die zuviel Nachtrichten schauen und denken das alles was mit Drohnen zu tun hat verboten ist. Diese Menschen werden immer Ärger machen selbst wenn man in seinem eigenen Garten fliegt!

    • Flo | 15.05.2019

      Hallo Timo, hast Du den Link zu dieser Verordnung? Das würde ja auch bedeuten, das man gar keine Genehmigung zum filmen benötig wenn ich nicht auf Privatgrund fliege? Beispielsweise in der Steppe oder (wie Du ja schon sagtest) über dem Meer.

  • Flo | 15.05.2019

    Hallo Timo,

    Hast Du den Link zu dieser Satzung? Das würde ja (nach meiner Interpretation) bedeuten ich brauche keine Genehmigung zum filmen in der Steppe, den Bergen oder über dem Meer, weil das keine Privatgrundstücke mit Eigentümer sind. Ich fliege und filme wenn sowieso nur ausserhalb von Privatgrundstücken.

  • Timo | 15.05.2019

    Natürlich zählt das Land bzw das Meer als eigentum Kroatiens. Man müsste sich also beim Staat die erlaubnis einholen. Aber… jetzt kommts in dieser Satzung geht es nur um Wirtschaftliche oder Wissenschaftliche aufnahmen. Private aufnahmen werden nur in diesem abschnitt erwähnt. Datenschutz ist und bleibt innerhalb der eu datenschutz! aufnahmen von fremden sollte man nicht machen.(wenn man in 150m über jemanden hinweg fliegt wir es schwer gesichter zu erkennen) natürlich kann i wo mal einer rum stehen man darf die sachen nur nicht veröffentlichen oder man bekommt die schriftliche erlaubnis von demjenigen. die gesetze die wir in deutschland haben sollte man dort auch einhalten. (nicht über dichtbesiedeltes gebiet oder menschen ansammlungen ect)

  • Timo | 15.05.2019

    habe eine online übersetzung an die betreiber dieser seite gemailt und evt laden sie die pdf ja mal hoch dann könnt ihr alle mal rein schauen.

  • Thomas | 19.05.2019

    Servus miteinander
    auch ich möchte dieses Jahr wieder mit meiner Mavic Air in Kroatien fliegen und hätte dazu noch kleine Fragen:
    1. wird das Formular FOD-FRM-005 nicht mehr erst per Mail voraus geschickt sondern direkt per Post?
    2. wie wird denn die Gebühr gezahlt? muss man diese überweisen oder steckt man die 3 Euro da in den Briefumschlag?
    3. Meine Mavic Air ist ja leider in der Kategorie B2, und dabei ist ja eine Verkehrsfreigabe von der Flugsicherung Croatia Control erforderlich. Muss ich da vor jedem Flug bei der Flugsicherung anrufen und nachfragen?

    Danke schon mal im Voraus für eure Unterstützung

    Gruß Thomas

  • Mike | 19.05.2019

    Hallo Thomas,

    zu Punkt 1: per Post schicken!

    zu Punkt 2: per Überweisung
    Ich hatte einen 5€ Schein in den Brief rein getan, der ist aber „komischerweise nie angekommen“ (haha). Kann ich verkraften ;-)
    Es wird nur eine „offizielle“ Überweisung akzeptiert.

    zu Punkt 3:
    Dszu kann ich leider nichts sagen.

    Gruß Mike

  • Timo | 23.05.2019

    Zu Punkt 3… per App

    Amc Portal Mobile

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