Drohnen-Gesetze in Kroatien

Die Gesetzeslage in Kroatien ist für Drohnen-Piloten ziemlich umständlich.

Es gibt – ähnlich wie bei den Drohnen-Gesetzen in Österreich – eine Unterteilung der Fluggebiete gemäß der Besiedlung.

  1. Klasse I: Gebiete ohne erhöhte Strukturen oder Einrichtungen oder Menschen, mit Ausnahme der Crew, die zum Steuern des Copters erforderlich ist.
  2. Klasse II: Gebiet mit landwirtschaftlichen Nebengebäuden oder -strukturen, die nicht für Aufenthalte von Personen bestimmt sind. Es ist erlaubt, dass sich Menschen gelegentlich durch das Fluggebiet bewegen (z.B. Radfahrer, Fußgänger, etc.).
  3. Klasse III: Gebiet mit Gebäuden oder Anlagen, die hauptsächlich für Wohn-, Geschäfts- oder Freizeitzwecke bestimmt sind (Wohngebäude und Häuser, Schulen, Büros, Sportanlagen, Parks, etc.).
  4. Klasse IV: Urbane Zone (Zentrum von Städten oder andere Siedlungen).

Modellflug (privater Einsatz) nur in den Klassen I und II. In der Verbindung mit dem Abfluggewicht ergeben sich die vier Kategorien A, B C und D, für die jeweils unterschiedliche Vorschriften gelten:

Abfluggewicht Klasse I Klasse II Klasse III Klasse IV
Unter 5 kg A A B C
Ab 5 kg und weniger als 25 kg A B C D
Ab 25 kg und weniger als 150 kg B C D D

Dein Copter-Flug wird außerdem als Kategorie D eingestuft, wenn du über Menschenansammlungen oder Industrieanlagen fliegst, bei denen es durch einen Absturz zur Feuerbildung oder einer Explosion kommen kann.

Für Flüge in Kategorie A gilt ein Mindestalter von 16 Jahren. Die übrigen Kategorien können ab 18 Jahren geflogen werden.

Innerhalb der Kategorie C musst du mindestens einen Hexacopter (6 Rotoren oder mehr) benutzen. Alternativ kannst du auch einen Fallschirm anbringen, der über eine eigne Stromversorgung verfügt.

In Kategorie C und D brauchst du mindestens einen Oktocopter und zusätzlich einen Fallschirm.

Mit Ausnahme von Kategorie A darf dein Copter im freien Fall die kinetische Energie von 79 Joule nicht erreichen.

Maximale Flughöhe: Eine maximale Flughöhe ist mir nicht bekannt. Die maximale Flughöhe ist aber durch die 79-Joule-Regel begrenzt.

Maximale horizontale Entfernung und FPV: Dein Copter muss sich immer in Sichtweite befinden und darf sich maximal 500 Meter von dir entfernen. First Person View ist nur für private Modellflieger erlaubt, wenn eine zweite Person Sichtkontakt bewahrt und sich unmittelbar in der Umgebung vom Piloten aufhält.

Abweichende Flugmanöver benötigen die Zustimmung der CCAA.

Versicherungspflicht: Für Kroatien brauchst du eine gültige Drohnen-Haftpflichtversicherung.

Maximales Abfluggewicht (MTOW): Das aktuelle Gesetz lässt eine maximale Abflugmasse bis 150 Kilogramm zu. Ab einem Fluggewicht von 5 Kilogramm muss ein feuerfestes Kennzeichnungsschild an der Drohne befestigt werden. Das Schild muss den Namen, die Adresse und Kontaktinformationen beinhalten. Für Flüge der Kategorie D muss die Kennzeichnungsplatte von der Kroatischen Luftfahrtagentur ausgestellt werden. Alle anderen Platten dürfen nicht mit dem Buchstaben D beginnen.

Abstand zu Flughäfen: Ein Abstand von 3 Kilometern muss zu Flughafen-Einrichtungen eingehalten werden.

Andere Sicherheitsabstände: Dein Multicopter muss im Flug einen Mindestabstand von 30 Metern zu Personen, Tieren, Gegenständen, Fahrzeugen, Schiffen, andere Luftfahrzeugen, Straßen, Eisenbahnen, Wasserstraßen oder Übertragungsleitungen einhalten. Zu Menschenansammlungen ist ein Abstand von 150 Metern zu berücksichtigen. Geringere Abstände sind nur nach Genehmigung der Croation Civil Aviation Agency (CCAA) möglich.

Flugverbote: Flüge sind nur im unkontrollierten Luftraum gestattet.

Fluggenehmigungen: Für Flüge der Kategorie A und B reicht die Abgabe einer Erklärung zum Flugmanöver. Für Drohnen-Einsätze in Kategorie C wird zusätzlich ein Operation Manual eingefordert. Das Operation Manual muss die folgenden Punkte beinhalten:

  • Inhaltsverzeichnis
  • Aufzeichnung der Revision und Liste der betroffenen Seiten
  • Pflichten und Verantwortlichkeiten des Personals, die am Flugmanöver beteiligt sind
  • Standardarbeitsanweisungen
  • Wartungsmaßnahmen
  • Notfallpläne,
  • Flugbeschränkungen,
  • Berichterstattung (wer wird wann über was informiert)
  • Risikomanagement,
  • Qualifikationsnachweis des Piloten
  • Dokumentation

Flüge in Kategorie D sind nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der CCAA möglich und können bis zu zwei Jahre gültig sein.

Betriebszeiten: Drohnen dürfen in Kroatien nur am Tag gesteuert werden.

Besonderheiten: Das kroatische Drohnen-Gesetz nimmt unbemannte Luftfahrzeuge aus, wenn sie eine kinetische Energie von 79 Joule nicht erreichen können. Damit sind Flüge mit einigen Kamera-Coptern durchaus möglich, ohne die bürokratischen Hürden überwinden zu müssen!

Copter-Manöver müssen zudem mit folgenden Angaben dokumentiert werden:

  1. Flugdatum
  2. Uhrzeiten von Start und Landung sowie die Flugdauer
  3. Name des Piloten
  4. Flugort
  5. Klassifikation des Fluges
  6. Abfluggewicht der genutzten Drohne
  7. Notizen zu besonderen Vorkommnissen während des Fluges.

Die Aufzeichnungen müssen zwei Jahre lang aufbewahrt werden. Ein Flugbuch zur Dokumentation, dass den Anforderungen gerecht wird, kannst du hier bestellen.

Quellen: CCAA, CAA: Artikel von Januar 2017Croatia Control

Die hier aufgelisteten Drohnen-Regeln für Kroatien haben wir nach bestem Wissen recherchiert. Die Richtigkeit der Angaben können wir leider nicht garantieren. Wenn du auf Nummer sichergehen willst, dann kontaktiere die kroatische Luftfahrtagentur. Alternativ kannst du auch bei der kroatischen Botschaft in Deutschland um weitere Informationen zu den Vorschriften bitten. Hinterlasse uns bitte einen Kommentar, wenn du Neuigkeiten erfährst und/oder selber Erfahrungen mit deinem Copter in Kroatien gesammelt hast!

22 Kommentare

Was denkst du? Lass es uns wissen!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

In einem Jahr wirst du dir wünschen, du hättest heute damit begonnen.

Karen Lamb