Drohnen-Gesetze in Österreich

Drohne fliegen in Österreich

In diesem Beitrag erklären wir dir die Gesetzeslage für die Nutzung von Drohnen in Österreich.

Seit 2014 gelten in Österreich sehr strenge Regeln zum Betrieb von unbemannten Flugsystemen. Potentielle Drehorte werden in vier verschiedene Kategorien aufgeteilt:

  1. Unbebautes Gebiet
  2. Unbesiedeltes Gebiet
  3. Besiedeltes Gebiet
  4. Dichtbesiedeltes Gebiet

Für jede der Kategorien gibt es spezielle Bedingungen und Genehmigungen. Für alle Kategorien ist eine Drohnen-Versicherung vorgeschrieben. Quadrocopter werden nur für die ersten beiden Kategorien zugelassen. Für besiedeltes/dichtbesiedeltes Gebiet sind Hexa- bzw. Octocopter mit entsprechenden Redundanzen erforderlich.

Abfluggewicht Unbebaut Unbesiedelt Besiedelt Dichtbesiedelt
bis 5 Kilogramm A A B C
bis 25 Kilogramm A B C D

Unbemannte Flugsysteme werden in diverse Kategorien eingeteilt. Soweit ich die Regeln verstehe, musst du keine Genehmigung beantragen, wenn du folgende Bedingungen erfüllst:

  • Unentgeltlicher, nicht gewerblicher Flug zur Freizeitbeschäftigung ohne das Speichern von Kamera-Aufnahmen
  • Maximales Gewicht des Multicopters von 25 Kilogramm
  • Flug außerhalb von Sicherheitszonen
  • Maximaler Flugradius von 500 Metern

Das reine Streamen bzw. FPV-Flüge sind nicht erlaubnispflichtig, solange die Aufnahmen nicht gespeichert werden.

„Mini-Drohnen“ bis zu einem Gewicht von etwa 250 Gramm und einer maximalen Flughöhe von 30 Metern dürfen ohne Genehmigung fliegen, auch wenn sie mit einer Kamera ausgestattet sind. Das tatsächlich erlaubte Gewicht bestimmt sich nach der Bewegungsenergie, die 79 Joule nicht übersteigen darf.

Je nach beabsichtigten Flugmanövern und Ausrüstung ist eine Betriebserlaubnis bei der Austro Control zu beantragen

Laut Erfahrungen von mehreren Antragstellern wird die Genehmigung innerhalb weniger Werktage ausgestellt.

Überblick: Drohnen-Gesetze in Österreich

Drohnen zum Freizeitgebrauch erlaubt? Ja, nach Registrierung oder Genehmigung
Gewerbliche Nutzung von Drohnen erlaubt? Ja, nach Registrierung oder Genehmigung
Maximale Flughöhe:150 Meter (492,1 Fuß) im unkontrollierten Luftraum.
Ist eine Drohnen-Versicherung erforderlich? Ja, für private und gewerbliche Drohnen-Flüge. Wir empfehlen diese Drohnen-Versicherungen.
Benötigen Drohnen eine Kennzeichnung?Nein.
Drohnen-Plaketten können hier bestellt werden
Müssen Drohnen registriert werden? Ja.

Ausgenommen von „Mini-Drohnen“ benötigst du eine Genehmigung, sobald du Aufnahmen anfertigen möchtest.

Halte Abstand zu Flughäfen
Respektiere die Privatsphäre anderer Personen

Die Funkübertragung ist auf den Frequenzen 2,5 GHz mit maximal 10 mW und 5,8 GHz mit maximal 25 mW möglich.

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Über den Autor

Hey, ich bin Francis – Weltenbummler, Blogger und Drohnenpilot. Seit Januar 2015 reise ich mit Bina um die Welt. Immer im Gepäck ist eine Kamera-Drohne, mit der wir die schönsten Plätze aus der Luft festhalten. Auf unserem Blog teilen wir mit dir die besten Tipps für deine nächste Reise. Hast du noch Fragen zu diesem Artikel? Dann schreibe uns doch in den Kommentaren!

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  • Frank | 31.07.2017

    Hallo WolfN,

    ich seh schon, wir kommen beide auf keinen gemeinsamen „richtig“ grünen Zweig :)

    M.E. nach ist „nur zum Fluge selbst“ kein Ausschluß von Aufnahmen, sondern verschweigt es (beflissentlich?). Denn Aufnahmen, welche bspw. die Rekonstruktion eines Unfalls ermöglichen, sind auch Aufnahmen „nur zum Fluge selbst“ – ebenso wie Telemetriedaten, die die Bewegung des Flugobjektes aufzeichnen. Auch eine Aufnahme vor Beginn des Fluges gestartet bis nach Ende des Fluges hat mMn. nichts mit dem Fluge selbst zu tun, sondern ist Beischmückung.

    Wenn ich den §130 Abs (1) bis (3) des LFG heranziehe, so ist dies die einzige Erwähnung von Verboten von „Luftbildaufnahmen“ (zur Wahrung der militärischen Interessen). Sonst ist bzgl. Verbot oder Bewilligung von Aufnahmen bei Flugmodellen unter 2 Kg im aktuellen LFG nichts zu finden.

    Sei es drum, ich werde das selbst nicht letztendlich sagen oder behaupten können, da ich kein Mitglied der Jurisprudenz bin und daher „nur zum Fluge selbst“ eine Meinung habe. Es ist schade, dass hier niemand von der AC dabei ist, der das gesetzesmäßig erläutern und Präzedenzfälle listen kann. Irgendwo sollte es ja derartige Entscheide geben. Oder wird das in AT stillschweigend geduldet solange nix passiert?

  • Tim | 01.08.2017

    Also heißt das ich darf die drohne Gar nicht fliegen, weil was bringt mir die mavic mit der 4k Kamera wenn ich dir gar nicht nutzen darf auch nicht für private Zwecke.
    Das ist natürlich suboptimal. Wo ej ich mich Frage ob die das überhaupt kontrollieren. Wlchr Bewilligung brauche ich jetzt genau ?

    Wie sieht es denn mit Kroatien bzw Slowenien aus ?

  • Andreas | 02.08.2017

    Ich selbst habe meine Mavic Pro bei der AC angemeldet und auch problemlos eine Genehmigung für unbesiedeltes Gebiet (Kategorie A/Einsatzgebiet II)
    Die Bewilligung gilt für ein Jahr und hat etwas über 300 EUR gekostet. Laut Auskunft der AC kostet die Verlängerung dann wieder 300+ EUR gilt aber für 2 Jahre.
    Da ich Fotos und Videos von Wanderungen mache habe ich bei der Antragstellung gewünscht, die Bewilligung auf das Wochenende auszudehnen, was auch bewilligt wurde (Mo – So von 08:00 – 18:00 Uhr)

    Zur Frage was geht ohne AC:
    (1) „Ausschließlich zum Zweck des Fluges“ – Ich denke das wurde deshalb in das Gesetz geschrieben, damit nicht jeder Modellflieger plötzlich eine Genehmigung braucht und schließe daraus, wenn ihr nur fliegt, ohne den Record-Button oder Foto-Button zu drücken, dann braucht ihr keine AC-Genehmigung. Es wird allerdings nicht so einfach sein, einem Richter klar zu machen, dass man eine 4K Kameradrohne nur zum Fliegen alleine hat.
    (2) Energie < 79 J: Ist Spielzeug
    Hier habe ich ein paar Stellungnahmen der AC gesehen zu der Frage "Brauche ich eine AC Genehmigung, wenn ich in 8 Meter Höhe mein Hausdach auf Schäden untersuchen möchte" – Die Antwort war: Es ist keine Genehmigung durch die AC notwendig, da < 79 J und deshalb als "Spielzeug" einzustufen.
    Ich habe das mal für die Mavic Pro ausgerechnet:
    h < 11m und sehr langsam fliegen ist ok.
    Ansonsten kommt man um eine Anmeldung nicht herum.
    LG Andreas

    • Filip | 17.09.2017

      >Es wird allerdings nicht so einfach sein, einem Richter klar zu machen, dass man eine 4K Kameradrohne nur zum Fliegen alleine hat.

      Dann soll der selbe Richter mit klar machen, warum ich angeblich permanent 180km/h fahre, weil das Auto es technisch kann.

  • Sven | 07.08.2017

    Hallo!
    Ich habe zwecks Urlaub in Österreich auch direkt bei der AC angefragt, wie es sich verhält mit einer dji mavic pro. Man braucht keine Bewilligung wenn man unter 9 Meter Flughöhe bleibt.
    Hier ein Ausschnitt aus der Mail von AC :

    Sehr geehrter Herr………,

    besten Dank für Ihre Anfrage.

    Sie können mit der DJI Mavic jedoch bis zu 9 Meter hoch fliegen und Familienaufnahmen tätigen, ohne eine Bewilligung seitens der Austro Control GmbH, da sie mit dieser Flughöhe die Bewegungsenergie von 79 Joule nicht überschreiten und somit als Spielzeug geführt werden, unter der Voraussetzung, dass Sie keine Personen oder Sachen gefährden.
    Siehe:
    https://www.bmvit.gv.at/verkehr/luftfahrt/drohnen/kategorien.html
     
    Sollte diese Flughöhe zu gering sein, können Sie gerne um eine Einzelbewilligung ansuchen.
    Diese kostet genau so viel wie eine generelle Bewilligung, vorausgesetzt, Sie wollen Flüge nur im unbesiedelten, unbebauten Gebiet und nicht in einer Sicherheitszone unternehmen.

  • smoothdroid | 23.08.2017

    Hat es nicht mal geheißen es kommt ein allgemeines Euopaweites Drohnengesetz?

    Ist ja ein Wahnsinn jedes Gesetz aus jedem Land zu kennen…

    Und zudem sieht man wieder was Österreich für Ausbeuterland ist, 300€ für ein Jahr?
    In Deutschland scheint vieles besser und nicht so streng geregelt zu sein? Trotzdem scheint es zu funktionieren, die Leute sind dort anscheinend auch ehrlicher und erfüllen die Bedingungen mit Kennzeichnungspflicht.

    • Filip | 17.09.2017

      >Und zudem sieht man wieder was Österreich für Ausbeuterland ist, 300€ für ein Jahr?

      Die Austro Control hat nicht umsonst einen extrem schlechten Ruf wegen (sinnloser) Gebühren.
      Außerdem:
      1.: Warum muss eine Drohne von der Stange, also ein Massenprodukt, wiederholt für den Betrieb bewilligt werden? Und warum gilt die Bewilligung nur für 1 Jahr?
      2.: Was hat das Aufzeichnen mit der Kamera mit der Flugsicherheit zu tun? Zumal man ohnehin fern von Menschen und Siedlungen bleiben muss.

      Fragen, die nicht mal die Austro Control sachlich widerspruchslos beantworten kann. Anders ausgedrückt: Als Monopol wollen sie abkassieren.

  • Filip | 17.09.2017

    Ich denke, es ist auch erwähnenswert, dass man, egal wo man drüber hinweg fliegt, IMMER die Genehmigung des Grundstückeigentümers braucht. Auch wenn es ein Getreidefeld, ein Feldweg oder Wald ist. Ansonsten droht zunächst eine Abmahnung und dann eine Besitzstörungsklage. Oder anders ausgedrückt: Man muss vor jedem Drohnenflug die Flugroute planen. Sind 9 Grundstückeigentümer betroffen, bräuchte man 9 Genehmigungen für den Flug, dass man drüber hinweg fliegen darf.
    „Freies“ Fliegen ist in Österreich somit praktisch legal nicht realisierbar. Übrigens dürfen Feldwege und Felder nicht mal betreten/befahren werden ohne Erlaubnis.

    • Wolf N | 19.09.2017

      Das ist nicht korrekt. Das österreichische Luftfahrgesetz §2 bestimmt ausdrücklich, dass der gesamte Luftraum frei benutzbar ist. Zitat:

      LFG § 2. Freiheit des Luftraumes
      Die Benützung des Luftraumes durch Luftfahrzeuge, Luftfahrtgerät, Flugmodelle und unbemannte Luftfahrzeuge im Fluge ist frei,…

      Es gibt dazu ausreichend Höchstgerichtsurteile, die das bestätigen: Ein Grundstückseigentümer hat überfliegende (ohne Höheneinschränkung) Geräte zu dulden, nicht aber z.B. einen Kranausleger. Unklar ist lediglich, ob auch die Kategorie „Spielzeug“ eingeschlossen ist. Also ganz sicher keine Abmahnung und auch keine Besitzstörung für Kopterpiloten. Für Fluglinien wäre eine solche Regelung ja völliger Wahnsinn und wenn sich ein paar Grundstückseigentümer ringförmig zusammentun, kann kein Flugzeug mehr in Schwechat landen.

      Bitte beachten: Bei genauer Auslegung bedeutet „im Flug“ aber auch, dass fremder Luftraum zwar im Flug benutzt werden kann, aber nicht zum Starten oder Landen. Notfalls muss man den Kopter also aus der Hand starten und später wieder manuell einfangen.

      • Filip | 19.09.2017

        Ok hast recht, dachte der ORF berichtet richtig, war aber wohl eine falsche Info :(

  • Frank | 18.09.2017

    Guten Morgen!

    So wie ich es gerade versuche zu verstehen, wird in diesem Blog manches vermischt. Ich würde es daher – für private Flüge – wie folgt zusammenfassen:

    1. Es wird keine Bewilligung benötigt, wenn die Drohne in die Kategorie „Spielzeug“ oder „Flugmodell“ fällt.

    2. Hat die Drohne weniger als 79 Joule Bewegungsenergie und eine maximale Höhe von 30 m, so gilt es als „Spielzeug“ (§24d Luftfahrtgesetz/LFG). Heisst auch für mich, dass nach https://www.bmvit.gv.at/verkehr/luftfahrt/drohnen/kategorien.html (oder auch https://www.austrocontrol.at/luftfahrtbehoerde/lizenzen__bewilligungen/flugbewilligungen/unbemannte_lfz im Punkt „Benötige ich eine Bewilligung“) eine Mavic Pro je nach Geschwindigkeit und Höhe zwischen Spielzeug und Flugmodell hin-und-her wechselt. Das belegt auch die Antwort von Austro Control (AC) im Beitrag oben von Sven vom 7. August d.J.

    3. „Unbemannte Luftfahrzeuge Klasse 1“ oder „Klasse 2“ benötigen eine Betriebsbewilligung.
    Das BMVIT nennt 4 Kategorien:
    – „Spielzeug“,
    – „Flugmodell“,
    – „Unbemannte Luftfahrzeuge Klasse 1“ und
    – „Unbemannte Luftfahrzeuge Klasse 2“.
    Die AC lässt sich überwiegen über 2 Punkte aus:
    – „Unbemannte Luftfahrzeuge Klasse 1“ (ULFZ1) und
    – „Unbemannte Luftfahrzeuge Klasse 2“ (ULFZ2).
    – „Spielzeug“ wird zur Abgrenzung von ULFZ1 und ULFZ2 angeführt.
    Über „Flugmodelle“ werden (absichtlich?) keine Aussagen getroffen, doch werden sie in §24c des LFG explizit kategorisiert und in den Luftverkehrsregeln 2014 (LVR2014) explizit unter §1.(1).3 angeführt. Es existiert mit §18 LVR2014 eine Paragraf über den „Betrieb von Flugmodellen, unbemannten Luftfahrzeugen der Klasse 1 und selbständig im Fluge verwendbarem zivilen Luftfahrtgerät“.
    Und da liegt m.E. die gewollte Unschärfe der AC, denn nach Spielzeug kommt gleich ULFZ1 und ULFZ2. Nach §24c.(2) heisst es „Flugmodelle mit einem Gewicht bis einschließlich 25 kg dürfen ohne Bewilligung gemäß Abs. 3 betrieben werden“. Abs. 3 besagt folgendes: „Flugmodelle mit einem Gewicht über 25 kg dürfen nur mit Bewilligung der Austro Control GmbH […] betrieben werden. Diese Bewilligung ist zu erteilen, wenn
    1. durch Vorlage einer Bescheinigung glaubhaft gemacht werden kann, dass das Flugmodell den gemäß § 24h erlassenen Lufttüchtigkeitsanforderungen entspricht sowie die gemäß § 24h erlassenen Betriebstüchtigkeitsanforderungen erfüllt, und
    2.durch den Betrieb des Flugmodells das öffentliche Interesse der Sicherheit der Luftfahrt nicht gefährdet wird.“
    Also es wird die Lufttüchtigkeit ermittelt und abgewägt, ob das öffentliche Interesse nicht verletzt wird. Das kostet 300+ Euro für ULFZ1- oder ULFZ2-Geräte.
    Zu den Ausführungen zum ULFZ1 wird gleich erwähnt, dass keine Aufnahmen (gewerblich oder auch privat) angefertigt werden dürfen. Das ist Auslegung der AC und findet sich nirgends im LFG bzw. LVR2014.

    4. Laut AC sind 9 Meter Höhe für eine Mavic (ohne Geschwindigkeitsangabe) ausreichend um als „Spielzeug“ geführt zu werden (<79 Joule). Bei der Grafik des BMVIT sind es 11 Meter. Sie sind in diesen Grenzen bewilligungsfrei.
    Über 9 (11?) Meter Höhe sind sie laut AC bewilligungspflichtig. Und das nur, wenn man die Kategorie "Flugmodelle außer Betracht lässt und gelich zu ULFZ1 wechselt.

    5. Filmen/Aufnahmen anfertigen: Das BMVIT schreibt auf ihrer homepage "Dabei ist darauf zu achten, dass – sobald das unbemannte Gerät für den Zweck von Kamera- oder Filmaufnahmen eingesetzt wird – dieses als unbemanntes Luftfahrzeug der Klasse 1 gilt und daher eine Betriebsbewilligung erforderlich ist." (https://www.bmvit.gv.at/verkehr/luftfahrt/drohnen/tipps.html). Auch hier kein Verweil auf den jeweiligen Paragrafen bzw. Gesetzestext. Warum nur bleiben alle hoheitlichen Vertreter eines Landes so schwammig und ungenau? Denn es gibt keine Stelle im Text des LFG und LVR2014, das diese Auslegung begründet. Würde man diese Stelle im jeweiligen Gesetz (oder einen im juristischen Gesetzesblatt veröffentlichten Kommentar zu diesem Thema) ebenfalls anführen, so würden viele Diskssionen vermieden und die Gesetzeslage wäre eindeutig. Aber so…

    • Filip | 21.09.2017

      Zu 5: Wir drehen uns in der Diskussion im Kreis.
      Die AC legt das Gesetz so aus, damit Umsätze generiert werden. Die Logik der AC lässt sich einfach zusammenfassen:
      „Filmaufnahme“ ungleich „nur zum Zwecke des Fluges selbst“ = €.
      Sachlich logisch lässt sich nämlich nicht begründen, was Flimaufnahmen mit Flugsicherheit zu tun haben sollen. Es hat sich in Österreich offensichtlich noch niemand getraut die AC deswegen zu verklagen. Spätestens wenn die erste Strafe ausgesprochen wird, weil jemand mit unbewilligtem Gerät beim Filmaufzeichnen erwischt wurde, landet der Fall vor Gericht, also traut sich die AC da wohl sowieso niemanden zu einer Strafe zu verdonnern. Man wir es nicht riskieren ein lukratives Geschäftsfeld (Bescheid in 5min drucken und verschicken = 330€) vor Gericht zu verlieren. Genügt ja wenn freiwillig 300EUR abgelegt werden, Opfer gibt es leider bereits genug.

    • Wolf N | 21.09.2017

      Ad 5.: „Denn es gibt keine Stelle im Text des LFG und LVR2014, das diese Auslegung begründet.“

      Meiner Auslegung nach schon. Denn das LFG §24c (1) 2 beschreibt, was ein Flugmodell ist: „ausschließlich unentgeltlich und nicht gewerblich im Freizeitbereich und ausschließlich zum Zwecke des Fluges selbst.“

      AUSSCHLIESSLICH zum Zweck des Fluges selbst! Ganz so willkürlich ist die Auslegung der AC also nicht.

  • Frank | 22.09.2017

    @WolfN: d.h. ich muss es selbst so auslegen, damit ich auf den Schluss komme, dass mit dem Fluge selbst keine Film- und Fotoaufnahmen gemeint sind? Und nicht der Gesetzgeber in klaren, deutlich, minimalistischen und verständlichen Worten wie „ausschließlich unentgeltlich und nicht gewerblich im Freizeitbereich und nicht mit Film- und Tonaufnahmen jedweder Art und ausschließlich zum Zwecke des Fluges selbst“?

    Die Crux liegt ja darin, dass es bei den Flugmodellen im LFG und im LVR2014 eine Erwähnung dieser Film-, Foto- und Tonaufnahmen für den „ausschließlich unentgeltlich[en] und nicht gewerblich[en] im Freizeitbereich und ausschließlich zum Zwecke des Fluges selbst“ gibt. Sie werden im $130 des LFG wie folgt erwähnt:

    „§ 130. (1) Der Bundesminister für Landesverteidigung hat bei einem Einsatz des Bundesheeres im Falle des § 2 Abs. 1 lit. a des Wehrgesetzes 2001 sowie bei der Vorbereitung eines solchen Einsatzes einschließlich der Durchführung einsatzähnlicher Übungen die Herstellung von Luftbildaufnahmen […] von […] Flugmodellen oder unbemannten Luftfahrzeugen aus durch Verordnung zu verbieten, soweit dies zur Wahrung der militärischen Interessen erforderlich ist. […]

    (2) Für die Verbreitung von Luftbildaufnahmen, die […] von zivilem Luftfahrtgerät, Flugmodellen oder unbemannten Luftfahrzeugen aus hergestellt wurden, kann der Bundesminister für Landesverteidigung bei Vorliegen wichtiger militärischer Interessen durch Verordnung Beschränkungen anordnen.“

    Das legt also den Schluss nahe, dass sehr wohl über Aufnahmen nachgedacht und diese eingeschränkt wurden und diese somit „ausschließlich unentgeltlich[e] und nicht gewerblich[e] im Freizeitbereich und ausschließlich zum Zwecke des Fluges selbst“ nicht verboten sind. Denn sonst hätte der Gesetzgeber diese analog für Spielzeuge und Flugmodelle wie im erwähnten §130 des LFG in juristische Worthülsen verpackt, veröffentlicht und somit der Foto- und Filmaufnahmen eine legale Grundlage geboten.

    Interessant ist auch die Tatsache, dass Spielzeuge nicht unter das LFG fallen, somit eine Mavic Pro mit den weniger als 750 gr Fluggewicht bei maximaler Höhe von 9 bzw. 11 Meter davon ausgenommen sind und sie daher nicht in den „Einflussbereich“ der AC fällt…

  • AnDi | 24.01.2018

    Guten Morgen zusammen,

    wenn ich die aktuelle Rechtslage richtig verstehe, ist die neue Mavic Air aktuell sehr interresant für Östereich oder?
    Mit 430g und einer Höchstgeschwindigkeit von 68,4 km/h komme ich auf 77,6 J,
    D.h. sie würde als Spielzeug (<79J) eingestuft und man könnte ohne Bewilligungen bis 30m hoch fliegen und Video/Fotoaufnahmen machen (Privatsphäre natürlich beachtet)
    Ist das so richtig oder habe ich etwas übersehen?

    • Andreas | 24.01.2018

      Du musst die Energie für den Fall, dass die Drohne aus dem Himmel fällt (potentielle Energie) auch berücksichtigen. E = g * h * m.
      Bei 68,4 km/h und 30m Höhe sind das in Summe 206 J. Selbst wenn der Luftwiderstand beim Fall, die Aufprallenergie etwas reduziert ist das sicher deutlich zu viel.

  • Wolf N | 24.01.2018

    Das Bundesministerium für Verkehr (quasi „vorgesetzte“ Behörde der AustroControl) äußert sich dazu mehrdeutig. Einerseits versorgt uns das BM mit zwei hilfreichen Diagrammen
    https://www.bmvit.gv.at/bilder/verkehr/luftfahrt/drohne_aufprall.jpg
    andererseits werden die Bewegungsenergie beim Aufprall aus einer bestimmten Höhe und die Bewegungsenergie im horizontalen Flug nicht miteinander verknüpft. So einfach wie mein Vorposter das macht und damit auf 206 Joule kommt, ist das nämlich auch nicht, weil ein antriebsloser und frei fallender Kopter schnell an Horizontalgeschwindigkeit einbüßt und ein sich kontrolliert horizontal bewegender Kopter wiederum nicht so schnell fällt bzw. sinkt.

    Dem Diagramm ist zu entnehmen, dass bei einem Gewicht von 430 Gramm die Grenze von 79 Joule ENTWEDER mit dem Fall aus 18-19 Metern ODER mit einer Geschwindigkeit von 69 km/h erreicht wird.

    Ganz wichtig ist aber, dass „Spielzeug“ zum Unterschied von Flugmodellen und uLFZ nicht unter das LFG fällt und daher nicht über fremdem Grund geflogen werden darf.

    • Andreas | 24.01.2018

      Das Diagramm spiegelt nur die Energie aus der Fallhöhe wieder, die Geschwindigkeit kommt darin nicht vor.
      Ich sehe das so, wenn die Drohne in 18m Höhe steht und herunterfällt hat sie beim Aufprall weniger als 79 Joule Energie und wäre als Spielzeug zu klassifizieren.
      Wenn sie sich horizontal ebenfalls bewegt kommen je nach Geschwindigkeit ein paar Joule dazu, auch wenn sich die Horizontalgeschwindigkeit während des Absturzes durch den Luftwiderstand verringert. Persönlich würde ich hier ein wenig Reserve für die Argumentation lassen, falls es Hart auf Hart kommt.
      Der Hinweis mit dem „fremden Grund“ ist allerdings sehr nützlich.

  • Klaus | 29.01.2018

    Hallo…als hab da mal durchgelesen u d kann es nur aus meiner Sicht sagen…Ich habe die Drohne Mavic Pro im Oktober angemeldet und hab vor 2 Wochen die Bewilligung bekommen….also von wegen in ein par Tagen…dann sagte man am Anfang es kostet um die 240€ bezahlt hab ich über 300…dann sagen die das nur in unbesiedelten Gebiet geflogen werden darf Und nur bis 18uhr…finde ich eine sauere..Wenn störe ich in einem unbesiedelten Gebiet?…Ich habe Kollegen bei der Polizei und hab ihnen mitgeteilt das ich ne drohne habe…die meinten nur das das ihnen egal ist..damit haben sie nichts zu tun…Gesetzt gut und recht, aber man kann es auch übertreiben..

  • Sascha | 08.02.2018

    Hier interessante Informationen zum Thema DJI Mavic Air und Versicherung/Bewilligung/Flug in Österreich (speziell in Wien): https://airandmore.at/versicherung/drohnen/austro-control/

  • Robert | 19.02.2018

    Hallo!
    Bin neu hier im Forum.
    Bin einer derer, die offiziell eine Drohne in Ö gemeldet haben.
    Meine Erfahrungen mit der AC waren durchaus positiv. Beim Antrag bekam ich ein paar Tage später eine Email mit einem Bescheidentwurf. Dort waren die Zeiten Mo-Fr von 08-18 Uhr angeführt. Habe daraufhin in einer (freundlichen) Mail bekannt gegeben, dass ich in der von ihnen angeführten Zeiten immer arbeiten muss und ich somit bei meinen Bergwanderungen am WE sowieso nicht fliegen könnte. Ein paar Tage später bekam ich einen weiteren Entwurf meines Bescheides, in welchem Mo-So bei Tageslicht angeführt war. Hab mich bedankt und ein paar Tage später bekam ich auch schon den Bescheid.
    Man kann also durchaus mit der AC „reden“ und die Zeiten anpassen lassen.
    Lediglich die Kosten sind enorm… über € 340,– für ein Jahr ist schon recht gesalzen…..

    • Francis | 22.02.2018

      Hallo Robert,
      das ist doch mal eine positive Erfahrung mit der AustroControl. Sehr schön, das freut mich für dich!
      Beste Grüße, Francis

    • Chris | 13.03.2018

      @Robert,
      du hast ja um eine Verlängerung der Betriebszeiten angesucht – wie sind diese in deiner Bewilligung genau definiert? Mo-So bei Tagerslicht oder Mo-So von 08:00 bis 18:00 Uhr?
      Danke für die Info!

  • Harald | 25.03.2018

    Wo ist das Problem? In dem oben eingestellten Schreiben der AC steht doch ausdrücklich, dass er mit der Mavic maximal 9 m hoch fliegen und explizit auch Familienaufnahmen machen darf! Also das Schreiben mit sich führen (ggf. bei Kontrollen vorzeigen), Aufnahmen (= Foto + Video) machen und halt darauf achten, dass immer ein oder mehrere Familienmitglieder mit auf dem Bildausschnitt zu sehen sind. Fall erledigt!

  • Walter | 24.04.2018

    Für mich ist es ganz einfach:
    Die Austro Controll (AC) ist für die exekution eines Gesetzes verantwortlich.
    Das Gesetzt gilt nicht für Spielzeug.
    Spielzeug darf bis 30 Meter höhe (unabhägig seiner Verwendung, Foto od. Video) im freien Luftraum bewegt werden.
    Als Spielzeug gilt was bei einem Absturz eine mögliche rechnerische Energie von 79 Joule nicht überschreitet.
    Daraus ergibt sich z.B. für eine Mavic Pro eine Flughöhe von rund 11 Metern, für eine Air von rund 18 Metern, etc.

    Wie immer ist jedoch beim Fotografieren im privaten Bereich darauf zu achten, dass keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

    Weiters sollte esim interesse des Piloten sein, niemanden zu verletzen.

    • Wolf N | 24.04.2018

      Gute Zusammenfassung, allerdings eine kleine Ungenauigkeit:
      Für Spielzeug (bis 79 Joule) gilt eben nicht das LFG §2 „Freiheit des Luftraumes“:
      Die Benützung des Luftraumes durch Luftfahrzeuge, Luftfahrtgerät, Flugmodelle und unbemannte Luftfahrzeuge im Fluge ist frei…
      Sondern das ABGB, sodass eine Einwilligung des Grundstückseigentümers zum Überfliegen seines Grundstücks benötigt wird.

  • Jacen | 01.05.2018

    Für Österreich gibt es jetzt eine App welche einem sagt wo man fliegen darf bzw. wo es absolut verboten ist.

    Einfach im AppStore nach „austro control“ suchen.

    • Redti | 17.05.2018

      Wer sich darüber informieren möchte, was in den bisherigen Bewilligungsbescheiden der ACG rechtswidrig war, kann dies hier nachlesen:
      http://www.kopterforum.de/topic/68808-zeitliche-befristung-der-acg-bewilligung-rechtswidrig/

      • Johannes Steinhäuser | 29.05.2018

        Habe gerade den Bescheidentwurf für eine MAVIC Air ohne zeitliche Einschränkungen (jeweils bis Dämmerungsende) erhalten. Beim Antrag habe ich vermerkt die Drohe für Foto/Video nutzen zu wollen. Vielleicht hat das auch geholfen.

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