Drohnen-Gesetze in Thailand

Wer in Thailand seine Drohne starten lassen möchte, hat einige Hürden zu nehmen. Hier erkläre ich dir, welche Bedingungen du erfüllen musst.

In den letzten Jahren haben sich die Regeln für Drohnen-Piloten in Thailand sehr häufig geändert. Dadurch gibt es viele Verwirrungen und nicht alle Infos, die du im Internet findest, sind aktuell. Ich versuche dir hier einen möglichst aktuellen und vollständigen Überblick über die Rechtslage im Königreich zu verschaffen.

Erlaubnis von der CAAT einholen

Die CAAT reguliert den Luftverkehr in Thailand. Seit 2017 ist eine Registrierung bei der CAAT erforderlich, wenn deine Drohne mit Kamera ausgestattet ist oder mehr als 2 Kilogramm wiegt. Damit müssen alle gängigen Drohnen (inkl. DJI Mavic und DJI Spark) registriert werden.

Seit Sommer 2018 kann die Registrierung über die Onlineplattform www.caat.or.th/uav/ durchgeführt werden. Aktuell hat die Plattform noch ein paar Startschwierigkeiten (z.B. lange Ladezeiten). Dafür wirst du strukturiert durch den Registrierungsprozess geführt. 

Ein großer Teil der Benutzeroberfläche ist auf Thai. Die relevanten Felder wurden jedoch auch ins Englische übersetzt, sodass du die Formulare alle gut ausfüllen kannst. Während des Prozesses musst du viele persönliche Angaben machen. Zusätzlich musst du eine unterschriebene Selbstauskunft, ein Bild der Drohne, auf dem die Seriennummer erkennbar ist, und einen Nachweis deiner Drohnen-Versicherung hochladen. 

Die Versicherungsbestätigung sollte in englischer Sprache vorliegen und die folgenden Eckdaten enthalten:

  • Vollständiger Name des Versicherungsnehmers
  • Marke, Modell und Gewicht der versicherten Drohne(n)
  • Weltweite Gültigkeit muss klar hervorgehen
  • Deckungssumme der Versicherung

Bei Rückfragen erreichst du die CAAT unter der Telefonnummer 0066 (0) 2568 8815.

Nachdem du die vollständigen Dokumente abgeschickt hast, prüft die CAAT deinen Antrag. Bisher wurden dazu drei weitere Behörden kontaktiert: National Intelligence Agency, Office of the Narcotics Control Board und Immigration Bureau. Durch diesen Background-Check soll sichergestellt werden, dass du in Thailand noch keine Rechtsverstöße begangen hast. Da die Überprüfung deiner Person sehr zeitaufwändig ist, musst du mit einer Bearbeitungsdauer von drei bis vier Monaten rechnen!

Ob es mit der neuen Plattform bei diesem Aufwand bleibt, konnte ich noch nicht herausfinden. Auch ob die Erlaubnis von der NBTC (siehe unten) noch eingeholt werden muss, ist mir noch nicht klar. Die nachfolgenden zwei Absätze (NBTC und die häufigen Fragen) könnten daher nicht mehr aktuell sein. Ich bemühe mich um eine möglichst schnelle Klarstellung.

Erlaubnis vom NBTC

Eine Genehmigung vom NBTC wird dann notwendig, wenn deine Drohne mehr als 250 Gramm wiegt und mit einem Controller bedient wird. Die NBTC regelt die Funkfrequenzen in Thailand. 

Die Registrierung bei der NBTC lässt sich unkompliziert innerhalb von 10-15 Minuten in einem der NBTC-Büros durchführen. Aktuell gibt es unterschiedliche Erfahrungswerte, ob die CAAT deine Daten an die NBTC weitergibt. Wenn du deine Genehmigung von der CAAT bekommen hast, solltest du fragen, ob du dich auch noch um diese Genehmigung kümmern musst oder ob die CAAT diesen Schritt schon für dich übernommen hat. 

Falls die Registrierung bei der NBTC jedoch nicht durchgeführt wird und du von der Polizei erwischt wirst, dann drohen bis zu 5 Jahren Gefängnis oder eine Strafe von 100.000 THB.

Häufige Fragen zu den Drohnen-Regeln in Thailand

Die in den Kommentaren am häufigsten gestellten Fragen möchte ich hier nun nocheinmal beantworten:

  1. Muss ich meine DJI Spark/DJI Mavic Pro/… für meinen Thailand-Urlaub registrieren?
    Ja, denn diese Drohnen haben eine Kamera. Mehr Infos findest du weiter oben.
  2. Ich besuche Thailand nur auf der Durchreise und möchte meine Drohne in Thailand nicht starten. Kann ich Schwierigkeiten bekommen, wenn ich keine Registrierung habe?
    Generell sollte es keine Probleme geben. Der Zoll interessiert sich i.d.R. nicht für Drohnen und die Registrierungen sind nur für den Betrieb von unbemannten Fluggeräten vorgeschrieben. Kritisch kann es allerdings werden, wenn bei der Einreise der Eindruck entsteht, dass du die Drohne in Thailand weiterverkaufen möchtest (z.B. wenn du die Drohne in der verschlossenen Originalverpackung einführst). 
  3. Ich fliege in wenigen Wochen/Tagen nach Thailand und möchte meine Drohne mitnehmen. Nun habe ich gelesen, dass ich die Registrierung durchführen muss. Was kann ich nun tun?
    Für die Registrierung bei der CAAT ist es nun definitiv zu spät. Trotzdem würde ich die Unterlagen an deiner Stelle abschicken. So hast du im Zweifelsfall etwas in der Hand, was du vor Ort vorzeigen kannst. Darüber hinaus solltest du in Thailand bei der NBTC die Registrierung durchführen. Zusätzlich kannst du in Thailand zu einer Polizeidienststelle gehen und dir dort eine Genehmigung holen. Ich bin mir nicht sicher, welche Rechtsgültigkeit diese Genehmigungen haben. Es gibt aber einige Piloten, die auf diesem Weg ein offizielles Dokument erhalten haben, das sie bei einer Kontrolle vorzeigen können. Mit all diesen Unterlagen kannst du deinen guten Willen demonstrieren und deine Position deutlich verbesser, falls es doch mal zu Rückfragen kommen sollte. 
    Wenn du den Aufwand scheust, solltest du deine Drohne lieber daheim lassen. 
  4. Wie lange dauert die Registrierung bei der CAAT?
    Die aktuellen Erfahrungswerte von unseren Lesern liegen zwischen 75 und 104 Tagen. Ich hoffe jedoch, dass sich die Anzahl der Registrierungen im Laufe von 2018 verringert und die Bearbeitungsdauer dadurch kürzer wird.

Betrieb von Multicoptern in Thailand

Nachdem du die Registrierung deiner Drohne erfolgreich abgeschlossen hast, gelten natürlich weitere Regeln. Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten Bestimmungen. 

Maximale Flughöhe: In Thailand dürfen Drohnen maximal 90 Meter aufsteigen.

Maximale horizontale Entfernung und FPV: Deine Drohne muss immer in Sichtweite betrieben werden.

Versicherungspflicht: Eine Drohnen-Versicherung ist in Thailand zwingend erforderlich. Die Versicherung muss Schadensummen von mindestens einer Million Baht (etwa 27.000 Euro) abdecken.

Maximales Abfluggewicht (MTOW): Wenn du privat fliegen möchtest und keine Kamera an deiner Drohne montiert ist, gilt für deinen Multicopter ein maximales Abfluggewicht von 2 Kilogramm. Bei einem höheren Gewicht brauchst du die Genehmigung der Civil Aviation Authority of Thailand (CAAT). Ab einem Startgewicht von 25 Kilogramm benötigst du eine gesonderte Genehmigung vom Transportministerium. 

Abstand zu Flughäfen: Du musst zu Flughäfen 9 Kilometer (= 5 Meilen) Abstand halten.

Andere Sicherheitsabstände: Du darfst dich maximal auf 30 Meter an Menschen, Fahrzeuge und Gebäude annähern. Für genehmigungspflichtige Drohnen beträgt die vorgeschriebene Distanz 50 Meter.

Flugverbote: In der Nähe von Menschenansammlungen darfst du nicht fliegen. Es ist nicht erlaubt, über Städte und Dörfer zu fliegen. 

Fluggenehmigungen: Zum Starten und Landen musst du immer die Genehmigung des Grundstücksbesitzers einholen. In der Praxis lösen wir das meistens so, dass wir die Wachen um Erlaubnis fragen oder uns an den Info-Schaltern informieren.

Betriebszeiten: Drohnen-Flüge sind in Thailand nur bei Tageslicht erlaubt, also in der Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Besonderheiten: In Thailand gilt ein Mindestalter von 20 Jahren, um einen Multicopter steuern zu dürfen.

Vorschriften für gewerbliche Piloten: Gewerbliche Piloten brauchen eine Erlaubnis für ihre Flugmanöver.

Gut zu wissen: Flüge in Chiang Mai müssen generell von der Flugsicherung freigegeben werden, weil der Flughafen so nah an der Stadt gelegen ist. Wir haben die entsprechende Erlaubnis erteilt bekommen. Dafür solltest du aber einige Tage vorher anrufen, damit sich die Kollegen im Tower mit ihren Vorgesetzten abstimmen können. Zudem ist die Zustimmung von Überflügen im historischen Park von Ayutthaya notwendig. Die Erlaubnis erteilt das Historical Park Office, das täglich von 8:30 bis 16:30 Uhr geöffnet hat. Die Genehmigung kostet laut Touristeninformation 3.000 oder 5.000 Baht – genau wussten das die Mitarbeiter nicht mehr.

Hilfreiche Links: CAAT (Kontaktdaten am Ende der Seite), Richard Barrow, No Fly Zones Thailand

Die hier aufgelisteten Drohnen-Regeln für Thailand haben wir nach bestem Wissen recherchiert. Die Richtigkeit der Angaben können wir leider nicht garantieren. Wenn du auf Nummer sichergehen willst, dann kontaktiere die thailändische Luftfahrtbehörde. Alternativ kannst du auch bei der thailändischen Botschaft in Deutschland um weitere Informationen zu den Vorschriften bitten. Hinterlasse uns bitte einen Kommentar, wenn du Neuigkeiten erfährst und/oder selber Erfahrungen mit deinem Copter in Thailand gesammelt hast!

Über den Autor

Seit Januar 2015 bereisen wir die Welt. Mit dabei ist unsere Kamera-Drohne, mit der wir die schönsten Plätze aus der Vogelperspektive festhalten. Auf unserem Blog teilen wir mit dir die besten Tipps für deine nächste Reise. Hast du noch Fragen zu diesem Artikel? Dann schreibe mir doch in den Kommentaren!

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  • Markus Weier | 28.01.2019

    Hallo,
    habe eine Odyssee, was die Drohnen Genehmigung in Thailand betrifft, hinter mir. Bei mir hat es 14 Monate gedauert bis ich die Genehmigungen von der CAAT hatte.
    Allerdings auch nur, weil mir eine thailändische Bekannte zur Seite stand die sämtliche Korrespondenz (Formulare, Telefonate) mit der CAAT übernommen hat.
    Ich selbst habe es versucht und konnte dort gar nichts ausrichten. Bin nur gegen eine Mauer des Schweigens gerannt.
    Obwohl alle Unterlagen doppelt und dreifach eingereicht waren, wurde die Genehmigung nicht ausgestellt. Es hieß immer, Ausländer müssen halt warten.
    Erst als meine Bekannte dort massiv auftrat (Vorgesetzte verlangt und Telefonterror betrieben hat) ging es zögerlich vorwärts.
    Fazit:
    Für einen normalen Touristen, der 2 Wochen Urlaub in Thailand macht ist es meines Erachtens zur Zeit fast unmöglich eine Genehmigung zu erhalten. Zudem sind selbst mit Genehmigung die Auflagen derart streng und zum Teil gar nicht erfüllbar (z.B. muss ein Feuerlöscher immer mitgetragen werden), so dass meine Empfehlung nur lauten kann:
    Der Stress und Ärger mit der Genehmigung lohnt nicht!
    Entweder auf Nummer Sicher gehen und die Drohne zu Hause lassen oder sich des Risikos bewusst sein, – und ohne Genehmigung fliegen. Das dann aber wenigstens verantwortungsvoll. Heißt, sich weitestgehend an alle Regeln halten, möglichst unauffällig fliegen und ganz wichtig, – immer und überall fragen ob man fliegen darf! Hab ich selbst in Reisfeldern gemacht und die Bauern gefragt.
    So hab ich es vor der Genehmigung gemacht und es gab keine Probleme.
    Tempel Anlagen besser grundsätzlich auslassen!
    Selbst mit Genehmigung und Fragen kann das böse ausgehen ( ich hatte die Handschellen schon vor mir baumeln, weil eine höhergestellte Person das anders sah als die Person die ich gefragt hatte). Ist nochmal gut ausgegangen ( musste nur die Fotos löschen).
    Letztendlich gibt es in Thailand auch mit Genehmigung keine Garantie, dass man sich im gesetzlichen Rahmen bewegt (zu viele Auflagen und Regeln).
    Ist halt so.

    • Paul Lenz | 28.01.2019

      Feuerlöscher??? Ich habe meine Genehmigung vor einem Jahr bekommen (alle Behörden vor Ort besucht, thailändische Ehefrau), und da war von einem Feuerlöscher keine Rede.

      • Markus Weier | 29.01.2019

        Das sagt Dir auch keiner!
        Es gibt zwei Abschnitte von Regel: During flight und Before flight.
        Insgesamt 26 Regelwerke. Die muss man sich natürlich selber anlesen!
        Siehe unter:
        On Rules to Apply for Permission an Conditions to Control an Launch Unmanned Aircraft in the Category of Remotely Aircraft
        Dort steht unter “ Before flight“, – Punkt 9, dass während des gesamten Fluges ein geeigneter Feuerlöscher mitzutragen ist!
        Sehr wahrscheinlich kennt diese Regeln nicht mal die Polizei und es ist unwahrscheinlich dafür bestraft zu werden sofern nichts passiert.
        Ich wollte jedoch darauf aufmerksam machen, dass man auch mit Genehmigung kaum alle Regel befolgen kann oder wird.
        Ich möchte auch keinen abhalten eine Genehmigung zu beantragen. Im Gegenteil, es ist zu begrüßen wenn man sich an die Regel und Gesetzte in einem anderen Land hält.
        Allein die Vorgehensweise dieser Behörde ist skandalös und treibt einen bei allen guten Absichten in die Illegalität.
        Dieser Meinung sind auch viele Thais die sich mit der selben Problematik rumärgern müssen.
        Ohne thailändische hartnäckige Hilfe hätte ich die Genehmigung nie erhalten!
        Aber nur zu: Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!
        Vielleicht wird es ja irgendwann besser.

  • MAtthias | 08.02.2019

    Hallo zusammen, danke für die vielen Infos.
    Kurze Frage: wenn ich meine Drohne entsprechend registriert habe, gilt das dann nur für einen bestimmten Zeitraum oder ist die dann auch für weitere Thailandreisen safe? Besten Gruß

    • Entor | 08.02.2019

      Hi.. Solltest Du es tatsächlich schaffen eine CAAT Genehmigung zu bekommen so gilt diese genau 2 Jahre nach Ausstellungsdatum.
      Die NBTC Genehmigung gilt nur solange wie dein Visum gültig ist. Also Touri Visum 1 Monat ab Tag der Einreise! Beide Genehmigungen sind bei Flug mitzuführen und bei Verlangen vorzuzeigen.
      Viel Erfolg
      Entor

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