Kaffee, Gestank und Schweinegrippe: Die ersten Eindrücke aus Indien

Nicht viel los auf dem Flughafen

Nicht viel los auf dem Flughafen

Am Donnerstag sind wir in Indien gelandet und es wird Zeit, die ersten Eindrücke in unserem Blog zu sammeln. Als erste Station auf unserer Indien-Reise haben wir uns Madurai im Süden ausgesucht. Mit dem Flugzeug sind wir von Colombo aus etwa 40 Minuten geflogen. Bei unserer Ankunft haben uns die Dimensionen überrascht. Wir hatten einen großen mit Menschenmassen überfüllten Flughafen erwartet. Allerdings war unsere Maschine das einzige Flugzeug auf dem ganzen Gelände. Sogar das Gepäck wurde vom Flugzeug mit Traktoren zur Ankunftshalle transportiert.

Mit einem Taxi sind wir schließlich zu unserer Unterkunft gefahren. Während der Fahrt konnten wir kaum bemerken, dass wir nun in einem neuen Land sind. Es gibt auf den ersten Blick nur wenige Unterschiede zu Sri Lanka. Das Straßenbild wird durch Rikschas bereichert und hin und wieder findet man Kühe auf der Straße.

Der große kulturelle Schock blieb aus

Beim Schlendern durch Madurai wird man unweigerlich mit vielen Gerüchen konfrontiert. Hier duftet es nach Blumen, dort locken die Dämpfe von leckeren Speisen. Aber nur wenige Meter weiter steigt einem der Gestank von Müll und Fäkalien in die Nase. Positiv ist aber auf jeden Fall, dass die Fahrzeuge hier Katalysatoren haben und die Abgase nicht in dicken Nebelwolken auf den Fußwegen landen, wie wir es in Sri Lanka erlebt haben.

Kuh mit farbigen Hörnern

Kuh mit farbigen Hörnern

Neben der Luft müssen wir nun auch lernen, mit vielen weiteren Reizen klarzukommen. Sich auf der Straße zu bewegen, ist zu einer Herausforderung geworden: Aus allen Richtungen kommen Menschen und Fahrzeuge, die spontan die Richtung ändern. Auch die Fahrtrichtung der Spur wird nicht zwangsläufig eingehalten. Zwar kündigt sich jedes Fahrzeug mit einem Hupen an, allerdings ist das genau das Problem. Alle Hupen fast durchgängig, sodass die Signalwirkung keinen großen Effekt mehr erzielt. Beim Überqueren von größeren Straßen greifen wir uns mittlerweile an den Händen, einer guckt nach rechts und einer guckt nach links. So entgeht uns hoffentlich kein Fahrzeug mehr.

Im Gegensatz dazu freuen wir uns aber über parkende Taxi-Fahrer, denn zumindest hier in Madurai sind Tuk Tuk- und Rikscha-Fahrer weniger penetrant. Ein Nein danke von uns wird meistens auch akzeptieren. Es gab bisher wenige Ausnahmen, wir hoffen aber, dass diese in ganz Indien in der Minderheit bleiben.

Kulinarischer Aufstieg

Essen serviert auf einem Bananenblatt

Essen serviert auf einem Bananenblatt

Als durchgehend positiv empfinden wir bisher die indische Küche. Die Speisekarte in Sri Lanka war für uns auf Dauer etwas eintönig. In Indien haben wir bisher ein sehr abwechslungsreiches Essensangebot vorgefunden. Wir wissen zwar meistens nicht, was wir bestellen, enttäuscht wurden wir bisher aber von keinem Essen. Für mich besonders erfreulich ist, dass es hier überall Kaffee zu kaufen gibt. In Sri Lanka musste ich meistens auf Kaffee verzichten. Mein Kaffeeentzug ist jetzt erst einmal vorüber!

Mit diesem Schock hatten wir nicht gerechnet

Seit dem Start unserer Weltreise hatten wir in unserer Unterkunft in Madurai das erste Mal einen Fernseher im Zimmer. Das haben wir ausgenutzt und uns die lokalen Nachrichten am Freitagabend angesehen. Es gab ausführliche Berichte über irgendwelche Kleinigkeiten und eine kurze und trockene Meldung über die Schweinegrippe-Epidemie in Indien. Die Schweinegrippe hat in Indien dieses Jahr bereits 2.000 Todesopfer gefordert, was uns natürlich hat aufschrecken lassen. Wer will schon in einem Land reisen, in dem sich eine tödliche Epidemie ausbreitet? Nach etwas Recherche haben wir aber herausgefunden, dass wir durch unsere Grippeimpfung geschützt sein sollten.

Indien: Das Mekka der Informatiker?

Was will der Weiße von uns?

Was will der Weiße von uns?

Vom technischen Know How Indiens hatte ich ja ein ziemlich gutes Bild. Da mein Notebook in Sri Lanka nicht repariert werden konnte und sich Lenovo sehr kundenunfreundlich bei der Behandlung von Garantiefällen anstellt, haben wir uns hier in Madurai auf eigene Kosten einen Lenovo-Service-Partner gesucht. Zu Beginn war es gar nicht so einfach, den Herren das Problem zu erklären.

Zweifeln ließ mich dann der Moment, in dem ich den Technikern erklären musste, was die Unterschiede zwischen den Festplattentypen HDD, SSHD und SSD sind. Leider konnte ich hier nur eine HDD-Platte einbauen lassen, womit die Leistung des Computers in Zukunft schlechter ausfallen dürfte. Außerdem musste ich Abstriche beim Betriebssystem machen.

Das ist aber allemal besser, als den Computer zur Reparatur nach Deutschland zu schicken. Das hätte mindestens einen Monat gedauert. Allein der Transport nach Deutschland hätte etwa das Doppelte der Reparatur gekostet und ob der Rechner den Transport zurück überlebt hätte, weiß auch niemand. Hoffentlich funktioniert mein geliebtes Yoga 2 zukünftig wieder wie gewohnt und wir haben nun erst einmal Ruhe vor den ganzen Technikproblemen.

Fakt ist, dass HP bei der Reparatur ein deutlich besseres Bild abgegeben hat als Lenovo.

Wie geht es weiter?

Blick aus einem Büro-Gebäude

Blick aus einem Büro-Gebäude

Von Madurai aus wollen wir nun bis Ende April entlang der Westküste in den Norden Richtung Himalaya reisen. Das würde bedeuten, dass wir unsere Reisegeschwindigkeit deutlich anziehen müssen. Auf unserer Liste stehen mittlerweile unter anderem folgende Stationen: Hampi, Goa, Mumbai, Kanha Nationalpark, Bina, Udaipur, Jodhpur, Jaisalmer, Jaipur, Delhi, Agra, Varanasi und Amritsar.

Einige davon müssen wir bestimmt noch streichen, andere werden dazu kommen. Wir machen die Route auch davon abhängig, wie gut wir mit dem heißen Klima hier klarkommen.

Unser erstes Fazit für Indien

Es gefällt uns sehr gut in Indien. Die neuen Eindrücke nach zwei Monaten Sri Lanka tun uns gut und wir freuen uns auf die kommenden Wochen in diesem riesigen Land. Uns ist klar, dass wir erst einen kleinen Einblick bekommen haben. Das steigert jedoch umso mehr die Vorfreude auf die weitere Reise durch Indien.

Am liebsten lassen wir uns von anderen Reisenden inspirieren. Kannst du uns weitere Empfehlungen geben, was wir in Indien nicht verpassen sollten? Schreibe es in die Kommentare!

6 Kommentare

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