Die GoPro Karma vorgestellt

Lange haben wir darauf gewartet: Nun ist es endlich soweit! GoPro hat die neue Karma Drone vorgestellt. Wir konnten uns den Quadrocopter auf der Photokina genauer ansehen und zeigen hier, was die GoPro Karma kann und warum sie unsere Erwartungen enttäuscht hat.

Die Besonderheiten der GoPro Karma

Gleich auf den ersten Blick wird klar, dass GoPro einen neuen Weg bei der Karma gegangen ist. Die Rotor-Arme und das Landegestell des Copters sind einklappbar, damit die Drohne besser transportiert werden kann. Eher untypisch ist auch die Position der Kamera. Während zum Beispiel DJI die Kamera der Phantom 4 unterhalb des Copters platziert hat, wird die GoPro etwas vorgelagert montiert. Dadurch soll bei schnellen Flügen verhindert werden, dass die Propeller im Bild zu sehen sind. Da die Phantom-Serie von DJI nach wie vor mit diesem Problem zu kämpfen hat, ist GoPro hier eine gute Lösung gelungen.

gopro-karma-controller-fernbedienung-drohne-copterGesteuert wird die Karma mit einer Fernsteuerung, die sehr gut in der Hand liegt und einen robusten Eindruck hinterlässt. Im Deckel der Fernbedienung ist ein Touch-Display integriert, mit dem sich diverse Flugmodi einstellen lassen. Ein Flugsimulator hilft dir dabei, das Fliegen mit der Karma zu erlernen. Auf der Fernbedienung befindet sich ein Home-Button. Wenn du diesen Knopf drückst, erscheint ein Dialog auf dem Display und du kannst wählen, ob Karma zurück zum Startpunkt oder zur aktuellen Position der Fernsteuerung fliegen soll.

Auf dem Display kannst du während des Fluges den Bildausschnitt der Kamera nachverfolgen (First Person View). Eine zweite Person kann dich beim Fliegen unterstützen, in dem sie über die GoPro Passenger App auf dem Smartphone oder Tablet die Kameraeinstellungen vornimmt.

Warum ich von der Karma enttäuscht bin

Dass GoPro vor allem Action-Sportler mit seinen Kameras begeistert, ist nun nicht gerade ein Geheimnis. In dieser Zielgruppe würden sich viele darüber freuen, wenn der Kopter automatisch dem Sportler bei seinen Aktivitäten in der Luft verfolgt. Doch GoPro hat in seiner Karma-Drohne keinen Follow-Me-Modus integriert, was mich sehr verwundert hat.

Eine weitere Enttäuschung ist die Linse. GoPro verkündet zwar stolz, dass der bei Luftaufnahmen störende Fischaugen-Effekt eliminiert wurde. Doch das trifft nicht bei der höchsten Auflösung (UHD/4K) zu. Damit gab es nicht wirklich eine Verbesserung in diesem Bereich zu den Vorgänger-Modellen, bei denen sich der Fischaugen-Effekt in den geringeren Auflösungen bereits deutlich verringern ließ.

Die Features der Drohne hat GoPro auch in diesem Video vorgestellt.

Der Lieferumfang der GoPro Karma

Die Karma Drohne wird mit dem üblichen Zubehör eines Quadrocopters ausgeliefert. Darüber hinaus geht aber GoPro noch einen weiteren Schritt und legt ein Handheld-Gimbal dazu, mit dem sich auch am Boden Videos ohne Verwacklungen aufzeichnen lassen. Positiv zu bemerken ist auch, dass direkt ein Rucksack für die Karma mitgeliefert wird.

Hier die vollständige Auflistung des Lieferumfangs:

  • Karma Quadrocopter
  • Karma Controller mit eingebautem Touch-Display
  • Bild-Stabilisator (Gimbal) für die GoPro Kamera
  • 6 Propeller
  • 14,8V LiPo-Akku mit 5.100 mAh
  • Karma Grip (Handheld Gimbal)
  • 1 Rucksack
  • Ladegerät

rucksack-gopro-karma-drohne-copter

Eine GoPro-Kamera muss zusätzlich gekauft werden. Die Karma ist derzeit mit der GoPro Hero 4 Black & Silver, GoPro Hero 5 und Hero 5 Session kompatibel. Die mögliche Auflösung ist je nach verwendeter Kamera unterschiedlich. Mit der wasserdichten GoPro Hero 5 können sogar RAW-Bilder fotografiert werden.

Mein Fazit zur GoPro Karma Drohne

Als ich die GoPro Karma beim Marktstart das erste Mal gesehen habe, war ich ziemlich begeistert. Der Quadrocopter machte einen sehr guten Eindruck. Doch ein genauerer Blick auf die Spezifikationen haben mich dann doch enttäuscht. So fehlt z.B. ein Follow Me Modus, die erzielten Fluggeschwindigkeiten sind ziemlich gering und es gibt keine Sensoren, die Hindernisse erkennen oder den Abstand zum Boden überwachen. Für den Verkaufspreis von rund 1.400 Euro (mit Kamera) finde ich das eine schwache Leistung. Die Konkurrenz hat da z.B. mit dem DJI Mavic Pro deutlich mehr zu bieten bei einem vergleichbaren Preis. Deswegen empfehle ich die Karma nur, wenn du bereits eine GoPro hast und diese auch in der Luft einsetzen möchtest. 

GoPro Karma

1399.00 €
GoPro Karma
60.333333333333

Bedienung

7/10

    Kamera

    5/10

      Funktionen

      5/10

        Reisetauglichkeit

        7/10

          Flugverhalten

          6/10

            Preis-/Leistung

            5/10

              Vorteile

              • Klappbare Propellerarme für besseren Transport
              • Kaum Propeller in den Aufnahmen durch vorgelagerte Kamera
              • Mit dem mitgelieferten Karma-Grip können auch am Boden stabile Aufnahmen angefertigt werden
              • Passt in einen speziellen Rucksack
              • Steuerung durch zweite Person möglich

              Nachteile

              • 4K-Aufnahmen nur mit Fischaugen-Effekt möglich
              • Als Reisedrohne relativ groß
              • Relativ geringe Flugzeit
              • Nur wenige intelligente Flug-Modi (z.B. kein Follow Me)
              • Keine Sensoren zur Hinderniserkennung
              • Sehr langsamer Quadcopter

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              Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.

              Franz Kafka