Drohnen-Führerschein: Was du jetzt über den Kenntnisnachweis wissen musst (mit Quiz!)

Er kommt: Der Drohnen-Führerschein. Dabei gibt es immer wieder Verwirrungen rund um den Kenntnisnachweis. In diesem Artikel beleuchten wir die häufigsten Fragen rund um den Drohnen-Führerschein. Außerdem hast du die Chance, dein eigenes Drohnen-Wissen am Ende des Artikels zu überprüfen! Würdest du den Kenntnisnachweis bestehen?

Die Pflicht, seine Kenntnisse als Drohnen-Pilot nachzuweisen, wurde mit dem Inkrafttreten der neuen Drohnen-Verordnung eingeführt. Seitdem die Neuerung bekannt wurde, gab es viele Spekulationen rund um den Kenntnisnachweis. Deswegen beantworten wir hier die häufigsten Fragen, die uns bisher begegnet sind.

Die häufigsten Fragen zum Drohnen-Führerschein

Wer muss den Kenntnisnachweis für Drohnen ablegen?

Früher war es üblich, dass die Erlaubnispflicht abhängig vom Einsatzzweck des Copters erfolgte (private oder gewerbliche Flüge). Dieses Kriterium entfällt nun. Stattdessen spielt das Gewicht deines Copters eine Rolle. Durch den § 21a (4) LuftVO wird geregelt, dass du ab einer Startmasse von mehr als 2 Kilogramm deine entsprechenden Fähigkeiten nachweisen musst. Wenn du diesen Kenntnisnachweis in der Tasche hast, musst du bis zu einem Abfluggewicht von 5 Kilogramm keine Erlaubnis mehr für deine Flüge einholen, solange du dich an die Vorgaben der Drohnen-Verordnung hältst.

Außerdem brauchst du den Nachweis, wenn du mit einer leichteren Drohne (z.B. DJI Mavic Pro, DJI Phantom 4) in Gebieten fliegen möchtest, für die du eine Ausnahmegenehmigung von einer Landesluftfahrtbehörde benötigst. Im Rahmen der Antragsstellung oder durch die Bestimmungen einer Allgemeinverfügung werden die Behörden in aller Regel den Kenntnisnachweis verlangen.

Du kannst deine Fähigkeiten auf drei unterschiedlichen Wegen belegen:

  1. Pilotenlizenz: Falls du bereits über eine gültige Pilotenlizenz verfügst, musst du keine weiteren Fähigkeiten nachweisen.
  2. Kenntnisnachweis: Durch Bescheinigung einer vom Luftfahrtbundesamt anerkannten Stelle über eine bestandene Prüfung (ab 16 Jahren).
  3. Einweisung durch Luftsportverband: Ein Beauftragter eines Luftsportverbandes kann dich einweisen und darüber eine Bescheinigung ausstellen (ab 14 Jahren). Gilt nur für Modellflieger (Drohnennutzung ausschließlich zu Freizeitzwecken).

Als das, was die meisten unter „Drohnen-Führerschein“ verstehen, ist die zweite Option zu verstehen. Zu überschaubaren Kosten wirst du damit zu einem anerkannten Piloten von unbemannten Fluggeräten.

Ausgenommen vom Nachweis entsprechender Kenntnisse sind Angehörige von Behörden, wenn der Copter zur Aufgabenerfüllung genutzt wird. In Notfalleinsätzen brauchen auch Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (z.B. Feuerwehren, THW, DRK etc.) keinen Kenntnisnachweis für den Einsatz von Multicoptern.

Es gibt noch eine weitere Ausnahmeregelung: Wenn du deine unbemannten Fluggeräte ausschließlich über einem anerkannten Modellflugplatz aufsteigen lässt, ist ebenfalls kein Kenntnisnachweis erforderlich.

Ab wann benötige ich den Drohnen-Führerschein?

Zum Glück hat der Gesetzgeber eine Übergangsfrist vorgesehen. Der Kenntnisnachweis muss erst ab dem 01. Oktober 2017 vorgelegt werden.

Wo kann ich den Kenntnisnachweis ablegen?

Der Kenntnisnachweis kann nur bei Organisationen abgelegt werden, die nach einer aufwändigen Prüfung vom LBA anerkannt wurden. Wir können dir die Kopter-Profi GmbH als einen der Anbieter empfehlen, die mit als erstes vom LBA anerkannt wurden. 

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Wie genau läuft der Kenntnisnachweis ab?

Um den Drohnen-Führerschein zu erhalten, musst du eine Prüfung bei einer vom Luftfahrtbundesamt (LBA) anerkannten Stelle bestehen. In dieser Prüfung werden drei große Themenbereiche abgefragt, die das LBA definiert hat. Aus folgenden Bereichen musst du Fragen beantworten:

  • Gesetzliche Grundlagen, föderale Struktur
  • LuftVG, SERA, LuftVO, soweit UAS-relevant
  • Aufstiegserlaubnisse: Notwendigkeit, Gültigkeit, Einzel-/Dauererlaubnis, Antragsverfahren
  • beteiligte Behörden und andere Stellen bei Aufstiegsgenehmigungen
  • Luftraumstruktur (Lufträume C, E, F und G, kontrolliert/ unkontrolliert)
  • Flugbeschränkungsgebiete
  • UAS-Flugverbotszonen
  • Flugverkehrskontrolle (z.B. DFS, Freigaben etc.)
  • Veröffentlichungen (NfL, NOTAM; ICAO-Karte)
  • Bezugsquellen der zuvor genannten Veröffentlichungen
  • Störungs- und Unfallmeldung
  • Kennzeichnungspflicht für UAS
  • Haftung (Luftfahrt-Haftpflicht, Deckungssummen, Versicherungsbedingungen)
  • Urheberrecht, Datenschutz
  • Strafrecht, Ordnungswidrigkeiten

  • Mindestwetterbedingungen in Lufträumen
  • Besondere Wetterlagen (Niederschlag, Nebel, Gewitter, Thermik)
  • Einsatzgrenzen (Wind, Temperatur)
  • Örtliche und aktuelle Gegebenheiten

  • Flugvorbereitung (Wetter, Luftraum, örtliche Gegebenheiten)
  • Risikobeurteilung des Einsatzes
  • Notfallplanung
  • Absperrung oder Absicherung des Aufstiegsortes
  • Einweisung von Hilfspersonen
  • Checklisten, Handbuch, systemspezifische Betriebsgrenzen (Akkulaufzeit, Windanfälligkeit, Signalabschirmung, Störquellen etc.)
  • Einholung von Freigaben, Abgabe von Meldungen
  • Programmierung des Gerätes; Fehlerquellen
  • Systemausfall-Reaktionen und Möglichkeiten (Unterbrechung der Funkstrecke, Verlust GPS Signal, Störquellen/ -ursachen für Signale)
  • Grobe Höhen- und Entfernungsschätzung
  • Erkennen der Ausrichtung des Geräts und angemessene Reaktion hierauf
  • Flugaerodynamik (Kurvenflug, Steig- und Sinkgeschwindigkeit)
  • Einschätzung äußerer Gegebenheiten und deren Einfluss auf das Flugverhalten
  • Kenntnis und Ausführung von notwendigen Reaktionen z. B. bei Annäherung bemannter Luftfahrzeuge, Verlust des Sichtkontaktes, Sender-/Empfängerausfall

Während der Prüfung wird per Zufallsprinzip aus einem Pool von mindestens 255 Fragen ausgewählt. Du musst 51 Fragen oder mehr beantworten, wobei mindestens 23 Fragen auf das Luftrecht abzielen, mindestens 6 Fragen die Meteorologie behandeln und mindestens 22 Fragen den Flugbetrieb bzw. die Navigation thematisieren.

Um die Prüfung zu bestehen, sind 75 Prozent der Fragen richtig zu beantworten. Falls du dein Wissen schon jetzt testen möchtest, haben wir am Ende des Beitrags ein kleines Probe-Quiz für dich zusammengestellt.

Was kostet der Drohnen-Führerschein?

Es gibt keine zentrale Organisation, die den Drohnen-Führerschein abnimmt. Stattdessen bieten ihn mehrere Stellen an, die jeweils zu einer freien Preisgestaltung berechtigt sind. Die aktuellen Angebote liegen bei etwa 300 Euro (inkl. Mehrwertsteuer), wobei in vielen Fällen zusätzliche Kosten für einen Vorbereitungskurs anfallen. 

Wozu berechtigt mich der Drohnen-Führerschein?

Mit dem Kenntnisnachweis bist du berechtigt, Drohnen mit einer Startmasse von mehr als 2 Kilogramm zu fliegen. Damit du davon profitierst, musst du während deiner Copter-Flüge den Nachweis zusammen mit einem Personalausweis oder Reisepass bei dir führen. Offiziell heißt der Drohnen-Führerschein „Bescheinigung über eine bestandene Prüfung zum Nachweis ausreichender Kenntnisse zum Steuern von unbemannten Fluggeräten gemäß § 21a Abs. 4 Satz 3 Nr. 2 der Luftverkehrs-Ordnung“.

Zudem kannst du mit dem Nachweis Sonderaufstiegserlaubnisse bei der Luftfahrtlandesbehörde beantragen.

Welche Mindestvoraussetzungen muss ich für den Kenntnisnachweis erfüllen?

Um zu einer Prüfung bei einer anerkannten Stelle zugelassen zu werden, musst du einige Unterlagen vorlegen. An erster Stelle musst du ein gültiges Identitätsdokument (Personalausweis oder Reisepass) vorweisen. Zudem ist eine Erklärung zu laufenden Ermittlungsverfahren sowie ein Führungszeugnis nach §30 Absatz 1 Bundeszentralregister erforderlich. Bei Minderjährigen muss auch die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters vorliegen. Das Mindestalter für den Drohnen-Führerschein liegt bei 16 Jahren.

Wie lang ist der Kenntnisnachweis gültig?

Nach der Ausstellung ist die Bescheinigung über die bestandene Prüfung für fünf Jahre gültig. Danach muss der Kenntnisnachweis erneut abgelegt werden.

Teste dein Wissen mit unseren Beispiel-Fragen

Damit du ein Gefühl dafür bekommst, welche Fragen bei so einem Kenntnisnachweis auf dich warten, haben wir einen Test für dich zusammengestellt. Mit diesen Beispiel-Fragen kannst du dein Wissen überprüfen und somit besser abschätzen, ob du bereit bist für die Prüfung.

Bitte beachte, dass jede anerkannte Stelle eigene Testfragen hat, die vom LBA abgenommen wurden. Deswegen stellt unser Quiz nur einen kleinen Einblick in die Themenkomplexe dar und kann dir nur ein Gefühl für mögliche Fragen geben. Darüber hinaus ist der Umfang der Prüfung deutlich komplexer. Trotzdem hoffen wir, dass wir dir mit diesem Test ein wenig Orientierung bieten können.

Hast du noch weitere Fragen zum Kenntnisnachweis für Multicopter-Steuerer? Dann ab damit in die Kommentare!

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