Mysore: Die grüne Oase der Maharadschas

Nun haben wir zwei wunderschöne Wochen in Mysore verbracht. Die zweitgrößte Stadt in Karnataka war früher die Hauptstadt eines indischen Fürstenstaates und ist bekannt für den Handel mit Seide, Sandelholz, Räucherstäbchen und Jasmin. Uns hat Mysore sehr gut gefallen und wir haben hier viel unternommen. Die schönsten Sehenswürdigkeiten stellen wir heute vor.

Mysore erkunden

Amba Vilas: Der Palast der Maharadschas

Amba Vilas war für uns ein absolutes Highlight. Nachdem der vorher existierende Palast abbrannte, der fast ausschließlich aus Holz bestand, wurde dieser prächtige Palast errichtet.

Unter Leitung eines britischen Architekten begann der Neubau im Jahre 1897. Das meisterhafte Bauwerk ist von hinduistischen, islamischen, europäischen und rajputischen Einflüssen geprägt. Diese überwältigende Mischung versetzt einen direkt in eine Welt von „Tausendundeiner Nacht“.

Bei einer Besichtigung Im Palast von Mysore findet man verblüffende Räume vor. Der Hochzeitssaal (Kalyana Mantapa) mit seinen Oktagon-Aufbau wird gekrönt mit einer Glaskuppel, die in Schottland hergestellt wurde. Ölgemälde schmücken den Hochzeitsaal genauso wie das Pfauen-Mosaik am Boden. Andere einzigartige Räume sind Gombe Thotti (Doll’s Pavilion), eine Waffenkammer und die Durbas, die Empfängen dienten. Zusätzlich befinden sich zwölf hinduistische Tempel auf dem Areal, deren Ursprünge bis auf das 14. Jahrhundert zurückgehen.

Noch heute wird ein Teil des Palastes von den Nachfahren der Maharadschas von Mysore bewohnt.  Ein besonderes Highlight bei einem Besuch ist es, wenn der Tempel abends zwischen 19 und 20 Uhr von 80.000 Glühbirnen erleuchtet wird. Diesem Schauspiel kann man jeden Sonntag und an Feiertagen beiwohnen.

Im Eintrittspreis von 200 Rupien ist ein Audio-Guide inbegriffen. Da man sonst kaum Info-Schilder im Palast findet, sollte man diesen Guide auch nutzen, um die sehr interessante Geschichte der Anlage zu verstehen.

Die St. Philomena Kirche ist ein Nachbau des Kölner Doms

Nachbau des Kölner Doms

St. Philomena-Kirche

Die St. Philomena-Kirche kann einen schnell vergessen lassen, dass man sich in Indien befindet. Die gotische Kirche mit ihren 50 Meter hohen Türmen wurde als eine Kopie des Kölner Doms errichtet. Die Innenräume der St. Philomena-Kirche sind allerdings recht schlicht gehalten. Bei unserem Besuch zum Karfreitag war die Kirche, die auch St. Joseph Church genannt wird, sehr voll. Den ganzen Tag gab es Gottesdienste. Der Eintritt ist kostenlos möglich.

Devaraja Markt

Es ist ein Fest dem bunten Treiben auf dem Devaraja Markt zuzusehen. Es vermischen sich die Düfte von Ölen, saftigen Obst und frischen Blumen in der Luft. Die Händler verkaufen auch Farben, handgemachte Weihrauchstäbchen und Gewürze, sodass ein Besuch auf dem Markt garantiert sehr abwechslungsreich wird.

Chamundi Hills

Die Chamundi Hills sind die heiligsten Berge Südindiens. Auf der Spitze gibt es mehrere Tempel. Die Besonderheit der Tempel liegt darin, dass man auch als Nicht-Hindu in das Innerste sehen darf. In anderen Regionen ist das undenkbar. Auf dem Weg nach oben hat man eine schöne Aussicht auf das Umland. Dennoch hat uns diese Sehenswürdigkeit nicht von den Socken gehauen. Man kann es mitnehmen, wenn man viel Zeit hat. Andernfalls hat man auf den Chamundi Hills nichts verpasst. Busse (Linie 201) fahren aller zehn Minuten vom City Bus Stand ab.

In Mysore gibt es noch weitere Attraktionen, für die wir keine Zeit hatten:

  • Zoo
  • Sand Museum (liegt auf dem Weg zu den Chamundi Hills)
  • Yoga-Kurse
  • Andere Museen

Tagesausflüge in das Umland von Mysore

Nicht nur Mysore hat coole Plätze zu bieten. Auch im Umland gibt es einige Attraktionen zu entdecken. Hier kommt unsere Auswahl:

Der Keshava Tempel in Somnathpura

Auch wenn wir schon viele Tempel gesehen haben: Der Keshava Tempel in Somnathpura lohnt sich. Mich als bekennender Dschungelbuch-Fan hat diese Anlage gedanklich direkt in King Louis Affendorf versetzt. Der abgelegene Tempel wurde 1286 errichtet und ist zum Glück nicht von Touristen überlaufen. Der kleine Tempel gilt als ein ausgezeichnetes Beispiel der Hoysala-Architektur und ist mit seiner einmaligen Bauweise wunderbar erhalten.

Ein Säulensaal stellt das Zentrum des Keshava-Tempels dar, dessen Dach von 18 Säulen getragen wird. In den Himmelsrichtungen befindet sich je ein Heiligtum, das von einem Turm gekrönt wird:

  • Westen: Vishnu als Kesava
  • Norden: Janardana
  • Süden: Venugopala

Die Mauern des Keshava-Tempels sind kunstvoll verziert. Der Saal steht in einem Innenhof, der von einer Mauer begrenzt wird. In dieser Mauer befinden sich 64 kleine Räume, in denen sich früher kleine Schreine befanden. Verbunden sind diese Schreine durch einen Säulengang. Wenn man diesen im Uhrzeigersinn abläuft, erzählen die in die Wände gemeißelten Bilder Heldengeschichten.

Tipp für deinen Besuch: Im Tempel ist natürlich Schuhverbot und der Boden im Innenhof kann durch die Sonne sehr heiß werden. Daher sollte man Socken dabei haben!

Der Eintrittspreis für den Keshava-Tempel kostet 100 Rupien. Ab Mysore kann man vom Suburban Bus Stand für etwa 80 Rupien einen Bus nach Somanathapura nehmen mit Umstieg in Bannur. Die Fahrt dauert ca. anderthalb Stunden.

Direkt im Anschluss kann man von Somanathapura nach Srirangapatna fahren (ca. 70 Rupien). Die Fahrt entlang der unzähligen Reisfelder ist sehr schön.

Srirangapatna

Srirangapatna ist eine Insel im Kaveri-Fluss und beherbergt ein Fort. Diese Insel hat in der Geschichte der Region eine wichtige Rolle gespielt. In Srirangapatna befinden sich folgende Sehenswürdigkeiten:

  • Der Palast Daria Daulat Bagh war der Sommersitz von Titu Sultan (Öffnungszeiten von 8:30 – 17:30 Uhr, Eintritt für 100 Rupien).
  • Das Gumbaz ist ein Mausoleum, indem Titu Sultan und seine Eltern begraben sind. Außerdem gibt es hier eine Moschee und viele weitere Gräber der Familie.
  • Der Sri-Ranganathaswamy-Tempel ist der Namensgeber für die Ortschaft und befindet sich in den Festungsmauern im Westen
  • Die Freitagsmoschee Jama Masjid
  • Die Ruinen des Palastes Lal Mahal. Leider erkennt man nicht mehr viel
  • Schlichtes Monument an der Stelle, an der Tipu Sultan fiel
  • Verließe, in denen britische Soldaten gefangen gehalten wurden
  • Einen Obelisk an der Stelle, an der die Briten die Mauern der ehemaligen Festung durchbrachen

Leider waren wir spät dran und haben nur das Gumbaz von innen gesehen.

Bylakuppe

80 Kilometer westlich von Mysore leben etwa 10.000 Exiltibeter. In der Flüchtlingssiedlung Bylakuppe kann man die Kultur der Tibeter hautnah miterleben und prachtvolle Tempel auf sich wirken lassen. Unseren Ausflug habe ich bereits ausführlich beschrieben. Eine Fahrt nach Bylakuppe ist äußerst empfehlenswert! Busse fahren aller zehn Minuten vom Suburban Busstand ab. Eine Strecke kostet etwa 80 Rupien

Essen in Mysore

Unser Lieblingsrestaurant: Hotel Zameera

Hier zählen wir schon als Stammgäste. Es gab nur einen Tag in unserem zwei Wochen in Mysore, an dem wir es nicht in dieses Restaurant geschafft haben. Egal ob zum Frühstück, Mittag oder Abendessen, zu einer Mahlzeit verschlug es uns jeden Tag hierher. Das Essen ist gut und die Mitarbeiter sind sehr freundlich.

new-shilpashri-restaurantNew Shilpashri Restaurant

Zwar muss man erst eine dubios wirkende Treppe hinaufsteigen, aber der erste Eindruck täuscht. Oben kann man auf einer Dachterrasse Platz nehmen und das Geschehen der Stadt beobachten. Das Essen ist sehr gut. Die Preise sind aber etwas teurer.

Übernachten in Mysore: Das Grand Inn

grand-innDas Grand Inn befindet sich direkt hinter dem Suburban Busstand und hat damit eine hervorragende Lage. Die geräumigen Zimmer sind sauber und verfügen über ein eigenes Bad mit Warmwasseranschluss. Schnelles WIFI, günstige Preise und die freundlichen Mitarbeiter machen das Grand Inn zu einer ausgezeichneten Adresse für die Erkundungstouren in Mysore. Schau dir hier Bewertungen und Bilder vom Grand Inn an!

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Konfuzius