11 tolle Tipps für eine nachhaltige Low-Budget Reise (Gastbeitrag)

Der nächste Urlaub steht an und du möchtest dabei möglichst deine Geldbörse schonen und auch noch nachhaltig reisen? Ein toller Vorsatz! Dass Nachhaltigkeit nicht nur in als „sustainable“ deklarierten, teuren Luxushotels stattfinden kann, möchte dir Stefany Seipp in diesem Gastbeitrag zeigen.

Mit ihren Tipps schaffst du es nämlich ganz einfach, eine nachhaltige und budgetschonende Reise zu planen.

1. Wie wäre es mit Camping?

Nachhaltiger und budgetschonender geht es ja nun wirklich nicht. Wenn es dir nichts ausmacht, das Zelt mitzuschleppen, kannst du dein Portemonnaie dabei richtig schonen. Informiere dich nur vorher darüber, in welchen Gegenden campen überhaupt erlaubt oder verboten ist, ansonsten hättest du nämlich das Geld für die Strafen lieber in ein nachhaltiges Hotel investieren können.

Dafür hast du aber auch den Luxus, direkt unter dem Sternenhimmel schlafen zu können. Dieses Gefühl kann dir kein Hotel der Welt geben.

2. Nachhaltige Hotels

Nachdem Camping nicht jedermanns Sache ist, kannst du dich natürlich auch nach einem nachhaltig betriebenen Hotel umschauen. Dazu gehören meist kleine, von Einheimischen betriebene Unterkünfte. Große Ketten folgen meist standardisierten Prozessen, zu denen der tägliche Wechsel der Bettwäsche sowie der Handtücher gehört – nicht wirklich umweltfreundlich. Informiere dich vor der Buchung, ob das Hotel nachhaltig betrieben wird und frage auch gerne beim Anbieter nach, was genau das Hotel denn so nachhaltig macht. Hotels, die wirklich durch Nachhaltigkeit glänzen, werden sich über dein Interesse freuen und dir deine Fragen gerne beantworten.

Folgende Fragen kannst du stellen, um herauszufinden, wie es um die Nachhaltigkeit bestellt ist:

  • Wie wird das Hotel mit Strom versorgt?
  • Gibt es die Möglichkeit, die Bettwäsche nicht automatisch jeden Tag waschen zu lassen?
  • Gibt es Springbrunnen oder andere unnötige Wasserverschwender?
  • Wird im Restaurant auf regionale Produkte gesetzt?

Und: Keine Sorge, nachhaltige Hotels müssen nicht unbedingt teurer sein als „normale“. Apropos, abgesehen von einem nachhaltigen Urlaub, kannst du dich natürlich auch in einem nachhaltigen sozialen Projekt im Ausland engagieren!

3. Regional essen abseits der Touristenpfade

Kennst du auch die (vorwiegend) asiatischen Touristen, die in Scharen nach Europa kommen, um dort stets in wiederum asiatischen Restaurants essen zu gehen? Mach denen das bitte nicht nach. Erstens verpasst du unglaublich viel von der regionalen Küche, wenn du dich nur in deutschen Restaurants im Ausland herumtreibst. Und zweitens ist es deutlich nachhaltiger, in Restaurants zu essen, in denen regionale Speisen serviert werden als stets bei Fastfood-Ketten einzukehren. Gerade in fernöstlichen Ländern sind die lokalen Restaurants meist auch unglaublich günstig! Frag am besten die Locals nach guten Restauranttipps!

Auf Nachtmärkten gibt es leckeres Essen, aber es entsteht auch viel Plastik-Müll

4. Energie- und Wasserverbrauch reduzieren

Wenn du nicht gerade in den Alpen urlaubst, wo frisches Quellwasser en Masse verfügbar ist, solltest du stets auf deinen Wasserverbrauch achten, denn gerade in Lateinamerika oder Fernost ist Wasser häufig knapp. Auch Strom ist oft sehr teuer oder nur bedingt verfügbar. Informiere dich vorab, ob dies in deinem Reiseziel der Fall ist und gehe gegebenenfalls schonend mit den vorhandenen Ressourcen um.

Viele kleine Guesthouse-Betreiber in ärmeren Ländern berichten von einem unglaublichen Mehrverbrauch an Wasser, wenn sie Gäste aus der westlichen Welt beherbergen. Da solltest du mit gutem Beispiel vorangehen und beweisen, dass wir Westeuropäer auch anders können. Wenn du in ein eh schon warmes Land reist, kannst du zum Beispiel auf die heiße Dusche verzichten. Springe lieber schnell unters kühle Nass, das erfrischt und schont die Wasserbilanz.

5. Meide Elefantencamps und andere Attraktionen

Elefantencamps stellen sich häufig seriöser da als sie sind. Viele Menschen lieben die intelligenten Dickhäuter, weshalb es sie auch zu einem Ritt auf ihren Rücken zieht. Allerdings solltest du dich bei derartigen Attraktionen stets fragen: Entspricht dies dem natürlichen Verhalten der Tiere? Ist ein Elefant dafür gemacht, Menschen auf seinem Rücken zu transportieren, oder wurde er womöglich qualvoll darauf trainiert? Denn Letzteres ist in vielen Elefantencamps der Fall. Verzichte also, wenn möglich, auf derartige Attraktionen, auch wenn du Elefanten magst. Stattdessen bieten Nationalparks eine gute Möglichkeit, wilde Tiere in ihrer natürliche Umgebung zu beobachten. 

Nationalparks bieten eine gute Möglichkeit, wilde Tiere zu beobachten

6. Work and Travel

Wenn du deine Urlaubskasse auf nachhaltige Weise aufbessern willst, informiere dich über Work and Travel Angebote. Diese gibt es in aller Welt und so kannst du mit deiner Reise etwas Gutes tun und bekommst meist auch Kost und Logis vom Anbieter gestellt – du kannst also die Welt sehen, ohne etwas dafür zu bezahlen oder dabei sogar noch ein kleines Taschengeld dazu verdienen. Die Möglichkeiten, dabei etwas Gutes zu tun, sind vielfältig.

Du kannst zum Beispiel Kindern in Kambodscha Englisch beibringen oder dabei helfen, die Weltmeere von Müll zu befreien. Ideal ist es, wenn du dich dabei für eine Arbeit entscheidest, die du schon immer einmal ausprobieren wolltest, oder eine, die dich auch in deiner zukünftigen beruflichen Laufbahn weiterbringt.

7. Reise mit leichtem Gepäck

Jedes zusätzliche Kilo, das du transportieren musst, wirkt sich auf die CO2-Bilanz aus. Außerdem ist es, gerade, wenn du viel herumreist, auch einfach angenehmer, wenig Gepäck mit dir herumzutragen. Wenn du im Flieger nur mit Handgepäck reist, sparst du dir zudem bares Geld. Auch jedes Kilo Übergepäck kann dich richtig viel kosten, weshalb du stets darauf achten solltest, deinen Koffer so leicht wie möglich zu packen.

Hier gilt es, klug zu packen und zu planen. Nimm dir am besten ein paar praktische 2in1-Gadgets mit, setze auf Leggings oder andere Allroundtalente bei der Kleidung und lass die schweren Bücher zugunsten eines leichten, praktischen e-Readers zuhause. Damit du letzteren auch überall auf der Welt aufladen kannst, solltest du stets den richtigen Reiseadapter dabeihaben! Hier gibt es eine schöne Übersicht von verschiedenen Stecker-Typen weltweit!

8. Nutze Trinkwasserfilter

Gut, den wirst du nicht brauchen, wenn du in den Alpen oder in anderen Gebieten mit toller Trinkwasserqualität Urlaub machst. Hier kannst du einfach eine normale Wasserflasche mitnehmen und diese überall wieder auffüllen. An anderen Orten wie Lateinamerika, Asien oder Afrika solltest du aber beachten, dass das Trinkwasser oft voller Bakterien und Chlor ist. Investiere für diese Zwecke am besten in einen hochwertigen Trinkwasserfilter.

Der filtert 99,999 Prozent aller Bakterien aus dem Wasser – auch die gesundheitsgefährdenden Coli Bakterien. Dadurch macht er selbst Wasser aus einer dreckigen Pfütze trinkbar – was wir dir aber dennoch nicht empfehlen würden, wenn es sich vermeiden lässt. Du sparst dir dadurch Geld, weil du nichts für in Plastikflaschen abgepacktes Trinkwasser mehr ausgeben musst. Außerdem ist es deutlich nachhaltiger, da du keinen unnötigen Plastikmüll fabrizierst.

9. Fahrrad und Öffis statt Auto und Taxis

Reise so gut es geht mit Zug oder Fernbus statt Auto und Flugzeug an. Gut, wenn du eine Fernreise unternehmen willst, kommst du um das Flugzeug nicht herum. Aber vor Ort kannst du einiges an Kilometern ohne negative CO2-Bilanz zurücklegen. Die meisten Orte lassen sich nämlich am besten zu Fuß erkunden. Viele Hotels oder Hostels bieten dir zudem die Möglichkeit, ein Fahrrad zu mieten.

Auch in immer mehr Städten gibt es Ständer mit City-Bikes, die du dir für kleines Geld stundenweise ausleihen kannst. Das ist eine sehr kostengünstige Möglichkeit, um von A nach B zu kommen, und eine umweltschonende noch dazu. Außerdem tust du was für deine Figur und kannst dir am Abend noch mehr leckeres lokales Essen gönnen!

Wenn Fahrradfahren an deinem Urlaubsort keine Option oder einfach zu gefährlich ist – in vielen fernöstlichen Ländern kann das tatsächlich der Fall sein! – bewege dich so gut es geht mit Bussen, Bahnen oder Fahrradrikschas fort. Auch Gemeinschaftstaxis können an vielen Orten eine super Möglichkeit sein, um von A nach B zu gelangen. Informiere dich vorab über die Transportmöglichkeiten an deinem Reiseziel und entscheide dich stets für die nachhaltigste. In Großstädten kommst du meist am besten mit U-Bahnen voran – staufrei ist diese Möglichkeit noch dazu!

Fahrrad-Rikshaws sind nicht nur gut für die Umwelt – die Fahrer können dir auch besondere Orte zeigen

10. Verzichte auf unnötigen Verpackungsmüll

Auf Streetfood-Märkten bekommst du meist sehr leckeres, günstiges Essen. Allerdings wird dies meist in Plastikverpackungen serviert. Gerade in Asien wird alles gerne, warum auch immer, doppelt und dreifach eingepackt. Hier gilt: Nein sagen kannst du immer. Weise darauf hin, dass du die Sachen gleich essen möchtest, damit sie nicht so stark verpackt werden. Außerdem kannst du dir leichte Aludosen mitnehmen, die sich super für ein kleines Lunchpaket eignen.

Vor allem, wenn du an Märkten einkaufen willst, lohnt sich eine Investition in solche Dosen. Die meisten Händler packen dir die Sachen gerne darin ein. Auch eigenes Besteck lohnt sich. Lege dir zum Beispiel eine Spork (Mischung aus Löffel und Gabel) zu. Die kannst du leicht überall verstauen und mitnehmen.

In vielen Ländern stapelt sich der Müll auf den Straßen. Durch nachhaltiges Handeln kannst du deinen Beitrag leisten.

11. Reise-Set statt Probierpackungen

Viele Drogerien oder auch Supermärkte bieten ein sogenanntes Reise-Set an, also kleine Fläschchen und Tiegel, die du individuell befüllen kannst. Das Reise-Set ist wiederverwendbar, spart dir also mehr Geld als wenn du vor jeder Reise deine eigenen Miniatur-Beauty-Produkte kaufen müsstest. So sparst du jede Menge Plastikmüll und entscheidest selbst, welche Produkte du einfüllen willst. Fürs Handgepäck sind diese Sets auch noch konzipiert. Smarter geht es doch kaum.

Du kannst es beispielsweise auch mal mit DIY-Waschlotionen und Deos versuchen oder beim Mückenschutz auf Hausmittelchen zurückgreifen, anstatt auf Produkte mit DEET, Icaridin oder anderen biologisch nicht-abbaubaren Chemikalien! Das ist umweltfreundlich und günstiger noch dazu!  

Grüne, nachhaltige Reisen und Low Budget müssen sich nicht ausschließen. Klar, es gibt Hotels, die aus dem Label „Green Hotel“ Profit schlagen wollen. Aber gerade vor Ort ist es oft unglaublich einfach, nachhaltig zu leben und möglichst wenig Spuren zu hinterlassen – vor allem in der eigenen Geldbörse. Mit unseren oben genannten Tipps reist du nicht nur nachhaltig, sondern auch budgetschonend.

Über die Gastautorin

Stefany Seipp leitet die bekannte Informations- und Kommunikationsplattform Green Pearls . Green Pearls ist der Spezialist für nachhaltiges und umweltfreundliches Reisen und konzentriert sich dabei auf sanften, komfortablen Tourismus sowie auf den Umweltschutz und die Optimierung des sozialen Gleichgewichts im Tourismus.

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Anstelle dich zu fragen, wann dein nächster Urlaub ist, solltest du ein Leben führen, vor dem du nicht davon laufen musst.

Seth Godin