Sepilok: Borneos faszinierende Dschungelkinder ganz nah erleben

Bei einer Reise nach Borneo ist der kleine Ort Sepilok ein Muss für Naturliebhaber. In diesem Artikel zeige ich dir, was dich in Sepilok erwartet und welche wunderbaren Tiere du auf keinen Fall verpassen darfst!

Der Nordosten von Borneo – das ist die Heimat der wohl süßesten, aber gleichzeitig auch am meisten gefährdeten Tiere Asiens. Die zotteligen Orang-Utans, die witzigen Nasenaffen, die kleinen Zwergelefanten und die weniger bekannten, putzigen Malaienbären – all diese Tiere nennen den malaiischen Bundesstaat Sabah ihr Zuhause. Doch der dichte Regenwald, der das Land einmal bedeckte, schrumpft immer mehr.

Etwa 25 Kilometer westlich von Sandakan befindet sich das kleine Kabili-Sepilok Naturschutzgebiet. Es umfasst gerade mal eine Fläche von reichlich 42 Quadratkilometern und beherbergt eine große Vielfalt an interessanten Tieren und Pflanzen. Bereits seit 1957 sind in diesem Gebiet Waldrodungen verboten. Dieser Ort ist einer der letzten auf Borneo, um die berühmten Orang-Utans in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen. Heute leben dort 60 bis 80 Orang-Utans frei. Kein Wunder, dass der kleine Ort Sepilok zu einem Touristenmagneten Sabahs geworden ist.

Das Orang-Utan-Rehabilitationszentrum

Karte des Orang-Utan-Rehabilitationszentrums

Die bekannteste Anlaufstelle ist das Sepilok-Orang-Utan-Rehabilitationszentrum. Hier werden aus Gefangenschaft befreite oder auch verwaiste Jungtiere wieder aufgepäppelt und auf das Leben in Freiheit vorbereitet. Den Affenkindern wird beigebracht, Futter zu suchen und auf Bäume zu klettern, bevor sie allmählich von der Station entwöhnt werden.

Täglich um 10 und 15 Uhr kann man den Orang-Utans bei der Fütterung zusehen. Die meisten Bereiche des Schutzzentrums sind nicht öffentlich zugänglich, sodass du zu diesen Zeiten die besten Chancen hast, die beeindruckenden Menschenaffen zu Gesicht zu bekommen.

Vom Eingang führt ein Plankenweg zur Fütterungsplattform. Rucksäcke und Flaschen sind im Innenbereich verboten. Am Eingang findest du jedoch Schließfächer, in denen du deine Sachen lagern kannst. Wir haben lediglich unsere Kameras, Portmonee und Ersatz-Akkus mit hineingenommen.

Als wir bei der Morgenfütterung ankamen, genossen schon zwei Orang-Utans auf der Plattform ihr Frühstück. Ein Pfleger saß mit dem Futterkorb daneben und verteilte Kokosnüsse, Bananen und weitere Früchte. Wir hätten den Tieren ewig beim Fressen zusehen können. Es ist fantastisch, wie geschickt sie die Früchte auseinandernehmen und essen.

So faszinierend die Menschenaffen auch sind, beim Beobachten musste ich jedoch immer wieder an die Orang-Utans vom Semenggoh Wildlife Centre bei Kuching denken. Im Vergleich sahen die Tiere hier viel schlaksiger und kraftloser aus. Mir wurde dadurch erst richtig bewusst, welche Arbeit die Pfleger noch vor sich hatten, bis die Orang-Utans wieder komplett aufgepäppelt sind und allein in der Wildnis überleben können.

Noch stärker konnten wir die Unterschiede im Kindergarten nebenan beobachten. Von dem Gebäude aus konnten wir durch die Glasscheibe die jüngeren Tiere draußen beim Spielen und Lernen auf großen Kletterrahmen für eine gewisse Zeit zusehen. Die Pfleger kümmerten sich liebevoll um die jungen Orang-Utans. Es passierte nicht selten, dass einer der kleinen Racker vom Klettergerüst fiel und die Pfleger ihm wieder aufhalfen und zeigten, wie er nach oben klettern soll. Besonders putzig war ein Kleiner, der sich immer wieder absichtlich fallen ließ, um dann mit Purzelbäumen über den Grasboden den Pflegern davonzurollen. Immer wieder aufs Neue kamen die Betreuer an, um ihm zu zeigen, dass er mit den anderen klettern soll.

Herrlich war auch eine Gruppe von jungen Orang-Utans. Einer hatte eine Kokosnuss gefunden und nun jagten ihm seine Freunde von Seil zu Seil, um die Nuss zu stibitzen. Wir hätten den verspielten Kerlen ewig zusehen können!

Nach einiger Zeit kamen die Pfleger und brachten die Jungtiere wieder zurück ins Gebäude. Auch wir mussten das Gelände verlassen, doch entschieden sofort zur Nachmittagsfütterung um 15 Uhr nochmal vorbeizuschauen.

Und auch der zweite Besuch hat sich gelohnt! Bis wir in den Innenbereich konnten, besuchten wir das Informationszentrum und schauten einen Kurzfilm, welcher noch mehr über die Rehabilitationsarbeit erklärte.

Zurück an der ersten Futterstelle wurden wir von einem Ranger gestoppt. Beinahe hätten wir übersehen, dass zwei Orang-Utans auf der Besucherplattform herumtollten. Nachmittags besuchen weniger Touristen die Station, sodass wir in Ruhe die Tiere beobachten konnten. Die Pfleger sperrten einen Umkreis ab, sodass man den Tieren nicht zu nahekam. Nach einiger Zeit wurde es den beiden aber vermutlich doch etwas zu viel und sie zogen sich zurück.

Du solltest bedenken, dass es sich bei dem Schutzzentrum nicht um einen Zoo handelt. Während der Fütterung kannst du von speziellen Besucherplattformen zusehen, wie die Tiere gefüttert werden und dabei verspielt herumtollen. Es gibt keine Möglichkeit, die Tiere zu berühren oder sie für eine längere Zeit zu beobachten. Die Ranger passen sehr gut auf, dass man den Tieren nicht zu nahekommt. Bei uns sind die Orang-Utans auch auf den Besucherwegen lang spaziert, halte dich also bitte an die Anweisungen der Ranger.

Öffnungszeiten: Samstag bis Donnerstag von 9.00 bis 12.00 Uhr & 14.00 bis 16.00 Uhr
Freitag 9.00 bis 11.00 Uhr & 14.00 bis 16.00 Uhr
Fütterungszeiten: täglich 10.00 und 15.00 Uhr
Eintritt: 30 RM | Fotoerlaubnis 10 RM extra (Ticket gilt für den kompletten Tag)

Bornean Sun Bear Conservation Centre (BSBCC)

Malaienbär auf einem Baum

Neben den Orang-Utans gibt es noch viel mehr Tiere in den Regenwäldern, die geschützt werden müssen. Direkt neben dem Orang-Utan-Rehabilitationszentrum befindet sich das Bornean Sun Bear Conservation Centre. Hier wohnen derzeit knapp 45 Malaienbären.

Die auch als Sonnenbär bezeichneten, goldigen Tiere sind die kleinsten Bären der Welt. Doch durch den schrumpfenden Lebensraum sind auch sie stark bedroht. Sie werden gejagt, da sie in Plantagen (z.B. Kokospalmen) erheblichen Schaden anrichten können. Zudem sind sie so süß, dass sie häufig als „Haustiere“ in Käfigen gehalten werden. Wenn sie ausgewachsen sind, werden sie geschlachtet und einige Körperteile werden für medizinische Zwecke verwendet. Die Galle und Blase der Malaienbären sind in der traditionellen chinesischen Medizin hochgeschätzt. Selten wird das Bärenfleisch auch gegessen.

Im Bornean Sun Bear Conservation Centre werden die gerettete Bären wieder aufgepäppelt und auf das Leben in Freiheit vorbereitet.

Warum sind Malaienbären so wichtig für die Natur und müssen geschützt werden?

Für einen intakten Regenwald auf Borneo sind Malaienbären sehr hilfreiche Tiere:

  1. Waldpflanzer
    Malaienbären essen eine Vielfalt an Waldfrüchten. Während sie reisen, zerstreuen sie die teilweise verdauten Fruchtsamen im ganzen Wald. Dadurch tragen sie dazu bei, das Wachstum dieser Samen zu sichern. Je weiter die Samen von dem Elternbaum weg gepflanzt werden, desto höher ist die Überlebensrate der neuen Bäumchen.
  2. Waldingenieur
    Sonnenbären sind exzellente Kletterer. Ein Grund, warum sie auf Bäume klettern, ist die Ernte von Honig in den Bienenstöcken. Mit ihren starken Klauen und Eckzähnen können sie Baumstämme öffnen, um an den Honig zu kommen. Dadurch entstehen wiederum Hohlräume, die als Nester von Nashornvögeln und Flughörnchen genutzt werden können.
  3. Walddoktor
    Termiten sind soziale Insekten, die in großen Kolonien wohnen und sich von Bäumen ernähren. In Asien gibt es einige Termitenarten, die ihre Nester in Bäumen bauen, was zu dem Tod dieser großen Pflanze führen kann. Für Malaienbären sind Termiten eine Lieblingsspeise. Mit ihren Klauen graben sie in Termitennestern und fressen die kleinen Insekten. Das hilft dem Wald, gesund und am Leben zu bleiben und gleichzeitig wird die Termiten-Population kontrolliert.
  4. Waldbauer
    Wenn die Bären nach wirbellosen Tieren im Boden graben (z.B. nach Regenwürmern, Ameisen und Termiten) helfen sie, den Nährstoffkreislauf im Wald zu verbessern, indem sie den nährstoffreichen und nährstoffarmen Boden zusammen mischen. Sie mischen den Waldboden, genau wie die Bauern ihre Felder pflügen, bevor sie pflanzen.

Gegründet im Jahre 2008 von dem Malaienbären-Forscher Wong Siew Te, ist das Bornean Sun Bear Conservation Centre in Sepilok das einzige Mailaienbär-Erhaltungszentrum der Welt. Es wurde eingerichtet, um die Öffentlichkeit zu informieren und vor allem die kleinen Bären zu pflegen und rehabilitieren. Nachdem du dein Ticket gekauft hast, führt dich ein Weg zu den Gehegen. Viele interessante Schilder erklären dir, was die Malaienbären so besonders macht, wie und wo sie leben und von was sie sich ernähren.

Der Weg führt dich auf einen Holzpfad auf Stelzen. Von hier kannst du in das Großgehege hinabschauen. Doch denke daran, dass die Bären fantastische Kletterer sind! Bei uns haben sie sich die meiste Zeit auf den Bäumen aufgehalten. Durch den erhöhten Weg waren wir mit ihnen direkt in Augenhöhe. Auf den Aussichtsplattformen ist durchgängig ein Mitarbeiter, der gern noch mehr Infos gibt. Er hat ein Fernglas dabei, mit dem du die Tiere näher beobachten kannst. Spreche ihn ruhig an. Die Pfleger sind total freundlich und helfen gern. Zudem gibt es einige Bücher, die die Geschichten der einzelnen Bären erzählen. Alle wurden entweder aus Zirkussen, Käfigen oder als Waisenkinder gerettet. Du kannst lesen, welche besonderen Eigenschaften jedes einzelne Tier hat und wie es dazu gekommen ist.

Ein paar Auszüge von den Geschichten der einzelnen Bären

  • Mary wurde von Wilderern gefangen genommen und als Haustier gehalten. Wegen ihrer unausgewogenen Ernährung hat sie eine kleinere Körperstruktur und bewegt sich meist sehr untypisch. Sie versuchte auf zwei Beinen zu laufen, im Zuge dessen, dass sie mit Menschen die meiste Zeit ihres Lebens verbracht hat. Mittlerweile hat sich ihre körperliche Verfassung verbessert und sie kann wie die anderen Bären wieder herumklettern.
  • Fulung wurde von einem Jagdhund in einem abgelegenen Waldgebiet gefunden. Die Dorfbewohner nahmen ihn als Haustier und er wuchs sehr schnell unter ihrer Pflege. Fulung wurde dem Sabah Wildlife Department übergeben und zu einem Zoo gebracht, bevor er 2010 ins BSBCC geschickt wurde. Er wurde von dem Jagdhund verletzt und hatte einen Biss an seinem Körper. Fulung hat auch eine Kratzer-Markierung auf seiner Stirn, die vermutlich verursacht wurde, als er versucht hatte aus dem Käfig auszubrechen.
  • Gutuk kommt ursprünglich aus der Region Kota Kinabalu. Er hat ein sehr schlechtes Sehvermögen, was seine Bewegung deutlich verlangsamt. Es wird vermutet, dass er von den heißen Funken der Werkstattwerkzeuge geblendet wurde. Trotz eines Zugangs zu dem Außenbereich hat Gutuk nie einen Fuß aus seinem Innenkäfig getreten. Die Pfleger versuchen immer wieder ihn zu ermutigen und ihn mit seinen Lieblings-Leckereien zu locken, doch bisher ist es nicht gelungen.
  • Kudat und seine beste Freundin Panda waren zuvor in weniger als zufriedenstellenden Bedingungen untergebracht, bis sie an das BSBCC übergeben wurden. Kudat als auch Panda wurden als Pandas in einem Mini-Zoo gezeigt. Diese „Pandas“ wurden täglich mit je einem Huhn gefüttert. Das erklärt, warum sie eine ziemlich große Körpergröße im Vergleich zu den anderen Bären in ihrem Alter haben.
  • Kuamut kommt ursprünglich aus der Kinabatangan River-Gegend. Als sie beim Zentrum ankam, war sie in einem sehr schlechten Zustand. Als Neugeborenes wurde sie als Haustier in einem kleinen Eisenkäfig gehalten, bis sie ein Kleinkind war. Es wird vermutet, dass ihre Mutter für Bärenkörperteile für den Schwarzmarkt getötet worden war. Kuamuts Hals war mit einer enorm schweren Metallkette mit einem Messingschloss verschlossen, welches ein Gewicht von mehr als 2 kg hatte. Ihr Hals war dünn und abgenutzt, als die Ketten endlich von Spezialisten des BSBCC entfernt wurden. Heute ist sie einer der gesündesten Bären, die hier im Gehege herumlaufen.

Alle Storys und die Fotos zu den Bären findest du auf der offiziellen Seite des BSBCC.

Uns haben die Malaienbären sehr beeindruckt. Zugegeben hat uns der Besuch hier noch mehr gefallen als im Orang-Utan-Center nebenan. Das Zentrum ist tagsüber durchgängig geöffnet und wird von deutlich weniger Touristen besucht. Zeitweise waren wir mit den kleinen Bären komplett für uns.

Ein Ausflug zu den Malaienbären ist nicht nur als Überbrückung zwischen den beiden Orang-Utan-Fütterungen eine super Sache, auch so ist der Aufenthalt bei den süßen Kerlen eine einzigartige Erfahrung. Falls du nach Sepilok reisen möchtest, dann können wir dir einen Besuch der knuffigen Bären nur ans Herz legen!

Öffnungszeiten: täglich von 9.00 bis 15.30 Uhr
Eintritt: Erwachsene 31,80 RM | Kinder von 12 bis 17 Jahren 5,30 RM | Rentner und Kinder unter 12 Jahren freier Eintritt

Rainforest Discovery Centre

Karte des Rainforest Discovery Centres

Nahe den beiden Rehabilitationszentren befindet sich einer der besten Vogelbeobachtungsspots in Sabah. Mehr als 250 Arten kann man im Rainforest Discovery Centre entdecken. Ein Besucherhaus und viele Schilder entlang des Weges informieren anschaulich über den Regenwald und zeigen Fotos der vielen Vögel. Auf einem 150 Meter langen Canopy-Walk kannst du durch die Gipfelregion des Waldes spazieren.

Seit unserer Reise nach Sri Lanka sind wir richtige Vogelliebhaber geworden. So war es in Sepilok gar nicht so schwer extra zeitig aufzustehen und schon vor dem Frühstück auf die Suche nach den bunten Vögeln zu gehen. Wenn auch du die Tiere des Waldes entdecken möchtest, solltest du möglichst morgens und sehr spät abends beim Rainforest Discovery Centre vorbeischauen. Höchstwahrscheinlich hat der Schalter zu diesen Zeiten nicht geöffnet, doch die meisten Wege sind nicht abgesperrt, sodass du auch außerhalb der Öffnungszeiten hereinkannst. Den Eintritt kannst du bezahlen, wenn du das Center verlässt. Verhalte dich sehr ruhig und du kannst so einige Tiere entdecken!

Es gibt mehrere Aussichtstürme, von denen du die Tiere beobachten kannst. Die meisten Vögel wie etliche Spinnenjäger (Spider Hunter), einen schlafenden Rotnackentrogon (Red-naped Trogon) und bunte Dschungelzwergfischer (Oriental Dwarf Kingfisher) haben wir entlang des Weges zwischen dem Hornbill-Tower und dem Kingfisher-Trail entdeckt.

Von den großen Aussichtstürmen im Zentrum haben wir nur eine große, gelbe Raupe auf einem Ast klettern und nur weit entfernt ein paar Nashornvögel fliegen sehen.

Die längste Zeit haben wir beim Broadbill Tower verbracht. Auf Empfehlung unserer Gästehausbesitzer sind wir direkt am ersten Abend zum Rainforest Discovery Centre gelaufen. Wir waren so ziemlich die einzigen Besucher und spazierten ganz leise, mit gespitzten Ohren entlang der Pfade durch den Wald. Am Broadbill Tower trafen wir einen Fotografen und seine Assistentin. Sie haben in den Bäumen eine Orang-Utan-Mutter und ihr Junges entdeckt. So goldig! Ich weiß nicht, wie lange wir den beiden Kletterern zugesehen haben.

Es dämmerte langsam. Die kleine Orang-Utan-Familie zog sich auf entferntere Bäume zurück und auf uns warteten die nächsten Überraschungen. Ein bunter Halsband-Breitrachen (Black and Yellow Broadbill) mit türkisen Schnabel, leuchtend gelben Augenringen und einem rosa Bauch sprang zwischen den Ästen umher. Er sah herrlich aus!

Da es finsterer wurde, beschlossen wir zurückzugehen. Glücklicherweise war der Canopy-Walk noch geöffnet. In den Baumwipfeln angekommen entdeckten wir die Nachtwanderungs-Gruppe, die gespannt auf etwas wartete. Mit dem Fernglas zeigten sie uns ein Loch in der Krone eines Baumes. Es dauerte nicht lange, bis ein Wesen aus der Höhle kroch und noch weiter emporkletterte. Auf einem Ast angekommen, ließ es sich in die Tiefe fallen und glitt wie ein Drache durch den Himmel – Flughörnchen! Diese Tiere haben mich schon lang fasziniert. Unglaublich, sie endlich zu Gesicht zu bekommen. Nach kurzer Zeit stürzte sich schon wieder das nächste in die Dunkelheit. Leider waren sie viel zu schnell für unsere Kamera, sodass wir nur dieses eine Foto haben.

Ein Flughörnchen im Rainforest Discovery Centre Sepilok

Öffnungszeiten: täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 15 RM | Kinder 7 RM

Insgesamt haben wir während unserem Aufenthalt in Sepilok diese Tiere entdeckt:

Vogel-Arten in Sepilok

  • Blütenpicker
  • Dschungelzwergfischer & weitere Eisvögel
  • Grünrücken-Nektarvogel
  • Halsband-Breitrachen
  • Honigsauger
  • Orienthornvogel
  • Rotnackentrogon
  • Spinnenjäger
  • Schlangenweihe

Weitere Regenwaldbewohner

  • Orang-Utans
  • Malaienbären
  • Flughörnchen, Riesenhörnchen, Baumhörnchen
  • Hirschferkel
  • Riesenschnecke mit Haus
  • Stachelspinne
  • Segelfalter & weitere Schmetterlingsarten

Hier solltest du übernachten

Unsere Unterkunft Sepilok B&B lag nur wenige Schritte vom Rainforest Discovery Centre entfernt. Nach unserer Ankunft haben wir auf der Terrasse im hauseigenen Restaurant gegessen. Wir hatten noch nicht unser Essen bekommen, als wir auf dem Baum nebenan einen großen Greifvogel (Schlangenweihe) entdeckten. An den Hibiskus-Blüten flatterten knallig-rote Nektarvögel. Was für eine Begrüßung!

Als wir ankamen, wirkte die Unterkunft etwas verlassen und heruntergekommen. Ich vermute jedoch, dass das daran lag, das einige Zimmer renoviert wurden. Wir erwarteten ein kleines Doppelzimmer, denn mehr brauchten wir für die Tage auch nicht. Doch unser Raum war gigantisch groß und absolut sauber. Vermutlich war es das größte Zimmer, das wir während unserer Reise durch Malaysia bekommen hatten!

Unser Zimmer hatte Platz für vier Leute (obwohl wir nur für zwei gebucht haben), einen Schreibtisch (danach muss man normalerweise lange suchen), eine Terrasse und ein eigenes kleines, aber feines Bad. Wir waren absolut begeistert und können dir die Unterkunft für diesen Preis absolut empfehlen!

Ein Zimmer im Sepilok B&B kannst du dir hier reservieren. Weitere schöne Unterkünfte findest du bei Booking:



Booking.com

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Anreise – So kommst du nach Sepilok

Für ihn war leider kein Sitzplatz mehr frei

Wenn du Borneo nicht mit einer geführten Tour bereist, dann kannst du nach Sepilok den öffentlichen Bus nehmen, der mehrmals täglich zwischen Kota Kinabalu und Sandakan verkehrt. An einer Kreuzung bei Sepilok lässt dich der Fahrer aussteigen. Von da sind es noch ca. 1,5 Kilometer bis nach Sepilok. Viele Unterkünfte bieten einen Abholdienst an oder organisieren für dich ein Taxi (100 RM), welches dich dort abholt. Am besten fragst du vorher bei deiner Unterkunft nach, ob sie etwas organisieren können.

Wenn du den öffentlichen Bus nutzen möchtest, dann solltest du unbedingt einen Platz reservieren, da die Busse meist ausgebucht sind. Mit etwas Glück wirst du auch spontan noch mitgenommen, doch dann musst du die komplette Fahrt auf einem kleinen Plastikhocker im Gang sitzen. Auf Dauer und bei der kurvenreichen Strecke wird das bestimmt ziemlich unbequem.

Wir sind hinzu mit einer Tour vom Kinabatangan-Fluss angekommen, sodass dies alles unproblematisch war und sie uns direkt ins Zentrum gefahren haben. Aber auch die Abfahrt war kein Thema. Unsere Unterkunftsbesitzerin bestellte ein Taxi zur Kreuzung und buchte für uns zwei Plätze im Bus. Bis auf den starken Regen, der an der Kreuzung über uns hinweg zog, hat alles bestens geklappt. Der Bus kam etwas verspätet, hielt aber direkt an und wusste Bescheid, dass schon zwei Plätze reserviert wurden. 

Weitere sehenswerte Orte in der Umgebung

Sepilok ist ein idealer Ausgangspunkt für weitere Destinationen, um die Natur und ihre Bewohner kennenzulernen.

Labuk Bay Proboscis Monkey Sanctuary

Nasenaffe im Bako-Nationalpark

Dieses Zentrum für die putzigen Nasenaffen befindet sich mitten im Mangrovenwald entlang der Küste in Labuk Bay. Im Internet liest man jedoch widersprüchliche Meinungen zu der Station. Die Palmöl-Plantagen ragen bis an das Gebiet heran. Nach Aussagen im Netz handelt es sich um keine Auffangstation, sondern um wilde Nasenaffen, die in dem Mangrovenwald gefangen sind. Ob der chinesische Besitzer den kleinen Flecken Dschungel stehen gelassen hat, um die Tiere zu schützen oder einfach, um daraus Profit zu schlagen, kann ich nicht beurteilen. Wir hatten schon unzählige Nasenaffen im wunderbaren Bako-Nationalpark und entlang des Kinabatangan Flusses gesehen und das Nasenaffen-Zentrum aus diesem Anlass weggelassen.

Fluss-Safari auf dem Kinabatangan

Kinabatangan-River

Ein weiteres Highlight in Ost-Sabah ist eine Fluss-Safari auf dem Kinabatan-River. Gewöhnlich starten die Touren in Sandakan, führen jedoch über Sepilok. Mit etwas Glück kannst du vom Boot aus die seltenen Zwergelefanten, Nasenaffen, Orang-Utans, Langschwanz-Makaken, Krokodile und unzählige Vögel beobachten. Einen ausführlichen Bericht und alle wichtigen Infos findest du in unserem Kinabatangan-Artikel.

Sandakan

In der Hafenstadt an der Nordküste sind wir nur eine Nacht geblieben, doch diese hat uns auch ausgereicht. Auch wenn Sandakan im Vergleich zu Sepilok alles andere als touristisch ist, ist es dennoch kein Ort, der zu den Must-Sees Borneos gehört. Normalerweise lieben wir authentische Städte, doch in Sandakan haben wir keine Ecke gefunden, die uns begeistern konnte.

Wir haben uns in Sepilok sehr wohl gefühlt. Schade, dass unser Visum auslief, sonst wären wir gern noch länger geblieben! Hast du noch Fragen oder warst du auch schon in Sepilok? Wie hat es dir gefallen? Berichte uns davon doch gern in den Kommentaren!
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