Visum für Indien: So bekommst du deine Einreisegenehmigung für den Subkontinenten

Indien ist das Land der Kontraste, aber auch das Land der Bürokratie! Deswegen gibt es einige Hürden bei der Einreise zu nehmen. In diesem Gastartikel erklärt dir Martina Reuter, wie du dein Visum für Indien bekommst!

tah-mahalFlüge buchen und ab in den Urlaub – so einfach ist das in Indien nicht. Wenn du auf den Subkontinenten reisen möchtest, ist der Visumantrag zentraler Bestandteil deiner Reisevorbereitung. Die Einreise nach Indien ohne Visum ist nur für Staatsangehörige von Bhutan, den Seychellen, Nepal und den Malediven möglich.

Wenn du ausschließlich private oder touristische Reiseabsichten verfolgst, also nicht arbeiten, studieren oder z. B. ein Praktikum in Indien machen willst, ergeben sich prinzipiell zwei Wege für dich, ein indisches Visum zu beantragen. Welcher der Richtige ist, hängt zum einen von deiner voraussichtlichen Aufenthaltsdauer und zum anderen davon ab, mit welchem Reisemittel du einreist bzw. welchen Grenzübergang du wählst.

Diese 2 Arten von Touristenvisa kommen für dich in Frage

Zu unterscheiden sind das „reguläre“ Touristenvisum und die elektronische Einreisegenehmigung e-Tourist Visa (kurz eTV), auch als ETA Indien bekannt. Das Touristenvisum erhältst du über die indische Botschaft oder ein indisches Generalkonsulat.

Bevor ich die Unterschiede erläutere, lässt sich eine Gemeinsamkeit der zwei Visa-Typen festhalten: In beiden Fällen ist der Visumantrag für jede Person – auch Kinder – vor der Anreise nach Indien online auszufüllen. Hierfür hat die indische Regierung ein eigenes Portal eingerichtet. Die Formulare stehen in Englisch zur Verfügung, eine deutsche Version gibt es nicht. Die Online-Bezahlung der Visa-Gebühren ist mit Kreditkarte (Mastercard und Visacard) möglich.
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Voraussetzungen für den Online-Antrag

Um die Formulare digital ausfüllen zu können, musst du folgende technischen Voraussetzungen erfüllen:

  • Browser: Mozilla Firefox, Google Chrome, Internet Explorer Version 9.0 oder höher
  • Adobe Acrobat Reader 7.0 oder höher
  • Drucker

e-Tourist Visa für Flugreisende und Aufenthalte bis 60 Tage

Das eTV Indien kostet 60 US$ exklusive Kreditkarten-Gebühr und ist für Kurzaufenthalte mit einer einmaligen Einreise gedacht. Mit der elektronischen Reiseerlaubnis kannst du dich bis zu 60 Tagen in Indien aufhalten.

Eigentlich heißt der Goldene Tempel Harmandir Sahib

Eines unserer Highlights in Indien: Der Goldene Tempel in Amritsar

 

Das Online-Visum ist maximal zweimal pro Jahr erhältlich und nur für Flugreisende aus ausgewählten Ländern (u. a. Deutsche) vorgesehen, die an den internationalen Flughäfen in Ahmedabad, Amritsar, Bangalore, Chennai, Cochin, Delhi, Gaya, Goa, Hyderabad, Jaipur, Kolkata, Lucknow, Mumbai, Tiruchirapalli, Trivandrum oder Varanasi ankommen. Ausreisen kannst du mit Online-Visum hingegen an jedem offiziellen Grenzübergang auf dem Land-, See- oder Luftweg. Mittlerweile sind auch Schweizer und Österreicher berechtigt, eVisa zu nutzen.

Um das e-Tourist Visum zu beantragen, musst du auf der für das Online-Vergabeverfahren eingerichteten Website die „e-Tourist Visa Application“ aufrufen und ausfüllen. Pflichtfelder sind mit einem roten Stern gekennzeichnet. Du musst darauf achten, dass alle Daten zur Person und dem Ausweisdokument exakt so eingetragen werden, wie sie im Reisepass stehen. Sonst drohen später Probleme bei der Einreise. Apropos Reisepass – wie alle Visa ist auch ETA Indien nur in Verbindung mit dem Pass gültig, dessen Nummer du im Visumantrag eingetragen hast. Das Ausweisdokument muss noch mindestens 6 Monate zum Zeitpunkt der Einreise in Indien gültig sein und über zwei freie Seiten verfügen.

Formular für das elektronische Touristenvisum

Formular für das elektronische Touristenvisum

Im Rahmen des Bestellvorgangs bist du verpflichtet, zwei Dateien hochzuladen: einen gut leserlichen Scan der ersten Seite des Reisepasses im PDF Format (Größe: 10 KB bis 300 KB) und ein Passbild (JPEG, Größe: 10 KB bis 1 MB). Beim Foto ist es wichtig, dass Höhe und Breite identisch sind – man spricht auch vom „indischen“ Format. Als weitere Anforderungen gelten: vollständige frontale Abbildung des Kopfes, heller bzw. weißer Hintergrund, keine Schatten, keine Ränder. Eine Anleitung zum Hochladen des Passbildes hat die indische Regierung online gestellt.

Visabox Banner 336x280Die indische Regierung weist auf ihrer Internetseite darauf hin, dass es bis zu vier Stunden dauern kann, bevor die Bestätigung über die Zahlung der Visagebühr erscheint. Es ist wichtig, dass du diese Zeit abwartest, denn bei mehr als drei Zahlversuchen erfolgt eine Sperrung. In diesem Fall musst du den Antrag von vorne beginnen – angesichts des Zeitaufwands ist das sehr ärgerlich.

Der Antrag auf e-Visa für Indien kannst du frühestens 34 Tage und allerspätestens vier Tage vor Abreise stellen. Beachte bei der Wahl des e-Visums, dass es sich nicht verlängern lässt. Nach spätestens 60 Tagen ist die Ausreise fällig.

Sobald du den Visumantrag vollständig ausgefüllt und die Online-Bezahlung vorgenommen hast, erfolgt die Prüfung deines Visumantrages durch die indischen Einreisebehörden. Dieser Vorgang nimmt i. d. R. zwischen einem und vier Tagen in Anspruch. Den Status kannst du mit einer individuellen Bewerbungs-ID online abfragen.

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Blumenverkäuferin in Mysore

Die Bestätigung über das e-Visum erhältst du nach der Genehmigung des Antrags per E-Mail. Jetzt heißt es noch ausdrucken. Dann kann es losgehen! Beim Einchecken am Flughafen solltest du der transportierenden Fluggesellschaft mitteilen, dass du ein e-Visum für Indien besitzt. Besonders wichtig ist das, wenn du mit einem One-Way-Ticket nach Indien fliegst. Manche Fluggesellschaften weigern sich dich zu befördern, wenn du kein Visum und keine Rückreise nachweisen kannst.

Am Flughafen in Indien musst du dann Reisepass und e-Visum für die Einreise vorzeigen. Es kann auch sein, dass die Grenzbeamten dich nach deinem gültigen Ticket für die Weiterreise bzw. Rückreise fragen und du deine biometrischen Daten abgeben musst. Auf alle Fälle wird ein Foto von dir bei der Einreise gemacht. Nach der Prüfung erhältst du schließlich deinen Einreisestempel in den Reisepass. Den Ausdruck des e-Visums solltest du ebenfalls einstecken und bis zur Ausreise aufbewahren.

Touristenvisum für Reisen mit einer Dauer von bis zu 6 Monaten

Binas Antragsformular

Binas Antragsformular

Das „klassische“ Touristenvisum, das eine zuständige Auslandsvertretung des Landes Indien direkt in den Reisepass ausstellt, ist immer dann die richtige Wahl, wenn deine Reise voraussichtlich länger als 60 Tage dauern wird. Darüber hinaus benötigst du diese Art von Visum, falls deine Einreise nach Indien nicht über einen der 16 ausgewählten internationalen Flughäfen, sondern z. B. über Land aus einem Nachbarstaat erfolgt.

Das Touristenvisum ist ab dem Tag der Ausstellung für 6 Monate (oder sogar 1 Jahr) gültig und berechtigt zu einer einmaligen oder mehrmaligen Einreise. Du kannst es frühestens 2 Monate vor der Abreise beantragen, andernfalls erfolgt keine Bearbeitung deiner Unterlagen. Das Konsulat schickt diese einfach zurück. Ausnahmen machen die Behörden nach eigener Angabe nur, wenn ein triftiger Grund wie z. B. eine Weltreise vorliegt. In diesem Fall ist es wichtig, dass du eine schriftliche Erklärung beifügst, warum du das Visum dringend frühzeitig benötigst.

Wie beim e-Visum ist der Antrag auch hier zunächst online auszufüllen. Die indischen Konsulate und Konsularprovider (Visa Application Center) lehnen handschriftliche Anträge automatisch ab. Auf dem Online-Portal für den Visumantrag kannst du unter „Regular Visa Application“ das erforderliche Antragsformular aufrufen. Achte darauf, alle Felder ordnungsgemäß auszufüllen. Auf der ersten Seite des Antrags musst du das zuständige Konsulat auswählen (mehr dazu weiter unten).

Hiermit ist es aber nicht getan – und das ist der Unterschied zum elektronischen Visum. Bei einem vom indischen Konsulat eingesetzten Konsularprovider musst du hinterher die Antragsunterlagen im Original einreichen. (Unter Umständen ist es auch möglich online direkt einen Termin beim Konsulat zu vereinbaren.) Die Provider haben morgens und nachmittags je 2 bis 2,5 Stunden geöffnet. An indischen und deutschen Feiertagen sowie an Wochenenden bleiben sie geschlossen. Die Bearbeitungszeit für Anträge beträgt mindestens 3 Werktage in Abhängigkeit von der Nationalität des Antragstellers.

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Persönliches oder postalisches Einreichen der Antragsunterlagen: Vorsicht Fehlerquellen!

Indien-Visum von Francis

Indien-Visum von Francis

Erforderliche Dokumente, die von dir im Original einzureichen sind: Reisepass mit ausreichender Mindestgültigkeit, 2 Passbilder im indischen Format (5 x 5 cm), die Visumsgebühr in bar (oder ein entsprechender Überweisungsbeleg) – falls du sie nicht bereits online bezahlen konntest – sowie das ausgedruckte und unterschriebene Antragsformular. Für Aufenthalte von mehr als 6 Monaten gibt es ein Zusatzformular, das du ebenfalls ausfüllen und beifügen musst. Falls du nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, aber in Deutschland wohnst, benötigst du eine gültige Meldebescheinigung.

Wenn du die Unterlagen persönlich einreichst, fallen mindestens zwei Behördengänge an. Zunächst gibst du bei Konsulat bzw. Konsularprovider während der Öffnungszeiten alle Antragsdokumente ab, an einem zweiten Tag holst du deinen Reisepass mit dem fertigen Visum ab. Postalische Anträge bei den indischen Visa Application Zentren sind grundsätzlich möglich. In diesem Fall musst du unbedingt den Überweisungsbeleg, eine zusätzliche Ausfertigung des Antragsformulars sowie ein adressierten und frankierten Rückumschlag beilegen. Für versicherten Versand deines Reisepasses fällt eine hohe Gebühr an, die ebenfalls zu überweisen ist. Vergesse nicht, die Zeiten für die Versandwege bei deiner Reiseplanung einzukalkulieren, sonst hebt der Flieger ohne dich ab.

In allen Fällen solltest du darauf achten, dass die Unterlagen vollständig und den Formvorgaben entsprechend vorliegen. Ansonsten kann es zu erheblichen Verzögerungen oder einer Ablehnung deines Antrages kommen. Unvollständige Anträge sendet das Konsulat in der Regel sofort zurück, eine Erstattung der Gebühren erfolgt nicht. Häufige Fehlerquellen beim Visumsantrag sind ein falsches Passfoto-Format, eine unzureichende Auflösung des Bildes, fehlende Zahlungsbelege oder Lücken im Antragsformular. Es ist im Übrigen nicht gestattet, das Formular nachträglich zu korrigieren oder Anmerkungen darauf handschriftlich zu notieren.

Konsularbezirke der indischen Auslandsvertretungen

In Deutschland gibt es neben der indischen Botschaft in Berlin drei indische Generalkonsulate – in München, Frankfurt am Main und Hamburg. Die Zuständigkeiten der Vertretungen sind nach Bundesländern bzw. dem Wohnsitz der Antragsteller geregelt.

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Indien ist das Land der Farben

Die Botschaft in Berlin nimmt Anträge von Personen aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen entgegen. Das Konsulat in Frankfurt a. M. kümmert sich um die Länder Hessen, Nordrhein-Westfallen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Die Auslandsvertretung in Hamburg ist für dich zuständig, wenn du in Bremen, Hamburg, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein wohnst. Der Amtsbezirk des indischen Generalkonsulats in München bearbeitet Anträge aus Bayern und Baden-Württemberg. Für die Vertretungen sind die Konsularprovider Indo German Consultancy Services (Hamburg, Frankfurt) und International Visa Services Europe GmbH (Berlin, München) im Einsatz. Diese verfügen jeweils über englischsprachige Internetauftritte.

Wir hatten uns vor unserer Reise selbst um das Indien-Visum gekümmert, was wirklich anstrengend war. Wir mussten drei Mal zum Visumscenter und hatten viel Stress, unser indisches Visum auf Sri Lanka zu bekommen. Aus dieser Erfahrung heraus würde ich das nächste Mal wahrscheinlich auf einen Visumsservice wie den von Visabox zurückgreifen. Oftmals ist das billiger.
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Hinter den Extremen von Erschöpfung und Qual können wir eine Leichtigkeit und Kraft entdecken, die zu besitzen wir uns niemals erträumt haben; Quellen der Stärke, die bislang ungenutzt waren, weil wir die Sperre niemals durchbrachen.

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