Faszinierender Voodoo Kult in New Orleans

In den letzten Jahren hab ich die USA als Reiseziel etwas vernachlässigt. Zwar war ich 2011 schon mal zu einem Roadtrip in Kalifornien. Und damals war ich auch so begeistert, dass ich eigentlich möglichst schnell in das riesige Land mit den unbegrenzten Möglichkeiten zurück wollte.  Doch wie es so oft ist: Im Alltag ist dieser Wunsch wieder unter gegangen. Nun bin ich aber durch Zufall auf die Stadt New Orleans aufmerksam geworden. 

Jazzmusik und Voodoo, eingebettet in der ehemaligen Sumpflandschaft von Louisiana: Das findest du in der Stadt New Orleans in den USA. Allein das klingt nach einem lohnenswerten Ziel für mich, denn ich selbst habe lange für eine Dresdner Jazz-Agentur gearbeitet. Deswegen habe ich mich mal ein wenig mit der multikulturellen Stadt auseinandergesetzt.

Neben ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten verfügt New Orleans über ein besonderes, musikalisches Lebensgefühl. Die Stadt begeistert außerdem mit den kleinen Zauberpuppen, von denen sich so viele Menschen eine langersehnte Heilung erhoffen: Voodoo ist in der Stadt im Süden der Vereinigten Staaten nach wie vor präsent.

Sehenswürdigkeiten unweit des Mississippi River

Willkommen in New Orleans, der größten Stadt des US-amerikanischen Bundesstaates Louisiana, die zunächst ein Sumpfgebiet war und 1910 erstmals trocken gelegt wurde. Zum typischen Stadtbild des Ortes am Mississippi River gehören neben den Jazzmusikern mit ihren Saxophonen und antiken Gebäuden in erster Linie die berühmten Straßenbahnen wie beispielsweise die Linie St. Charles. Sie fährt heute wie damals – seit 1910 – mit ihren grünen Wagen, die gern von Touristen genutzt werden, um die kulturellen Höhepunkte der Stadt zu erkunden. Dazu zählen der historische Handelsmarkt, das französisch anmutende Gebäudeensemble „Madame John’s Legacy“ und verschiedene Museen wie beispielsweise das New Orleans Museum of Art.

Ein Tipp: Mit einer Hop-on/Hop-off Stadtrundfahrt entdeckst du New Orleans ganz entspannt!

Eine Kunstform ist für viele Besucher natürlich auch Voodoo, ein Kult, der hier an jeder Straßenecke präsent zu sein scheint. Überall werden die kleinen Voodoo-Puppen verkauft, die weltweit für interessierte Neugierde, aber auch für Furcht und Schrecken sorgen können.



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Anerkannte Religion aus Westafrika

Was die wenigsten Menschen wissen: Voodoo ist eine Religion, die ursprünglich aus Westafrika stammt und durch die Sklaverei bis in die Karibik und Teile von Louisiana vordrang. Es steckt somit weit mehr dahinter als Zauberei und Hokuspokus; auch wenn dies viele Filme und Bücher vorgaukeln. Die seit 2003 offiziell anerkannte Religion mit etwa 60 Millionen Anhängern weltweit ermöglicht unter anderem die Eheschließung, die Taufe und die Beerdigung im Rahmen des Voodoo-Glaubens. Sogar einen offiziellen Feiertag gibt es, der seit 1996 am 10. Januar stattfindet. Die berühmten Voodoo-Puppen sind somit nur ein kleiner Teil des Kults – bei Menschen außerhalb der Glaubensgemeinschaft aber wohl der bekannteste.

Voodoo wird in Hollywood-Filmen nicht zuletzt aufgrund der Puppen mit ihren Nadeln oft mit Horror und Verderben assoziiert. Anhänger des Voodoo-Kults können darüber nur lachen. Natürlich kann durch Voodoo-Rituale, die im Mittelpunkt der Religion stehen, von fähigen Priestern allerlei Schaden angerichtet werden – genauso gut ist aber auch eine heilende Wirkung möglich. Diese steht im Fokus der Religion. Geister sollen im Rahmen der Rituale von den Körpern der Menschen Besitz ergreifen, ihre heilenden Kräfte entfalten und somit beispielsweise Krankheiten behandeln. Da bei den Ritualen vornehmlich gesungen, getanzt oder getrommelt wird, passen sie natürlich hervorragend zum musikalischen Geist der Stadt New Orleans, dessen Bewohner immerhin zu 15 % nach wie vor die kultigen Rituale praktizieren.

Voodoo-Kult in New Orleans

New Orleans gilt häufig als US-amerikanisches Zentrum der Voodoo-Religion. Dies lässt sich unter anderem auf Marie Laveau, eine Priesterin, zurückführen. Sie wurde 1794 in der Stadt in Louisiana geboren und galt als weise Heilerin. Außerdem sagte sie einigen Menschen die Zukunft voraus und prägte die Vermischung von Elementen des Katholizismus mit dem Voodoo-Glauben. Durch ihren Einfluss sind teilweise die Heilige Jungfrau Maria und das christliche Kruzifix Teil von Voodoo-Ritualen. Zum Voodoo-Kult gehört aber noch mehr. Die Geschäfte in New Orleans verkaufen beispielsweise:

  • Kerzen und Öle
  • Einzelne Kräuter
  • Kräutermischungen für verschiedene Anwendungsgebiete
  • Talismane (z.B. die Puppen)
  • Abgepackte Komplettpakete für Rituale

Die meisten Läden werden von Voodoo-Priestern geführt. Diese wissen genau, worauf es ankommt: Positive Energie. In New Orleans sucht man gruselige Horrorpuppen mit Nadeln vergeblich. Vielmehr sollen gute Wünsche und Gesundheit durch die Puppen erzielt werden, deren Funktion übrigens ursprünglich eher praktisch denn magisch war. Sie sollten die damals noch nicht erfundene Krankenakte ersetzen. So markierten afrikanische Heiler aus längst vergangenen Zeiten damit die Stellen des Körpers, die sie bei kranken Patienten behandelt hatten. Heute werden die Voodoo-Puppen von Besuchern in New Orleans gern als Souvenir mit nach Hause genommen.

Faszinierend und mystisch

Der Kult von Voodoo begeistert insbesondere durch seine Vielfalt, durch die mystischen Rituale und den Glauben an etwas, das nicht bewiesen werden kann: Gute Geister. Und genau die braucht die USA wohl gerade jetzt äußerst dringend. Der Voodoo-Kult lebt  viele Jahrtausende nach seiner Entstehung weiter und zieht Touristen aus aller Welt in seinen magischen Bann. Zum Charme der Stadt New Orleans gehört er dazu wie die Straßenbahnen und die abwechslungsreiche Musikkultur, die jeden Besuch in der Stadt in Louisiana unvergesslich machen.

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