Zu Besuch bei den Veddas in Dambana

Die Veddas sind die echten Ureinwohner in Sri Lanka. Sie leben im Wald und gehen ihren eigenen Traditionen nach. Einen Besuch haben wir uns nicht nehmen lassen. In diesem Artikel berichten wir von unserer Begegnung mit der indigenen Bevölkerung Sri Lankas!

Nachdem wir unser Visum für Sri Lanka verlängert haben, hat uns unser Gastgeber den entscheidenden Tipp gegeben. Da wir schon genug Sehenswürdigkeiten in Kandy gesehen hatten, sollten wir in den Osten fahren. Dort findet man nicht nur grandiose Landschaften, sondern auch das Dorf Dambana. In Dambana soll die echte indigene Bevölkerung Sri Lankas leben. Also haben wir uns morgens auf ein geliehenes Moped geschwungen und los ging die Reise.

Die Hinfahrt führte uns südlich des Victoria Randenigala Rantembe Schutzgebietes entlang. Wir sahen ein herrliches Panorama der Gebirgslandschaften und der Seen. Auf der Straße überraschten uns ein Elefanten-Warnschild und ein Waran. Wilde Elefanten sind uns zum Glück nicht begegnet. Dafür kam uns aber später ein Arbeitselefant auf dem Asphalt entgegen.

Kurz nach Mittag kündigte sich Dambana schon durch ein Baumhaus neben der Hauptverkehrsstraße an. Wir folgten einem Schild und bogen links ab. Dort wurden wir direkt von einem Vedda angehalten. Es war ein großer Fehler, dass wir in diesem Moment nicht einfach weitergefahren sind. Er führte uns zu seinem Haus und wollte uns seine Dienste für etwa vier Stunden anbieten. Der Spaß sollte uns 25.000 Rupien (170 €) kosten. Obwohl jeder Versuch einer vernünftigen Einigung scheiterte, folgte uns der Mann bis in das eigentliche Vedda-Dorf.

Bei unserer Ankunft im sogenannten Dorf fanden wir nur ein Museumsgebäude vor. Im Vedda-Museum (Eintritt: 500 Rupien pro Person) wird die Geschichte der Stämme erzählt und man findet einige Exponate. Dazu zählen Waffen, Werkzeuge und Schädel diverser Tiere wie Elefanten, Krokodile und Hirsche.

Der selbsternannte Reiseleiter folgte uns immer noch, obwohl wir mehrfach betont haben, dass wir ihm kein Geld zahlen werden. Er führte uns also den Weg vorbei an einigen Lehmhäusern in den Wald zu einem Versammlungsplatz. Auch hier war leider nicht so viel von der Vedda-Kultur zu entdecken. Um doch noch etwas von der Lebensweise der indigenen Bevölkerung zu erfahren, haben wir uns dann doch für eine kleine Führung für 5.000 Rupien (33 €) entschieden.

Mit drei Männern ging es dann tiefer in den Wald! Viele Veddas sind Honigsammler. Deshalb sind wir auch als erstes zu einem Bienenstock gelaufen, wo einer der Männer Bienenwaben herausgebrochen hat. Das war der frischeste Honig, den wir je gegessen haben.

Während wir weiter liefen, entdeckten wir zahlreiche Spuren von wilden Elefanten und von Rehen auf dem Waldboden. An einer Stelle haben uns die Männer eine Jagdfalle demonstriert, indem einer von ihnen selbst in die Rolle eines Huhns geschlüpft ist. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Theatereinlage gewesen sein sollte oder ob man uns Europäern so wenig Vorstellungsgabe zutraut. Witzig war es allemal.

Kurz darauf kamen wir wieder zum Versammlungsplatz. Hier haben uns die Veddas noch einen Tanz aufgeführt und demonstriert, wie sie Feuer machen. Cool fand ich, dass sie uns noch gezeigt haben, wie man mit Pfeil und Bogen schießt. Das hat Spaß gemacht! Dennoch: Die kleine Runde mit den Männern durch den Wald war unterhaltsam, allerdings keine 5.000 Rupien wert, wenn man sich das Preisniveau in Sri Lanka vor Augen führt.

Zum Abschluss haben wir uns noch das Haus des Häuptlings zeigen lassen. Auch das war eine Enttäuschung, da er sitzend Honig an etliche Singhalesen verkauft hat und man kaum einen Unterschied zu einem anderen Straßenhändler bemerken konnte.

Mein Fazit für Dambana ist recht simpel: Das Dorf kann unterhaltsam sein, wenn man genug Geld ausgibt und man sich etwas auf die touristischen Anpassungen einlässt. Andernfalls würde ich einen Ausflug nach Dambana nicht empfehlen. Wir kamen uns oft ziemlich verarscht vor und sind uns nicht sicher, ob wir wirklich richtige Ureinwohner vor uns hatten, wie es uns verkauft wurde.

Man muss aber natürlich auch sehen, dass ich wohl auch kaum Bock darauf hätte, ein simples Nomadenleben zu führen, wenn mir viel angenehmere Optionen von Touristen vorgelebt werden würden.

Tatsächlich soll es aber noch einige Nomadenstämme der Veddas in den Wäldern Sri Lankas geben, die komplett autark leben. Wir hatten leider nicht mehr die Zeit, um denen auf die Spur zu kommen.

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Karen Lamb