Mit dem Zug von Colombo nach Kandy

Nachdem wir am Sonntag in unserem Hostel ausgecheckt haben, sind wir mit einem Taxi zum Bahnhof von Colombo gefahren. Da wir lieber sicher gehen wollten, dass wir auch rechtzeitig ankommen, sind wir etwas zeitiger los, als wahrscheinlich nötig war. Schließlich hatten wir am Bahnhof noch circa 1,5 Stunden Zeit bis zur Abfahrt. Wir setzten uns mit unserem Gepäck ans Gleis und warteten. Es fuhren immer wieder Züge ein, viele Menschen rannten umher. Zu sehen gab es also genug. Besonders spannend fand ich, wie viele auch von der anderen Seite in den Zug eingestiegen sind. Sobald der Zug einfuhr, sprangen sie runter auf das Gleis und kletterten in die Waggons. Meist handelte es sich dabei um Züge der 3. Klasse. Wenn man dieses Abteil wählt, kann man keinen Sitzplatz reservieren, da es nur ein paar Sitze am Rand gibt. Wer keinen Sitzplatz abbekommt, muss während der Zugfahrt eben stehen. Kein Wunder also, dass jeder der Erste im Zug sein möchte.

Als Francis sich gerade auf die Suche nach einer Toilette machte, fuhr schon unser Zug ein. Eine halbe Stunde vor Abfahrt. Alle Menschen auf unseren Gleis sprangen von ihren Plätzen auf und liefen zum Zug. Beruhigt, dass wir Plätze reserviert hatten, wartete ich auf seine Rückkehr. Endlich wieder da, nahmen wir unsere Rucksäcke, folgten den Menschen zum Zug und suchten unser Abteil. Wir hatten ein Sitzplatz am Fenster, welches ich sofort aufmachte. Schließlich wollte ich doch etwas von der Fahrt sehen.

Doch bevor es losging, hieß es erst einmal warten. Die Lok wurde getauscht und durch die Gänge kamen Verkäufer von Wasser, Obst und Gebäck gelaufen. Vor den Fenstern fuhr ein Eisverkäufer hin und her.

Endlich war es 15.35 Uhr und unser Zug konnte starten. Wir fuhren vorbei an Häusern, unzähligen Buddhastatuen und durch viele Bahnhöfe. Da wir den Expresszug gebucht hatten, nahm der Zug den direkten Weg nach Kandy mit nur einem Zwischenstopp.

Je weiter wir uns von Colombo entfernten, umso einfacher wurde der Lebensstandard der Bewohner. Ich entdeckte Hütten, welche nur aus einer Plastikfolie bestanden. Menschen badeten im Schlammloch und reinigten ihre Wäsche darin. Zum trocknen legten sie diese einfach auf einen dunklen Dreckhaufen. Kinder winkten neben den Gleisen und spielten mit Plastiktüten, welche durch den Zugwind hochgewirbelt wurden.

Wir fuhren vorbei an Reisfeldern, auf denen Arbeiter ihre Tätigkeit nachgingen, Kühen, Wasserbüffeln und den verschiedensten Vogelarten. Die anfangs sehr flache Landschaft wurde immer hügeliger. Der Zug wurde langsamer und kämpfte sich durch viele Tunnel den Berg hinauf Richtung Kandy. Hier hatten wir eine unglaubliche Aussicht über die Berge und Plantagen-Täler.

Hier noch ein paar Eindrücke unserer Fahrt nach Kandy als Video:

In Kandy angekommen, standen wir erstmal vor einer schwierigen Aufgabe. Wir hatten zwar ein Zimmer gebucht, wussten aber weder wo es ist, noch wie es heißt. Durch den Stromausfall in Colombo konnten wir nicht nochmal nachschauen, was wir eigentlich gebucht hatten. Glücklicherweise hatten wir noch eine Karte und wussten ungefähr, in welcher Richtung sich das Hotel befindet.



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Immer wieder kamen Männer angerannt, welche uns eine Tuk Tuk-Fahrt oder Zimmer verkaufen wollten. Freundlich, später schon etwas genervt von den vielen Angeboten, lehnten wir immer wieder ab.

Es wurde langsam dunkel und wir liefen die Straße entlang, immer Richtung Hotel. Nach einer Weile entdeckten wir an einer Kreuzung Schilder von verschiedenen Unterkünften und erkannten unsere endlich wieder. Wir waren richtig!

tunnelWir folgten der Straße entlang weiter den Berg hinauf. An einem großen Supermarkt zeigte das Schild nach rechts zu einem Tunnel. Sollen wir da durch? Da es keine andere sinnvolle Möglichkeit gab, gingen wir also weiter. Autos drängten sich an uns vorbei und von oben tropfte Wasser. Am Ende des schmalen Tunnels angekommen, standen wir plötzlich im Dunkeln. Endlich war es etwas ruhiger. Wir folgten der Ausschilderung und erreichten nach einem weiteren kleinen Anstieg endlich unsere Unterkunft.

Nachdem wir eingecheckt haben, bestellten wir uns noch etwas zu essen und ruhten uns aus. Wir haben vier Übernachtungen gebucht, sodass wir genug Zeit haben uns Kandy und die Umgebung anzuschauen. Was wir alles entdeckt haben, werden wir euch dann in den nächsten Artikel berichten.

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Greg McKeown